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Alte Praxis-EDV - Neue Generation Praxis-EDV


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Liebes Forum,

mich würde interessieren, ob jemand mit den neuen Systemen wie T2med, Redmedical, Doc Cirrus aussieht, hat da jemand Erfahrung, d.h. die Systeme im Einsatz? Meines Wissens nach sind die z.B. bei T2med immer noch viel am entwickeln... Lt. KV-Installationsstatistik weniger als 0,1% Marktanteil (was bei neuen Systemen ja nicht ungewöhnlich ist. Aber wenn 5000 Ärzte lt. Homepage schon getestet haben, macht mich das doch ein wenig nachdenklich...)

Viele bisherige Systemanbieter setzen ja noch auf das alte Geschäftsmodell: Wenn Ärzte und Mitarbeiterinnen über das langsame System klagen, verkaufe ihnen alle paar Jahre einen neuen dicken Server und neue Rechner für >10.000 €. Bin gespannt, wie lange das die Praxisinhaber noch mit sich machen lassen...

Praktisch alle EDV-Programme laufen ja sehr gut in kleinen Praxen. Meine Erfahrung: Je größer die Praxis ist (ab so 10-15 Arbeitsplätze), desto weniger Programme eignen sich. Wenn man auf der Suche nach einem neuen System ist, sollte man sich m.E. von der klassischen Client-Server-Technologie verabschieden (d.h. Daten auf dem Server, Programm läuft auf jedem Rechner), sondern sich die neuen Systeme mal ansehen.

Wir haben vor kurzem für einen Klienten (Großpraxis 7 Ärzte) mal eine neutrale Recherche durchgeführt (mit Pflichtenheft und allem). Der Kunde hat sich für Doc Cirrus entschieden, da die nicht zu groß und nicht zu klein (und daher auch flexibel sind) sind und ein sehr stabiles System haben, das auch auf > 50 Rechnern sehr stabil läuft. Die Patientendaten liegen auf einem Datenwürfel / (NAS), und das Programm läuft über den Browser im Intranet (nicht Internet), ist also sicher nach außen hin und geht auch, wenn das Internet nicht läuft. Damit entfällt schonmal die Investition in neue Praxiscomputer, die alten werden einfach weitergenutzt. Die Daten liegen sicher in der Praxis (was ich aus Datenschutzaspekten wichtig finde) und nicht in einer Cloud... Und die Preise waren auch mehr als ok, was auch ein Kriterium ist...

Würde mich über Rückmeldungen aus der Praxis freuen, wenn sie mit einem der neuen Systeme arbeiten, danke :-)

Viele Grüße,

 

Joachim Deuser

 

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sollte man sich m.E. von der klassischen Client-Server-Technologie verabschieden

Das ist schnell ausgesprochen ... aber schwierig umzusetzen. Geräteanbindung via gdt oder bdt z.B. wird im browser schwierig zu realisieren sein. Die Gerätesoftwares arbeiten i.d.R. ebenfalls in einer server-client-Umgebung, Archivprogramme etc. ebenfalls.
IMHO ist jedes Programm mit Krücken behaftet, der Aufwand eines "Systemwechsels" ist immens. Insoweit arbeite ich z.Z. lieber mit meiner grottenalten Foxpro-Software (x.concept) weiter, zumal ich auch für die Kommunikation nicht auf Windowsclients verzichten kann. In einer gut dimensionierten Umgebung läuft das auch halbwegs zügig, extern greife ich via VPN und RDS auf einen Anwendungsserver zu.
Ich habe i.d.R. auch nur maximal 8 clients parallel am Laufen, gearbeitet wird zeitgleich maximal an vier davon - bei deutlich grösseren Umgebungen wird sich ein SQL-basiertes AIS da viel eher empfehlen.
Nichtsdestotrotz - T2med habe ich mir als Trial mal angeschaut, vielversprechend ist das allemal.

LG

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Hallo zusammen,

ich bin Berater - und die wissen immer alles besser... :-)

Ein Systemwechsel ist immer auch ein Paradigmenwechsel und belastet alle Beteiligten. Abhängig vom aktuell eingesetzten System sind die Vorteile eines neuen Systems zu erarbeiten. Regelmäßig gibt es erhebliche operative Vorteile aber auch kostenseitige. Diese mögen die emotionellen Bedenken anfangs nicht vom Tisch wischen. Ich kann nur empfehlen, sich hinzusetzen, die aktuellen Kosten zu addieren (dazu gehören auch die Kosten für den Druck über x verschiedene Drucker), die Kosten des IT-Helfers vor Ort und die Zeit, Release einzuspielen und Datensicherung zu betreiben. Am Ende ist das Erstaunen groß, aber die Ungewissheit eines Wechsels bleibt. Die Herausforderung kann man meistern, denn die Arbeit - die Verwaltung von Patienten und Praxis bleibt dieselbe. Es sieht nur alles ein wenig anders aus. Erfahrungsgemäß muss man eine Woche Zeit investieren und dann läuft´s ( mit oder ohne Berater). Wichtig ist aber der Prozess der Erkenntnis, dass man ein neues System braucht. Dieser entspricht in etwa der Überzeugung, dass man sich operieren lassen sollte - oder auch nicht.

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vor 3 Stunden schrieb Kunsperfrisch:

Erfahrungsgemäß muss man eine Woche Zeit investieren und dann läuft´s ( mit oder ohne Berater).

Ist nicht Ihr Ernst ... :-) ??? Geht vermutlich beim Psychotherapeuten oder halt beim Dermatologen, wenn da nicht ypsen verschiedene Diagnostik, Archivsysteme etc.pp. an das AIS angebunden ist. Sie vernachlässigen auch den Aufwand, der für die Personalisierung des benutzten AIS betrieben wurden ist, ich arbeite papierlos, nutze hunderte "Makros", programmierbare Tastaturen um diese Makros im AIS abzurufen etc.pp.

Ein Wechsel meines Systems und die Wiederherstellung der aktuellen Funktionalitäten (wenn überhaupt möglich) würden mich π mal Daumen mindestens 3 - 4 Wochen kosten + Einarbeitung des Personals. Dagegen kostet mich das "Einspielen" der Quartalsupdates maximal eine Stunde im Quartal (bei aktiver Beobachtung :-) ), die Datensicherungen laufen automatisiert und kosten mich nur die Zeit, die es benötigt, täglich die RDX-Medien zu wechseln. IT-Helfer vor Ort habe ich nach zwei Wochen in der Niederlassung aufgrund sicher diagnostizierter Unfähigkeit "dauerbeurlaubt".

vor 3 Stunden schrieb Kunsperfrisch:

Wichtig ist aber der Prozess der Erkenntnis, dass man ein neues System braucht.

Wichtig ist, im Rahmen dieses Prozesses mögliche neue Kandidaten auf Praxistauglichkeit und Schwuppdizität zu testen, zu hinterfragen, welche Inhalte aus dem alten AIS funktional übernommen werden können und vor allem: welche nicht :-)

LG

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  • Telematikinfrastruktur - anbinden oder abwarten?

    Da ich hier noch kaum Beiträge zur Telematikinfrastruktur gefunden habe und in mir immer mehr Fragezeichen aufploppen, versuche ich hier mal einen Thread aufzumachen in dem ich alles was man so wissen muss aufgelistet wird. Ich tendiere dazu die Telematikinfrastruktur möglichst lange hinauszuzögern, da zum einen die Kostenübernahme immer noch nicht vollständig erfolgt (die KV-Pauschalen sind nur ein Teil, vor allem auf den laufenden Kosten scheint man sitzen zu bleiben) und da zum anderen mein jetztiger PVS-Provider sich trotz neuer DSGVO (oder vielleicht gerade wegen) komplett aus der Verantwortung stiehlt, sollte durch es durch Online-Anbindung zu einer Datenpanne kommen. Bisher bin ich mit meiner kleinen Allgemeinarztpraxis auch offline ganz gut ausgekommen....
    Abgesehen davon dass das Telematik-Thema generell nicht ganz durchdacht ist und Sicherheitsrisiken beinhaltet (siehe https://www.ccc.de/de/elektronische-gesundheitskarte) birgt schon alleine die dafür notige Online-Anbindung meines Praxis-Server Gefahren, die man nicht so ohne weiteres eindämmen kann. Also, vielleicht gibt es hier auch Leute, die das ganze noch möglichst weit hinauszögern oder aber Leute, die meine Bedenken zerstreuen können?   Mal zum Stand der Dinge: Welche Komponenten braucht man für die Anbindung an die Telematik? Konnektor: im Prinzip ein spezieller VPN-Router) E-Health-Kartenterminals: für manche alten Kartenterminals gibt es kostenpflichtige Firmwareupdates, z.B. Mobile Kartenterminals Praxisausweis (SMC-B) Anpassung PVS VPN-Zugangsdienst und Internetanschluss Optional: elektronischer Heilberufeausweis (eHBA)
    Bis wann ist die (aktuelle) gesetzliche Pflicht? Im Pflegepersonal-Stärkungsgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft treten soll, steht dass bis zum 30. Juni 2019 keine Honorarkürzungen erfolgen sollen. Ärzte und Psychotherapeuten müssen die notwendigen Komponenten für den Anschluss an die TI allerdings bis spätestens 31. März nächsten Jahres verbindlich bestellen und dies gegenüber ihrer Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen. Können sie das nicht, wird Vertragsärzten das Honorar um ein Prozent gekürzt (siehe § 291 Absatz 2b Satz 14 SGB V). Quelle: https://www.kbv.de/html/telematikinfrastruktur.php
      Leider schwingen diverse Anbieter aber schon seit langem die Angstkeule und wollen damit Ärzte zur Vertragsunterzeichnung bewegen, solange es noch keine Konkurrenz gibt.
    Und die mit der Zeit weniger werdende KV-Förderung trägt ihren Teil dazu bei.
    Ich habe schon mit vielen Ärzten gesprochen, die vor Monaten neue Telematik-Verträge abgeschlossen haben, aber diesen noch nicht verwenden konnten und dementsprechend auch noch keine Förderung erhalten haben.   Wie hoch ist die Förderung aktuell ? Quelle: https://www.kbv.de/html/30719.php   Wieviele Konnektoren sind bisher zugelassen? Laut meinem letzten Stand sind es 4 Konnektoren. Ich werde diese demnächst hier verlinken.   Was passiert nach Ablauf der Frist? das weiss so genau leider keiner.... aber es gibt Widerstand:
    Die Frist wurde bereits von Ende 2018 auf März 2019 verlängert auch dank einer Petition (siehe: Petition 83509).
      Was kann man tun? "Was sollten nun Ärzte angesichts der noch immer drohenden Honorarkürzung tun? Dr. Kriedel rät, die nötigen Geräte zu bestellen. In dem Vertrag sollte unbedingt verankert werden, dass der Finanzierungspreis für das Quartal gilt, in dem erstmals die Stammdaten abgeglichen werden. Entscheidend für die GKV-Erstattung ist nämlich das Quartal des ersten Versichertenstammdatenabgleichs und nicht das Datum des Kaufvertrags oder der Konnektorenlieferung." (Quelle: Medical Tribune  Kein Cent zuzahlung! ) Einen Anwalt fragen oder wenn man schon gezahlt hat klagen:
    https://www.medical-tribune.de/praxis-und-wirtschaft/praxismanagement/artikel/wer-prozessiert-wegen-telematikschaeden/
    Eine Musterklage ist von dem Ärztenetz Medi in Vorbereitung:
    https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/praxis_edv/article/975768/musterklage-medi-laedt-ti-strategietreffen.html   Unbedingt das Kleingedruckte in den Verträge lesen, die man mit dem Anbieter geschlossen hat:
    In den Verträgen, die ich bisher gesehen habe, versuchten die Anbieter jegliche Haftung für Hackerangriffe auszuschließen.   Meine persönlichen Fragen, die mir hier vielleicht jemand beantworten kann? Muss man alle benötigten Komponenten auf einmal bestellen, um die Förderung zu bekommen?
    Oder kann man zum Beispiel erstmal nur das SMC-B-Kartenterminal bestellen und sich erstatten lassen? Ist ohne VSDM - also die Online-Prüfung der Stammdaten - auch kein Einlesen der Gesundheitskarte im PVS (und damit eine Abrechnung) mehr möglich? Welche Nachteile außer der Honorarkürzung hat man sonst noch wenn man offline bleibt? (Arztrbriefe, Medikationsplan sind ja erst noch in Entwicklung) Was passiert wenn ein Konnektor gestohlen wird? Muss man updatefähige Kartenterminal bis 31.12.2018 updaten und gibt es wirklich keine Updates mehr für das ORGA 930 M mehr?
    Laut dieser Anzeige ist das angeblich so: https://www.doccheckshop.de/Angebote/Kartenlesegeraete-OPB1/   Hoffe auf rege Diskussion!
             

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