Jump to content

Recommended Posts

Je größer die Arztpraxis, umso wichtiger wird es, regelmäßig Teambesprechungen durchzuführen. Alle nehmen Informationen zur gleichen Zeit auf, die "stille Post" hat ausgedient. Die regelmäßige Teamsitzung gehört aus diesem Grund zum Qualitätsmanagement. Hier kommt dem Vorgesetzten - sei es Chef, Chefin oder Praxismanager - eine besondere Rolle zu. Neben der Organisation der Teamsitzung sollten auch "atmosphärische Störungen" im Vorfeld registriert und vermerkt werden, damit diese bei der nächsten Besprechung angesprochen werden können. Nur, wenn eine Teambesprechung gekonnt durchgeführt wird, kann sie auch zum Erfolg führen.

Je größer die Arztpraxis, umso wichtiger wird es, regelmäßig Teambesprechungen durchzuführen. Alle nehmen Informationen zur gleichen Zeit auf, die "stille Post" hat ausgedient. Die regelmäßige Teamsitzung gehört aus diesem Grund zum Qualitätsmanagement. Hier kommt dem Vorgesetzten - sei es Chef, Chefin oder Praxismanager - eine besondere Rolle zu. Neben der Organisation der Teamsitzung sollten auch "atmosphärische Störungen" im Vorfeld registriert und vermerkt werden, damit diese bei der nächsten Besprechung angesprochen werden können. Nur, wenn eine Teambesprechung gekonnt durchgeführt wird, kann sie auch zum Erfolg führen.

Den ganzen Artikel lesen...

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Herr Dr. Jäger, immer wieder ein Vergnügen, Ihre Beiträge zu lesen.

Wir arbeiten gerade daran, die Praxisbesprechungen bis auf 1-2 x p.a. komplett abzuschaffen (zu teuer insbes. bei großen Praxen, zu ineffektiv, 2 sprechen und der Rest langweilt sich...). Haben derzeit ein paar Pilotpraxen am laufen, die ersten Ergabnisse sind sehr gut ...

Viele Grüße,

Joachim Deuser

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Herr Deuser,

vielen Dank für das Kompliment.

Ich finde es sehr spannend, dass Sie neue Konzepte ausprobieren und nicht immer alles für gegeben hinnehmen.

Das Problem mit den Teambesprechungen haben Sie ja schon beschrieben. Allerdings entwickelt es sich bei uns zu einem Erfolgsmodell, dass z.B. die Praxismanager sich untereinander treffen und wir MFAs zwischen den Standorten austauschen...

Grüße

Ralph Jäger

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Nun, ich bin gerade dabei erstmalig eine Teambesprechung zu implementieren. Bei zwei Praxen (Haupt- und Nebenbetriebsstätte) gibt es immer einiges an Organisatorischem zu klären und Fortbildungen sollten ebenfalls nicht zu kurz kommen. Ich denke, ich werde es mit 1/Monat versuchen, ggf. brauchen wir aber auch häufigere Treffen. Die Idee mit den MFA Treffen finde ich auch sehr gut... Wie genau läuft das ab?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Tobias,

 

wir haben folgendes eingerichtet:

  • für jeden Standort ein/zwei Praxismanager, die sich für diesen (was die Organisation betrifft) verantwortlich fühlen und auch die Entscheidungsfreiräume erhalten
  • eine übergeordnete Praxismanagerin / Führungskraft (Fachwirtin), die zum Beispiel die Kommunikation, Abrechnung und Personal koordiniert, aber auch bei Problemen Ansprechpartner ist.
  • die Praxismanager aller Standorte treffen sich alle paar Monate gemeinsam um Probleme/Lösungen aber auch Neuerungen/Ideen zu besprechen
  • die MFA eines Standortes treffen sich getrennt alle 1-2 Monate um Probleme eines Standortes zu besprechen
  • falls sich eine MFA eingelernt werden muss oder in etwas unsicher ist, kann sie ein paar Tage an einem anderen Standort mitarbeiten

Ab einer gewissen Größe ist es sinnvoll, die Besprechungen so aufzuteilen, dass nicht "Unbeteiligte" ihre Zeit vergeuden müssen.

 

z.B. Fortbildungen:

  • unsere übergeordnete Fachwirtin koordiniert notwendige und/oder gewünschte Fortbildungen der MFA (Ausbildungen zur VERAH, Weiterbildung, EDV-Probleme, Kommunikation ....)
  • eine langjährig erfahrene Ärztin betreut die Weiterbildung und Fallbesprechungen (einmal wöchentlich 1 h) der Ärzte (auch in Weiterbildung) an allen Standorten

 

Abgesehen davon, haben wir die Erfahrung gemacht, dass bei Neueinführung der Teambesprechungen im ersten halben Jahr vieles zu besprechen ist, was möglicherweise jahrelang liegen geblieben ist. Also viele Wünsche, Ärger oder Beschwerden. Das legt sich dann immer mehr, wenn man diese Anliegen ernst nimmt.

 

 

Angefügt habe ich mal unser Organigramm unserer ÜBAG mit 3 Standorten:

 

 

 

 

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Gast ThomasD

Ich finde die Vorgangsweise MFAs auch anderen Standorten einzusetzen, gut. Denn gerade wenn man "über den Tellerrand" hinaussieht, ergeben sich oft andere Blickwinkel. In der Folge können Verbesserungsvorschläge oder neue Meinungen in den Ablauf eingebracht werden. Wie kann das bei kleineren Praxen funktionieren, "frischen Wind" in Praxisvorgänge reinzubringen?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Gast Susanne

Was bisher unerwähnt blieb ist der Beitrag, den Protokolle für eine Meeting haben. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dies ein wesentlicher Beitrag zur Effizienz ist. Am besten ist es, man fertigt das Protokoll so an, dass zu jedem Punkt eventuelle "Arbeitsschritte" angeführt werden mit Nennung der Person, die dafür verantwortlich ist. Damit weiß auch jeder, an wen er sich im Bedarfsfall wenden kann oder muss.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Gast ThomasD

Naja, bezüglich Protokoll kommt es halt auf die Thematik an - ich denke wenn etwa Fortbildungen besprochen werden, ergibt sich das Protokoll ja quasi aus den anschließenden Teilnahmen. Vielleicht wäre in diesem Zusammenhang sinnvoll, einen Weiterbildungsplan für MFAs in den Praxen zu entwickeln ?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Gast Caroline Jager

Gespannt lese ich Ihren Austausch zum Thema Teambesprechung. 

Als Führungskraft im Gesundheitswesen und erfahrene Beraterin im Qualitätsmanagement halte ich die Teamsitzung für ein sehr wichtiges Instrument im interdisziplinären Team.  

Auch mir ist die Problematik bekannt, dass die Mitarbeiter sich wenig einbringen und diese Veranstaltungen als lästig empfinden.

Um die Teilnahme sicherzustellen ist ein fester Rhythmus und Wochentag sinnvoll, aber meine Erfahrung hat mir auch gezeigt, dass man Mitarbeiter oft aktivieren muss. Beispielweise könnte man die Hygienebeauftragte der Praxis bitten etwas zu einem Thema oder einer Fragestellung vorzubereiten oder, wenn eine konkrete Fragestellung im Raum steht, die Medizinischen Fachangestellten motivieren selbst Ideen einzubringen und eventuell ein Projekt ins Leben rufen. Auch bei bei bestimmten Neuanschaffungen sind hier gemeinsame Entscheidungen möglich...

Es ist aber auch eine gute Herangehensweise die Mitarbeiter zu fragen, was sie im Rahmen einer Teambesprechung thematisieren möchten, ob Fortbildungswünsche bestehen, an welcher Stelle sie vielleicht Redebedarf haben etc.. In Praxen mit hohem Stressaufkommen, vielen langzeiterkrankten Patienten oder nach einem Notfall halte ich dies auch für sinnvoll. 

Die Ideen, wie man Teambesprechungen füllen kann, sind vielfältig. Zentral ist aber meiner Meinung, dass ein Raum für den persönlichen Austausch und die Reflektion der eigenen Arbeit geschaffen wird. Daher halte ich sie aus Aspekten des Qualitätsmanagements, zur stetigen Weiterentwicklung und Sicherung der Qualität, für notwendig. Sie sind aber auch als Instrument zur Förderung des Teamgefühls und zur Verbesserung der Atmosphäre durchaus erfolgsversprechend einzusetzen.  

 

Viele Grüße, Caroline Jager 

www.InnovaPrax.de

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Frau Jager,

 

entschuldigen Sie bitte die verspätete Freischaltung des Beitrags.

 

Ich persönlich habe mit den Teambesprechungen noch ein paar Probleme:

  • trotz Vorbereitung und Kommunikation der Themen an alle Mitarbeiter haben sich viele noch nicht wirklich mit diesen vor der Besprechung auseinandergesetzt
  • häufig werden die Besprechungen missbraucht, um Anweisungen von oben herab zu kommunizieren
  • einige Themen betreffen nur einen Teil der Anwesenden (ärztliches Vorgehen bei Behandlungen, Beschriftung von "Urinbechern")
  • die Verwirklichung der erarbeiteten Lösungen ist oft gering, am Schluss hält sich trotz Protokoll nur ein Teil an einen Teil der Vereinbarungen
  • es fehlt immer jemand, bzw. die Terminfindung ist schwierig

Wir experimentieren derzeitig mit einer verbesserten elektronischen Kommunikationsform in Form eines "Facebook"-ähnlichen Intranets:

  • Beteiligte können hier entweder mit Klarnamen oder pseudonymisiert Vorschläge, Beschwerden und Meinungen jederzeitig und genau dann, wenn es einem in den Sinn kommt, abgeben
  • Es kann konstruktiv und dokumentiert an Problemen / Konzepten gemeinsam gearbeitet werden

Nach einer "elektronischen" Diskussions- und Erarbeitungsphase werden dann in gezielten persönlichen Besprechungen mit kleinen Teams die Umsetzung konkretisiert.

 

Was halten Sie davon?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein kostenloses Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren und Vorlagen herunterzuladen.

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen oder Vorlagen herunterladen zu können

Benutzerkonto erstellen

Kostenlos ein neues Benutzerkonto erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden


  • Das könnte Dich auch interessieren

    • Von Selina
      Hallo,
      Leider wurde jahrelang unser QM Handbuch nicht weiter beachtet und wir müssen einiges nacharbeiten.
      Nun geht es darum zu jeder Tätigkeit eine Stellenbeschreibung zu erstellen, allerdings ich als Neuling habe keine Anhaltspunkte wo ich anfangen soll.
      Kann mir jemand eventuell weiterhelfen und mir sagen wo ich eine Vorlage oder auch schon fertige Stellenbeschreibungen finde an der ich mich orientieren kann?
       
      Vielen dank für die Mithilfe und liebe Grüße!
    • Von Kyra1989
      Was soll der Notfallkoffer für die Arztpraxis und ärztlichen Bereitschaftsdienst (Notdienst) enthalten?
      Materialien, Diagnostik, Venenzugang, Beatmung Verbandsmaterial, Arzneimittel
      Inhalt Notfallkoffer
      Materialien
      Diagnostik
      Stethoskop Blutdruckmessgerät Pupillenleuchte Venenzugang
      Venenverweilkanülen unterschiedliche Größe und Fixierpflaster Stauschlauch Beatmung:
      Beatmungsmasken Handbeatmungsbeutel mit Ventilen und Sauerstoffschlauch Guedel-Tuben ,Wendel-Tuben Absaugpumpe Verbandsmaterialien :
      Sterile Pflaster Verbandsschere Weiteres :
      Einmalhandschuhe Desinfektionsspray, Abwurfbehälter für spitze Sachen Sterile Einmalspritzen versch. Größe, Aufziehkanülen Infusionssystem Arzneimittel
      Medikamente
      Ampullen
      Verwendung
      Haltbarkeit
      Adrenalin (Suprarenin)
      1mg /1ml
      Reanimation alle 3 min, bei allergischen Schock auf 100ml verdünnt milimeterweise geben.
      11/15
      Amiodaron
      150mg/3ml
      Reanimation nach dem 3. Schock
      06/16
      Aspirin
      500mg/5ml+(Löser)
      Bei ACS 500mg i.v oder p.o
      10/15
      Atropin (Atropinsulfat)
      0,5mg/1ml
      Bei Bradykardie 1 Amp. i.v
      07/16
      Diazepam
      10mg/2ml
      Bei Krampfanfall 10mg rektal
      02/17
      Furosemid
      20mg/2ml
      Bei Lungenödem 20-60mg i.v
      07/19
      Glucose (G20)
      Untersch. Größen
      Bei Hypoglykämie, titrieren bis Patient aufklart.
      01/16
      Heparin
      25000IE/5ml
      Bei Myokardinfarkt 5000 IE i.v
      03/17
      Kristalloide (z.B Ringer)
      500ml
      Bei Volumenmangel
      09/16
      MCP
      10mg/2ml
      Antiemetikum , 1 Ampulle i.v
      06/19
      NaCl 0,9%
      100ml/50ML Flaschen
      Zum Aufziehen, Verdünnen von Medikamenten
      05/16
      Nitroglyceroltrinitrat (Nitrolingual )
      1 Hub= 0,4mg
      Bei ACS, Lungenödem 2 Hübe s.l
      05/15
      Novaminsulfon
      1g/2ml
      Bei Schmerzen langsam i.v
      08/18
      Prednisolon ( Solu-Decortin)
      250mg/5m( +Löser)
      Bei Asthmaanfall, allergischer Reaktion/Schock 100-250 mg i.v
      06/16
      Ranitidin
      50mg/5ml
      Bei allergischer Reaktion/ Schock 1 Amp. i.v
      06/16
      Salbutamol Spray
      1Hub = 0,1mg
      Bei Asthmaanfall 2-4 Hübe
      09/16
      Tavegil
      2mg /5ml
      Bei allergischer Reaktion /Schock 1 Amp. i.v
      05/17
    • Von teramed
      Für die MFA eine ungeliebte Aufgabe: die telefonische Anmeldung. Warum? Es ist purer Stress.
      Häufig müssen die Medizinischen Fachangestellten nebenbei den Praxisablauf koordinieren und können nicht in einem ungestörten Raum arbeiten.
      Die MFA muss Termindringlichkeiten nach besten Wissen und Gewissen einschätzen und steht im Spannungsfeld des Patienten und der Ärzte.
      Mit wenig Aufwand lassen sich die telefonischen Anfragen strukturieren und die Arbeitsbelastung reduzieren. Die Kommunikation und die telefonische Visitenkarte der Arztpraxis wirkt professioneller.
      Denn 90% der telefonischen Anfragen lassen sich auf 3 Fälle konzentrieren
      Rezept- und Überweisungsbestellungen Laborwertabfragen Terminvereinbarungen Auf den ersten Blick einfach: Rezept- und Überweisungsbestellung
      Die eigentlich sehr einfache Aufgabe einer „Rezept- und Überweisungsbestellung“ glänzt durch Stolperfallen im Alltag:
      Ungenaue Angabe der Medikation und Packungsgröße Abholung oder Versand? Welcher Facharzt und welche Diagnose? Eine klare Anweisung (z.B. im Rahmen des Qualitätsmanagements) strukturiert dieses Vorgehen.
      QM-Arbeitsanweisung Rezeptbestellung
      Wer ruft an? Patientenname und Geburtsdatum abgleichen Welches Rezept wird gewünscht? Namen des Medikamentes wiederholen und so bestätigen lassen Packungsgröße erfragen Erfragen: Zur Abholung oder in die Apotheke? Bestätigen, wann das Rezept abholbereit oder in der Apotheke verfügbar voraussichtlich sein wird. Versichertenkarte im aktuellen Quartal vorliegend? Wichtige Termine (Check-up / Gesundheitsvorsorge, Kontrolltermine, DMP) ausstehend? Download QM-Arbeitsanweisung Rezeptbestellung
      QM-Arbeitsanweisung Überweisungsbestellung
      Wer ruft an? Patientenname und Geburtsdatum abgleichen An welchen Facharzt wird eine Überweisung gewünscht? Facharztbezeichnung rückbestätigen (z.B. Herzspezialist => Kardiologe) Grund der Überweisung erfragen Grund mit medizinischen Daten in der Praxisverwaltungssoftware abgleichen und eventuell „übersetzen“ => („wegen dem Herz“ => Diagnose im PVS nachsehen „Herzinsuffizienz“) Erfragen: Zur Abholung oder versenden? Bestätigen, wann die Überweisung abholbereit sein wird Versichertenkarte im aktuellen Quartal vorliegend? Wichtige Termine (Check-up / Gesundheitsvorsorge, Kontrolltermine, DMP) ausstehend? Download QM-Arbeitsanweisung Überweisungsbestellung
      Etwas schwieriger: Laborwertabfrage
      Schwieriger wird es in der Übermittlung der Laborwerte:
      Sind die Blutergebnisse in Ordnung? Ergibt sich dadurch eine Therapieentscheidung und wann? Vorgehen bei Übermittlung der Laborwerte
      Wer ruft an? Patientenname und Geburtsdatum abgleichen Zuerst im Praxisprogramm nachsehen, warum eine Blutuntersuchung durchgeführt wurde: Routineuntersuchung? (z.B. im Rahmen einer Gesundheitsvorsorge / DMP / Medikamenteneinnahme / Präoperativ) oder Anlassbezogene Untersuchung? (z.B. akute Erkrankung, fieberhafter Infekt) Entscheidung, ob die MFA die Laborwerte im Zusammenhang mit dem Grund der Laboruntersuchung treffen kann oder ob dies ärztlich gesehen werden muss.  Anlassbezogene Untersuchung: Rücksprache mit dem Arzt erforderlich: Info an den Patienten, dass sich hier der Arzt persönlich das Labor zuerst ansehen muss. Info an Patienten, dass die MFA persönlich dem Arzt die Blutwerte vorlegen wird. Falls nötig, wird er sich selbst persönlich melden, oder die MFA wird zurückrufen. Rückfragen, wie man den Patienten am besten telefonisch erreichen kann: evtl. Handy-Nr.? Info an Patienten, dass es evtl. 1-2 Stunden dauern kann, bis ein Rückruf erfolgt. Routineuntersuchung: Laborbogen im Praxisprogramm aufrufen Auffälligkeiten? Für etwas erfahrenere Medizinische Fachangestellte können diese Hinweise eine Interpretation der Laborwerte erleichtern.
      Download QM-Arbeitsanweisung Übermittlung von Labor
      Vorgehen bei Auffälligkeiten im Labor
      1. Vergleichen: Blutparameter mit Voruntersuchungen vergleichen => schon einmal erhöht? War das von einem Arzt gesehen und mit dem Patienten besprochen? Gibt es eine Notiz hierzu in den medizinischen Daten des Praxisprogramms?
      2. Unterscheidung von Laborparametern im Routinelabor: die Interpretation von einzelnen Laborwerten ist etwas für erfahrene Medizinische Fachangestellte und auch nicht für alle Ärzte einfach. Hier lohnt es sich in den meisten Fällen auf das „Vergleichen“ zu besinnen. Anhaltspunkte für einzelne Laborwerte, bei denen ein Arzt informiert werden sollte:
      HB: höher als 14 mg/dl oder niedriger als 11mg/dl Leukozyten: höher als 11/nl oder niedriger als 3,5/nl MCV: kann mit einem Arzt im einem Termin besprochen werden Leberwerte (GOT/GPT) oder y-GT: höher als 80U/l Cholesterin: kann mit einem Arzt in einem geplanten Termin besprochen werden Creatinin: höher als 1,2 mg/dl Glukose: höher als 150 mg/dl (wenn nicht kurz davor gegessen) => evtl. gleich Hba1c-Bestimmung, niedriger als 50mg/dl Kalium / Natrium: immer Arzt informieren TSH: ft3 nachfordern und Arzt informieren (schwierige und sehr individuelle medizinische Interpretation) CRP (eigentlich nie im Routinelabor): höher als 20mg/l Download Checkliste Vorgehen pathologisches Labor
      Königsdisziplin: Terminvereinbarung
      Die Königsdisziplin ist die Terminvereinbarung, sowohl telefonisch als auch an der Anmeldung. In den seltensten Fällen kommunizieren Patienten die notwendigen Informationen so ausführlich und konkret:
      „Mein Name ist xxxx, Vorname yyyyy, geboren am xxx. Ich hätte gerne einen Termin in den nächsten 5 Tagen bei Dr. xxx, wegen meinen Rückenschmerzen. Diese kenne ich schon und ich habe schon Ibuprofen eingenommen. Ich kann am besten vormittags ab 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr.“
      Schön wär’s. Aber dann würden sich elektronische Terminvereinbarungen, z.B. über Webangebote, viel stärker durchsetzen.
      Dringlichkeitsentscheidungen bei Terminvereinbarung
      Aus Sicht der Patienten und deren Angehörige sind, ausser Routineuntersuchungen, alle Termine dringend. Hier spielen oft Ängste und Sorgen eine Rolle, während einige Patienten ihre Beschwerden gleichzeitig verharmlosen.
      Wie kann sich die MFA bei Terminanfragen über die Dringlichkeit orientieren?
      In Notfalleinrichtungen hat sich ein sogenanntes Triage-System als nützlich erwiesen. Hierbei wird mittels standardisierter Untersuchungsmethoden und Fragestellungen eine Priorisierung medizinischer Hilfeleistungen durchgeführt. Einen Überblick gibt es hier: Triage in der Notaufnahme
      Interessanterweise kann es durch die Einführung eines systematischen Triage-System zu verkürzten Wartezeiten kommen. Warum das so ist, kann ich selbst nicht vollständig erklären.
      Die Priorisierung erfolgt anhand der medizinischen Dringlichkeit und setzt voraus, dass der Patient von medizinischem Fachpersonal gesehen und vorab untersucht wird (z.B. Vitalparameter, Einschätzung des Allgemeinzustands).
      Im ambulanten Bereich ist die Priorisierung multimodal
      Im ambulanten Gesundheitswesen müssen neben der medizinischen Dringlichkeit zusätzlich organisatorische, soziale und wirtschaftliche Aspekte betrachtet werden.
      Dies spiegelt sich auch einer anderen (gefühlt „höheren“) Erwartungshaltung der Patienten wieder:
      Medizinisch würde bei unkomplizierten grippalen Infekten, Rückenbeschwerden oder Prellungen ein Arzttermin innerhalb der nächsten Tage ausreichen. Der Patient erwartet in der Regel eine taggleiche (medizinische) Betreuung.
      Kontextfaktoren im ambulanten Gesundheitswesen sind:
      Medizinisch (Notfall? Vermeidung von Krankheitsverschlechterung, unnötige Medikamenteneinnahme, Komplikationen) Organisatorisch (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, Atteste, Anfragen Krankenkassen) Sozial (medizinische und pflegerische Versorgung gewährleistet? Vermeidung eines sozialen Absturzes) Wirtschaftlichkeit (z.B. Vermeidung von Krankenhausaufenthalten, Ärztehopping) Erkennen von medizinischen Notfällen
      Bei konkreten Terminanfragen sollte die Medizinische Fachangestellte medizinische Notfälle erkennen können.
      Man kann sich an Warnsymptome (sog. „Red-Flags“) oder eine Kombination mit erschwerenden Umständen (sog. „Grey-Flags“) orientieren.
      Diese Warnsymptome sind je nach medizinischer und organisatorischer Situation unterschiedlich ausgeprägt und reduzieren sich bei telefonischem Kontakt auf einzelne Schlüsselbegriffe und -fragen.
      Red-Flags
      Folgende Symptome weisen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf lebensbedrohliche Umstände bzw. Folgeschäden hin, v.a. wenn diese plötzlich, innerhalb von Stunden, aufgetreten sind:
       Bewusstlosigkeit
      starke Brustschmerzen/-enge Luftnot in Ruhe Schwankschwindel Einseitige Lähmung Einseitiger Verlust des Sehvermögens Blut- oder Teerstuhl, Bluterbrechen (Hämatemesis). Suizidgedanken Sollte eines dieser Symptome plötzlich, innerhalb von Stunden, aufgetreten sein, so muss sofort der Notarzt gerufen werden.
      Liegen diese Symptome schon länger vor (> 24h), dann sollte dennoch ein Termin am gleichen Tag in der Arztpraxis vereinbart werden.
      Bei diesen Symptomen kann es sich um eine lebensbedrohliche Situation handeln, ein ärztliche Untersuchung ist jedoch zu weiteren Abklärung erforderlich:
      Augenverletzung / rotes Auge Zeichen einer allergischen Reaktion Starke Bauchschmerzen Infekt mit schwerer Beeinträchtigung Fieber > 39,5°C fehlender Stuhlgang über 5 Tage, Kopfschmerzen (stark – „wie noch nie“) Bluthusten (Haemoptoe) Blaufärbung (Zyanose) der Lippen oder einer Extremität akuter Schmerz (Koliken) in der Nieren- und Leistengegend, Harnverhalt, Hämaturie, akute Schmerzen im Hoden (Hodenverfärbung), Verletzung (Wunde, starke Schmerzen) Starke Schmerzen (>5 auf der Schmerzskala von 1-10) Auch ein „komisches Bauchgefühl der MFA“ sollte beachtet werden, da diese die Patienten und ihre Begleitumstände oft sehr genau kennen.
      Auch hier sollte ein Termin frühzeitig, am besten als Notfalltermin zwischendurch, in der Arztpraxis erfolgen.
      Download Checkliste Medizinische Notfälle erkennen: Red-Flags
      Grey-Flags
      Grey-Flags sind Angaben aus der persönlichen Anamnese, Risikofaktoren oder Risikosituationen, die den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen können:
      Alter >65 Jahre (evtl. realistischer > 70LJ) Schwangerschaft Diabetes mellitus (v.a. bei Insulintherapie und/oder HbA1c > 7 mg/dl) Relevantes Trauma in den letzten 14 Tagen Chirurgischer oder medizinischer Eingriff (Operation, Punktion, Infiltration) in den letzten 14 Tagen Schwere chronische Grunderkrankung: Organversagen (z.B. Nieren-, Leberinsuffizienz) Tumorleiden und Tumortherapie Autoimmunerkrankung Herzleiden, chronische Herzinsuffizienz, generalisierte Arteriosklerose Atemwegserkrankung (z.B. chronisch obstruktive Lungenerkrankung/COPD, zystische Fibrose, interstitielle Lungenfibrose) Neurologisches Leiden (z.B. fortgeschrittene Demenz, Multiple Sklerose, Parkinsonerkrankung) Sichelzellerkrankung Chronisches infektiöses Leiden (z.B. Tuberkulose, Hepatitis) Immunsuppression: Z.n. Splenektomie Z.n. Organtransplantation, Stammzelltransplantation Zytostatika, Kortison, Radio-/Chemotherapie HIV-Infektion/AIDS NNR-Insuffizienz Prothesenträger: Gelenksprothese Herzklappen oder Gefäßprothese Alkohol, Drogen oder Medikamentenmissbrauch Hämorrhagische Diathese Reiserückkehrer Incompliance Liegen diese Risikofaktoren vor, sollte auch bei einer scheinbar harmloseren Symptomatik ein frühzeitiger Termin (bestenfalls Taggleich) vereinbart werden.
      Durch die Langzeitbetreuung von Stammpatienten ergibt sich vor allem in der Hausarztpraxis der Vorteil, dass diese im Praxisverwaltungsprogramm dokumentiert und schnell einsehbar sein können und sollten.
      Download Checkliste Medizinische Notfälle erkennen: Grey-Flags
      Die Kurzsprechstunde: Umgang mit Kurz- und dringlichen Terminen
      Bewährt hat sich das tägliche Angebot einer strukturierten offenen Sprechstunde (Kurz- oder Notfallsprechstunde) für Kurztermine oder dringliche Angelegenheiten. Ein paar Regeln sollten beachtet und den Patienten bei der Terminvereinbarung kommuniziert werden:
      es muss mit Wartezeiten gerechnet werden es kann nur das akute Anliegen betrachtet werden die Behandlungsdauer beläuft sich zumeist auf ca. 5 Minuten weitere Untersuchungen müssen auf einen Regeltermin vertagt werden Patientenzentrierte Dringlichkeitsentscheidung
      Eine praktische Lösung in der Terminvergabe ist die patientenzentrierten Dringlichkeitsentscheidung . Hierbei wird der Patient strukturiert in die Entscheidung mit einbezogen.
      Nach einer namentlichen Vorstellung der MFA und Eingangsfrage („Was kann ich für Sie tun?“) wird festgestellt, dass sich das Gespräch um einen Terminwunsch handelt.
      Mit Hilfe einer geschlossenen Frage unterscheidet die MFA, ob es sich um ein dringliches Anliegen oder einen regulären Termin handelt:
      „Haben Sie ein dringliches Anliegen oder möchten Sie einen regu ären Termin vereinbaren? “
      Im weiteren Gespräch können die folgenden Situationen unterschieden werden:
      Akut erkrankt (innerhalb der letzten 3 Tagen oder Verschlimmerung einer vorbestehenden Erkrankung) Abfrage der Beschwerden („an welchen Beschwerden leiden Sie?“) Bei Schmerzen: Abfrage der Intensität anhand der Schmerzskala (1-10) Abfrage der Dauer der Beschwerdesymptomatik (plötzlich (letzte Stunden), seit 2-3 Tagen, schon länger (Wochen) Wiederkehrende Erkrankung? „Was glauben Sie selbst zu haben? (am Herz? Infekt? Notwendigkeit der AU?) Red-Flag innerhalb von Stunden? => Notarzt / DRK benachrichtigen Termin in der offenen Kurzsprechstunde am gleichen Tag anbieten Bei Hausbesuchsanforderung: Checkliste Hausbesuchsanforderung verwenden Subakut / l ängere Erkrankung Abfrage der Beschwerden („an welchen Beschwerden leiden Sie?“) Bei Schmerzen: Abfrage der Intensität: Schmerzskala Abfrage der Dauer der Beschwerdesymptomatik (plötzlich (letzte Stunden), seit 2-3 Tagen, schon länger (Wochen) „Was glauben Sie selbst zu haben? (am Herz, Infekt?) Wiederkehrende Erkrankung / Symptomatik (chronisch rezidivierend)? Grey-Flags? => Termin in der offenen Kurzsprechstunde am gleichen Tag oder innerhalb von 2 Tagen in der Regelsprechstunde anbieten Abfrage, bei welchem Arzt? Termin beim Wunscharzt anbieten, gegebenenfalls fr üheren Alternativtermin gleich vorschlagen Dringliches Anliegen (sozial, organisatorisch) Termin in der offenen Kurzsprechstunde am gleichen Tag anbieten (Regeln kommunizieren) Regulärer Termin: Routineuntersuchungen Gesundheitsvorsorge: Checkliste GU verwenden Präoperativ: Checkliste Präoperativ verwenden DMP-Kontrolltermine: Checkliste DMP verwenden Download der QM-Checkliste: Patientenzentrierte Terminvereinbarung
      @ckoeber hat uns dankenswerterweise ein übersichtliches Ablaufschema für die Telefontriage in der Hausarztpraxis zu Verfügung gestellt:
      Hilfreich ist die übersichtliche Struktur, anhand eine Medizinische Fachangestellte medizinische Notfälle und die Dringlichkeit von Terminen einschätzen kann.
      Ihr könnt gerne Diskussionen und Fragen in das Forum stellen, wenn etwas unklar sein oder ihr Verbesserungsvorschläge haben solltet.
      Eure Meinung und Erfahrungen sind gefragt:
      Wie entscheidet Ihr die Dringlichkeit von Terminen in eurer Arztpraxis?
    • Von teramed
      Wie entscheidet Ihr die Dringlichkeit von Terminen in eurer Arztpraxis?
      Gibt es hierzu "Regeln" oder "Richtlinien", an die sich die Medizinischen Fachangestellten halten können?
      Und wie reagieren die Patienten darauf?
       
       
    • Von ckoeber
      QM-Ablaufschema für die Telefontriage in der Hausarztpraxis.
      Durch die übersichtliche Gestaltung kann eine Medizinische Fachangestellte die Dringlichkeit von Terminen und medizinische Notfälle schnell einschätzen.
      Weitere Informationen zur telefonischen Anmeldung:
       
       
×