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Alex2.0

Rezeptvollmacht


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Hallo und guten Abend an alle und da ich 2017 hier noch nicht schrieb, wünsche ich natürlich allen ein schönes, erfolgreiches, neues Jahr! 

Ich habe, schon im vergangenen Jahr, erstmalig eine Rezeptvollmacht von einem Sanitätshaus zugeschickt bekommen, d.h. das Sanitätshaus fordert für Patienten Rezepte an (inzwischen sogar Überweisungen...) und erwartet nun, da eine Vollmacht vorliegt, dass die Rezepte direkt zurück geschickt werden. Die erste Vollmacht kam, nachdem ich mehrfach mit diversen Mitarbeitern diskutiert und mich strikt geweigert habe, Rezepte an andere Leistungserbringer zu versenden.

Gründe hierfür sind das Zuweisungsverbot und inzwischen auch das Antikorruptionsgesetz. Inzwischen liegt mir die 3. Vollmacht vor, versende trotzdem nicht, nur genervt bin ich... Die Antwort der Ärztekammer auf meine Anfrage bzgl. der rechtlichen Lage, beinhaltete keine Hieb-und stichfesten Argumente gegen das Versenden. Man berief sich auch auf Zuweisungsverbot und Antikorruptionsgesetz und "betrachtete die Vorgehensweise des Sanitätshauses als kritisch..." 

Mich nervt am Ende nur die Frechheit, mich damit auch noch unter Druck setzen zu wollen, die Verordnungen doch zu verschicken. Hatte da ein sehr "nettes" Telefongespräch, bei dem förmlich gedroht wurde, dass ich die Rezepte schicken müsse, da die Vollmacht vorliegen würde... Aufgrund dessen hab ich dann auch bei der Ärztekammer angefragt. Ergebnis siehe weiter oben.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen? Wie regelt ihr das? Nehm ich's zu genau? Was aber durch das unter-Druck-setzen noch verstärkt wurde, nach dem Motto "jetzt kriegt ihr erst recht keine Rezepte sondern nur der Patient" :P

Also lasst mich an euren Erfahrungen teilhaben oder gebt Tipps, wie man das am besten händelt.

Liebe Grüsse

Alex

 

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Hallo Alex,

das kam bei uns noch nie vor. Ich würde allerdings Rezepte und Überweisungen nur direkt an den Patienten, oder seine Apotheke verschicken. Bei Drohungen würde ich den Behandlungsvertrag nach einem Gespräch mit dem Patienten als beendet betrachten - soll sich doch jemand anderes rumärgern.

LG

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Filmen Sie das shreddern einer solchen "Rezeptvollmacht" und schicken Sie das move via mail an das Sanitätshaus ... :1_grinning:

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Am 22.1.2017 um 08:18 schrieb Polarlys:

Hallo Alex,

das kam bei uns noch nie vor. Ich würde allerdings Rezepte und Überweisungen nur direkt an den Patienten, oder seine Apotheke verschicken. Bei Drohungen würde ich den Behandlungsvertrag nach einem Gespräch mit dem Patienten als beendet betrachten - soll sich doch jemand anderes rumärgern.

LG

Ich hab eine solche Vollmacht auch noch nie bekommen. Wenn es dem ausdrücklichen (und belegbaren! also Vollmacht kopieren / einscannen) Wunsch des Pat. entspricht, wird sich daraus sicherlich nichts strafrechtlich relevantes ergeben, also keine Angst, diesen Wunsch kann man m.E. erfüllen - wenn man mag. Eine andere Frage ist, ob man ihn erfüllen muss:

Das Ausstellen eines Rezeptes setzt nach diversen EBM- und GOÄ-Kommentaren eine genaue Kenntnis des Arztes über den Gesundheitszustand des Patienten voraus und ist nur in Ausnahmefällen ohne unmittelbare Untersuchung des Arztes statthaft (weil er ihn genau kennt und die letzte Untersuchung nicht all zu lange zurückliegt). Als Arzt ist man daher zweifellos berechtigt (wenn nicht verpflichtet), vor Ausstellen eines Rezeptes eine unmittelbare Inaugenscheinnahme zu verlangen, d.h. auf Wunsch hat der Patient in der Praxis zu erscheinen (oder alternativ der Arzt beim Patient/Hausbesuch, wenn der nicht transportfähig ist). Alles andere ist good-will und keine Pflicht.

Also: wenn's einfacher ist, der Rezeptvollmacht zu folgen, ist das ok und sicher strafrechtlich nicht verfolgbar (es fehlt ja die Vorteilsnahme), aber wer das nicht will, kann sich sicher auch nicht zwingen lassen...

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Am 23.1.2017 um 16:26 schrieb Dr. W. Mildenberger:

...

Zitat

Also: wenn's einfacher ist, der Rezeptvollmacht zu folgen, ist das ok und sicher strafrechtlich nicht verfolgbar (es fehlt ja die Vorteilsnahme), aber wer das nicht will, kann sich sicher auch nicht zwingen lassen...

Ich fürchte, da haben Sie UnrechtHerr Kollege. Sie dürfen noch nicht einmal ein Rezept in die Apotheke im Hause bringen, weil es für den Patienten praktischer ist, wenn ich richtig informiert bin.Und natürlich liegt hier eine prinzipielle Vorteilsnahme vor, die primär die Apotheke betrifft, aber sekundär auch Sie betreffen könnte, wenn sich die Apotheke "erkenntlich" zeigte.

Was lernen wir mal wieder daraus? Logisches Denken und gesunder Menschenverstand helfen im GKV-System niemals weiter.

 

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Kurzes update: Ärztekammer bzw. Krankenkasse sind jetzt der Auffassung, dass die Vorgehensweise des Sanitätshauses, wie vermutet, rechtlich nicht korrekt ist. Das heißt, dass das Sanihaus jetzt erst mal eins auf den Deckel kriegt und wenn es ganz blöd läuft, der Versorgungsvertrag für die Krankenkasse Geschichte ist. Im Allgemeinen will ich ja niemandem was böses, aber wer sich so weit aus dem Fenster lehnt, muss eben damit rechnen, dass er auch mal an den bzw. die falsche gerät. Mein Bedauern hält sich demzufolge in Grenzen :2_grimacing:

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  • Telematikinfrastruktur - anbinden oder abwarten?

    Da ich hier noch kaum Beiträge zur Telematikinfrastruktur gefunden habe und in mir immer mehr Fragezeichen aufploppen, versuche ich hier mal einen Thread aufzumachen in dem ich alles was man so wissen muss aufgelistet wird. Ich tendiere dazu die Telematikinfrastruktur möglichst lange hinauszuzögern, da zum einen die Kostenübernahme immer noch nicht vollständig erfolgt (die KV-Pauschalen sind nur ein Teil, vor allem auf den laufenden Kosten scheint man sitzen zu bleiben) und da zum anderen mein jetztiger PVS-Provider sich trotz neuer DSGVO (oder vielleicht gerade wegen) komplett aus der Verantwortung stiehlt, sollte durch es durch Online-Anbindung zu einer Datenpanne kommen. Bisher bin ich mit meiner kleinen Allgemeinarztpraxis auch offline ganz gut ausgekommen....
    Abgesehen davon dass das Telematik-Thema generell nicht ganz durchdacht ist und Sicherheitsrisiken beinhaltet (siehe https://www.ccc.de/de/elektronische-gesundheitskarte) birgt schon alleine die dafür notige Online-Anbindung meines Praxis-Server Gefahren, die man nicht so ohne weiteres eindämmen kann. Also, vielleicht gibt es hier auch Leute, die das ganze noch möglichst weit hinauszögern oder aber Leute, die meine Bedenken zerstreuen können?   Mal zum Stand der Dinge: Welche Komponenten braucht man für die Anbindung an die Telematik? Konnektor: im Prinzip ein spezieller VPN-Router) E-Health-Kartenterminals: für manche alten Kartenterminals gibt es kostenpflichtige Firmwareupdates, z.B. Mobile Kartenterminals Praxisausweis (SMC-B) Anpassung PVS VPN-Zugangsdienst und Internetanschluss Optional: elektronischer Heilberufeausweis (eHBA)
    Bis wann ist die (aktuelle) gesetzliche Pflicht? Im Pflegepersonal-Stärkungsgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft treten soll, steht dass bis zum 30. Juni 2019 keine Honorarkürzungen erfolgen sollen. Ärzte und Psychotherapeuten müssen die notwendigen Komponenten für den Anschluss an die TI allerdings bis spätestens 31. März nächsten Jahres verbindlich bestellen und dies gegenüber ihrer Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen. Können sie das nicht, wird Vertragsärzten das Honorar um ein Prozent gekürzt (siehe § 291 Absatz 2b Satz 14 SGB V). Quelle: https://www.kbv.de/html/telematikinfrastruktur.php
      Leider schwingen diverse Anbieter aber schon seit langem die Angstkeule und wollen damit Ärzte zur Vertragsunterzeichnung bewegen, solange es noch keine Konkurrenz gibt.
    Und die mit der Zeit weniger werdende KV-Förderung trägt ihren Teil dazu bei.
    Ich habe schon mit vielen Ärzten gesprochen, die vor Monaten neue Telematik-Verträge abgeschlossen haben, aber diesen noch nicht verwenden konnten und dementsprechend auch noch keine Förderung erhalten haben.   Wie hoch ist die Förderung aktuell ? Quelle: https://www.kbv.de/html/30719.php   Wieviele Konnektoren sind bisher zugelassen? Laut meinem letzten Stand sind es 4 Konnektoren. Ich werde diese demnächst hier verlinken.   Was passiert nach Ablauf der Frist? das weiss so genau leider keiner.... aber es gibt Widerstand:
    Die Frist wurde bereits von Ende 2018 auf März 2019 verlängert auch dank einer Petition (siehe: Petition 83509).
      Was kann man tun? "Was sollten nun Ärzte angesichts der noch immer drohenden Honorarkürzung tun? Dr. Kriedel rät, die nötigen Geräte zu bestellen. In dem Vertrag sollte unbedingt verankert werden, dass der Finanzierungspreis für das Quartal gilt, in dem erstmals die Stammdaten abgeglichen werden. Entscheidend für die GKV-Erstattung ist nämlich das Quartal des ersten Versichertenstammdatenabgleichs und nicht das Datum des Kaufvertrags oder der Konnektorenlieferung." (Quelle: Medical Tribune  Kein Cent zuzahlung! ) Einen Anwalt fragen oder wenn man schon gezahlt hat klagen:
    https://www.medical-tribune.de/praxis-und-wirtschaft/praxismanagement/artikel/wer-prozessiert-wegen-telematikschaeden/
    Eine Musterklage ist von dem Ärztenetz Medi in Vorbereitung:
    https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/praxis_edv/article/975768/musterklage-medi-laedt-ti-strategietreffen.html   Unbedingt das Kleingedruckte in den Verträge lesen, die man mit dem Anbieter geschlossen hat:
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