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Hallo,

die geriatrischen EBM-Ziffern werden außerhalb des Regelleistungsvolumens vergütet. Du kannst diese folgendermaßen abrechnen:

Hausärztlich-geriatrisches Basisassessment: EBM 03360 (12,36€)

Ab vollendetem 70. Lebensjahr (ICD R54G) oder bei Demenz, Alzheimer, Parkinson ohne Alterseinschränkung (ICD-Code). Jeweils gesicherte ICD-Kodierung notwendig, z.B. F00.-G bis F02.-G, G30.-G, G20.1-G und G20.2-G

Nur zweimal im Jahr abrechenbar.

Hausärztlich-geriatrischer Betreuungskomplex: EBM 03362 (16,11€)

Muss vom Arzt angesetzt werden! Gesicherte ICD-Kodierung notwendig

Voraussetzung ist das Vorliegen des hausärztlich-geriatrischen Basisassessment, nicht länger als 4 Quartale zurückliegend.

Grüße

Ralph

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Für die Geriatrie-GOPs genügt übrigens schon >70 UND Pflegestufe oder aber >70 und "Pflegeprobleme" wie Inkontinenzen, Dysphagie, Mobilitätsstörungen, Fallneigung, Altersschwindel, Sarkopenie, ... Also ein tiefer Griff in die passenden R-Diagnosen tut's auch...

Das Ergebnis sollte man dann ebenfalls kodieren (U50.xy / U51.xy)

Zumindest die KV-Brandenburg streicht das Assessment aber wieder raus, wenn der Pat. zu gut wegkommt, d.h. bei Barthel 100 hat man umsonst ge-assess-t. Aber Harninkontinenz soll ja ein häufiges Problem sein, und beim Rückenwaschen brauchen die meisten etwas Hilfe... ;-)

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Hallo Herr Mildenberger,

vielen Dank für diese Tipps :)

vor einer Stunde schrieb Dr. W. Mildenberger:

Zumindest die KV-Brandenburg streicht das Assessment aber wieder raus, wenn der Pat. zu gut wegkommt, d.h. bei Barthel 100 hat man umsonst ge-assess-t. Aber Harninkontinenz soll ja ein häufiges Problem sein, und beim Rückenwaschen brauchen die meisten etwas Hilfe... ;-)

Hat die KV-Brandenburg Zugriff auf das Ergebniss des Assessments oder stellt diese nur ein Annäherungsergebnis aufgrund der Diagnosen zusammen? Ich habe das Gefühl, dass die einen enormen manuellen Aufwand betreiben, um Ziffern wieder zu streichen :(

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Zugriff auf das Assessment hat sie nicht, aber offenbar fliegt die Ziffer (leicht mal) raus, wenn man die Diagnose U50.00 kodiert ist (=Barthel 100). Ich kenne das ehrlich gesagt nur vom Hörensagen, ich mache das Assessment nur bei Pat., die offensichtlich nicht nur alt, sondern wirklich geriatrisch sind und sich einen tieferen Barthel verdient haben. Mir sind die Pat. zuletzt gestrichen worden, weil ich mir bei der 03362 nicht die Mühe gemacht hatte, die Diagnosen aus dem Vorquartal zu wiederholen -- passiert mir aber nicht nochmal.

Die Euro-Beträge, die da stehen, klingen leider zu schön: Zumindest in Brandenburg werden die geriatrischen Ziffern zwar extrabudgetär, aber in einem eigenen Budget bezahlt - und nur zu einem sehr viel geringeren Prozentsatz ausbezahlt. In den Jahren 2014 und 2015 waren es ca. 30-38%, in Q I/2016 immerhin knapp über 50%; d.h. die 03360 ist jetzt etwa 6,-, die 03362 etwa 8,- wert. Eindeutig besser als gar nix, aber nicht wirklich angemessen....

Die 03362 ist übrigens auch erst beim zweiten Arzt-Arzt-Kontakt abrechnungsfähig. Das ist eine äußert ärgerliche Einschränkung, denn gerade die wenig mobilen geriatrischen Pat., die durch (einmaligen) Hausbesuch und im übrigen durch NäPa-Besuche adäquat versorgt wären, benötigen einen zweiten ärztlichenHB, nur um die geriatrische Ziffer abrechnen zu können...

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vor 1 Stunde schrieb Dr. W. Mildenberger:

Zugriff auf das Assessment hat sie nicht, aber offenbar fliegt die Ziffer (leicht mal) raus, wenn man die Diagnose U50.00 kodiert ist (=Barthel 100)

Das ist ja interessant, die Diagnose U50.00 kannte ich bisher nicht.

Ich habe das Gefühl, dass die Kassenabrechnung ein Katz-und-Maus-Spiel ist: man versucht so viele EBM-Ziffern wie möglich abzurechnen und die Kassenärztlichen Vereinigungen versuchen so viele wie möglich zu streichen.

Inzwischen entscheidet mit, ob das Praxisprogramm bei der Abrechnung genügend Vorschläge macht...

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Der Barthel-Index mappt auf die Diagnosen U50.x0.

Der MMST mappt auf die Diagnosen U51.x2. Die anderen Assessments sind m.E. entweder zu sperrig in der Anwendung oder lassen sich nicht gut genug kodieren.

Uhrentest dient mir zu Orientierung, ob sich ein MMSt "lohnt", lässt sich leider nicht kodieren.

Timed-Up-And-Go-Test gehört zum GBA mit dazu und ist rasch durchgeführt, auch wenn er sich nicht kodieren lässt.

 

Insgesamt ist das Assessment mit überschaubarem Aufwand durchführtbar, der Kode 03362 beim zweiten Arzt-Patienten-Kontakt (habe mich oben verschrieben, aber das hat wohl jeder gemerkt ;-) ) rasch eingegeben. Was wirklich Mühe und Arbeit macht ist das, wofür der Kode eigentlich mal geschaffen wurde: die Koordinierung der geriatrischen Versorgung (HKP, tausenderlei Rezepte, Absprachen mit Hinz und Kunz, Zeit nehmen...) - und dafür ist der Kode m.E. zu schlecht bewertet, auch wenn man ihn natürlich nur als Ergänzung zu 03220/03221 und ja meist der 03005 sehen muss.

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vor 10 Stunden schrieb Arzthelferin:

also kann ich die 03360 jedes Quartal(z.B.Uhrentest) und die 03362 jedes zweite Quartal(Bartel+time up) verwenden?

Die 03360 ist das Assessment, also z.B. Barthel + time up - dies geht 2x pro Jahr, also quasi jedes zweite Quartal. Dafür aber schon beim ersten Arzt-Patienten-Kontakt (also zusammen mit 03220).

Die 03362 ist die geriatrische (Langzeit-)Betreuung, die setzt nur voraus, dass im aktuellen oder den drei vorherigen Quartalen mal ein Assement gemacht worden ist (gelten auch Fremd-Befunde, z.B. aus dem Krankenhaus) und ist jedes Quartal abrechenbar. Aber erst mit einem zweiten Arzt-Patienten-Kontakt, also sinnvollerweise mit der 03221 zusammen.

Natürlich müssen bei beiden Ziffern die entsprechenden Voraussetzungen (Alter und/oder Diagnosen und/oder Behinderungen) erfüllt sein.

(P.S.: der BMP-Zuschlag 03222 entfällt leider bei 03362).

Jetzt alles klar?

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