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  1. Zumindest nach zwei Dritteln der Weiterbildung zum Facharzt, oder wenn man schon Facharzt ist, stellen sich folgende Fragen: Wie geht es weiter? Werde ich in der jetzigen Klinik „Karriere“ machen? Suche ich mir eine Stelle als Ärztin/Arzt in einer anderen Klinik, in der es möglicherweise besser ist? Kann ich Familie und Beruf als angestellte/r Ärztin/Arzt überhaupt vereinbaren? Es macht Angst, den vermeintlich sicheren Arbeitsplatz als angestellter Arzt in der Klinik in Frage zu stellen. Also warum sollte man sich verändern? Die Unzufriedenheit unter den Ärzten in vielen Kliniken ist unübersehbar. Dabei müssen nicht alle der folgenden Probleme auftreten, es reichen schon einzelne: Nachteile einer Stelle als Arzt in der Klinik Stress durch hohe Arbeitsbelastung und Arbeitsverdichtung Angespanntes Arbeitsklima Häufige, anstrengende Dienste Ständige Erreichbarkeit mit Unterbrechungen der eigentlichen Arbeit Keine erholsamen Pausen, nicht einmal während des Essens Wenig Einfluss auf die eigenen Arbeitszeiten Schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Schichtdienst, (ungeplante) Überstunden Falsche Versprechungen: Weiterbildung, Karriere, Gehalt Organisatorische Unzulänglichkeiten außerhalb des eigenen Einflussbereichs Ober sticht Unter: eigene Meinungen und Vorschläge werden nicht geschätzt und gehen unter Demgegenüber sind aber auch die Vorteile in der Klinik nicht von der Hand zu weisen: Vorteile einer Stelle als Arzt in der Klinik Bei Unsicherheiten theoretisch immer erreichbare übergeordnete Instanz: Oberarzt, Chefarzt, Intensivstation Zeitgemäße technische Möglichkeiten Interessante Patientenfälle Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten Einzelne stehen weniger im Vordergrund, Fehler im Auftreten machen sich nicht gleich bemerkbar Bei Krankheit: Übernahme der Patientenversorgung in einem großen Ärzteteam von anderen Definiertes Gehalt durch Tarifverträge für angestellte Ärzte Immer mehr Ärzte, die Familie und Beruf vereinbaren möchten, bewerben sich hoffnungsvoll bei Rehabilitationskliniken. Dort soll die Arbeitsbelastung deutlich geringer sein, eine Karriere wird hier gewissermaßen für die Familie aufgegeben. Allerdings gibt es zunehmend auch einen anderen Weg: Stelle als Arzt in der ambulanten Praxis oder MVZ Viele Ärzte können sich eine Stelle in der ambulanten Medizin gar nicht vorstellen. Es kursieren die unterschiedlichsten Informationen, Gerüchte und Vorurteile. Viele kennen die ambulante Medizin nur vom „Hörensagen“. Hier werden wir einige Aspekte der Arbeit als angestellte/r Ärztin/Arzt in Klinik und Praxis gegenüberstellen, damit Du Dir eine eigene Meinung bilden kannst: Arbeitsklima Das Arbeitsklima in der Klinik ändert sich laufend. Das Arbeitsklima in der Klinik ist häufig nicht sehr stabil: es ist geprägt von häufigem Personalwechsel. Zudem kann in der Klinik der Chefarzt noch so nett und organisiert sein, nur ein (!) unangenehmer Oberarzt oder Kollege kann das Arbeitsklima und damit die Arbeitszufriedenheit zerstören. Häufig wird im Krankenhaus ein solcher „Störenfried“ eher mitgezogen, statt dass man ihn zur Rede stellt. Das ambulante Arbeitsklima ist sehr stark von der Persönlichkeit des Chefs und dem Team geprägt. Zunächst einmal arbeitet man in der ambulanten Praxis in einem kleineren Arbeitsumfeld: das Verhältnis zu den anderen Kollegen, den medizinischen Fachangestellten (MFA - entsprechend den Krankenschwestern in der Klinik) sowie zum Chef wird direkter. Das kann sowohl von Vor- als auch von Nachteil sein, je nach Persönlichkeit des Chefs. Damit Du bereits im Vorfeld erfährst, was Du vom Arbeitsklima zu erwarten hast, solltest Du in einem direkten Gespräch vor allem den Praxisinhaber oder Leiter des MVZs persönlich kennenlernen. Dessen Umgangsformen und Grundstimmung sind entscheidend. Das Arzt-Patienten-Verhältnis In der Klinik gibt es oft kein Arzt-Patienten-Verhältnis. Im Krankenhaus wird aufgrund der kurzen Verweildauer der Patienten nur selten überhaupt eine Arzt-Patienten-Beziehung aufgebaut. Das hat den Vorteil, dass man nicht zu jedem Patienten und deren Angehörigen freundlich sein muss, und sich stattdessen auf die Ausführung der medizinischen Leistungen konzentrieren darf. Soziale Nebenaspekte, wie die häusliche Versorgung, Gedächtnisstörungen oder Ängste der Patienten, werden im Krankenhaus häufig weniger berücksichtigt. Das ambulante Arzt-Patienten-Verhältnis ist intensiver. In der Arztpraxis oder einem MVZ ist man als ambulant tätiger Arzt direkter Ansprechpartner für die medizinischen Probleme der Patienten und betreut diese oft langjährig. Es entsteht zwangsläufig eine intensive Arzt-Patienten-Beziehung. Doch keine Angst: Nicht jeder Patient muss zwangsläufig mit Dir zurecht kommen, und Du nicht mit jedem Patienten. Durch die Arzt-Wahlfreiheit der Patienten baut man sich einen eigenen Patientenstamm auf, der zu einem passt. Man muss sich also nicht verbiegen und darf z.B. klar zum Ausdruck bringen, wenn man sich angegriffen fühlt oder die Angehörigen eine zu hohe Erwartungshaltung haben. Wie in jedem anderen Dienstleistungsgewerbe auch müssen dennoch die Umgangsformen adäquat und höflich sein. Die Verantwortung in Praxis und MVZ nimmt im Vergleich zur Klinik zu, für das Tun und Nicht-Tun, sowohl medizinisch als auch in der Kommunikation. Die Patienten sehen die Ärzte nicht mehr nur als „ausführendes Organ der Klinik“ an, vielmehr ist eine Expertenmeinung und medizinische Beratung gefragt. Im Alltag macht sich diese Anerkennung durch die Patienten für die Ärzte aber auch in einer erhöhten Arbeitszufriedenheit bemerkbar. Arbeitsweise In der Klinik: In der Regel Arbeit nach Anweisung und Vorschrift. Die Entscheidungsmöglichkeiten und die Freiheit zu selbständigem Denken sind direkt mit der Station auf der Karriereleiter verknüpft. Ein bekanntes Sprichwort lautet „Ober sticht Unter“, und das wird auch vielfältig praktiziert. Vorteilhaft an dieser Struktur ist immerhin, dass man bei Unsicherheit jederzeit jemanden anrufen beziehungsweise darauf bauen kann, dass der Ober- oder Chefarzt ja mit ein Auge auf die Patientenbehandlung wirft. In der Arztpraxis: Selbständiges Denken und Entscheiden von Anfang an. Ambulant ist die Arbeit von der Patientenorientierung geprägt anstelle eines „medizinischen Falles“. Die Patienten bauen eine Arzt-Patienten-Beziehung zu „ihrem“ Arzt auf und nicht zum Praxisinhaber oder Leiter eines MVZ. Hierfür müssen Ärzte (wieder) selbständig denken und auch entscheiden lernen. Die Möglichkeit besteht zwar auch hier, einen Kollegen, anderen Facharzt oder den Chef um Rat zu fragen - die Patienten möchten jedoch bei gesunder Arzt-Patienten-Beziehung eher die persönliche Meinung des „eigenen“ Arztes wissen. Die eigene Arbeitszufriedenheit steigt also, man darf „Arzt sein“. Allerdings ist gerade dies oft ungewohnt und geht mit einer gewissen Unsicherheit einher. Das legt sich aber in der Regel nach einigen Monaten in der Position als angestellter Arzt in der ambulanten Praxis oder MVZ. Nicht zu vergessen ist auch ein anderer großer Unterschied zur Klinik: Man darf mal auch etwas „sein lassen“ oder „nicht tun“. Gemeinsam mit den Patienten darf man entscheiden, ob eine medizinische Untersuchung oder Behandlung sinnvoll ist oder nicht. Gehalt als angestellter Arzt Krankenhaus: Tarifverträge herrschen vor. Das Gehalt wird fast immer durch Tarifverträge vorgegeben. Das ist planbar und eine entsprechende Ausbildung oder Berufserfahrung wird honoriert. Auch eine regelmäßige Anpassung wird in der Regel durch die Gewerkschaften durchgesetzt. Variabel: Das Gehalt als ambulant angestellter Arzt. Es existieren keine Tarifverträge für angestellte Ärzte in der Arztpraxis oder MVZ. Dadurch ist bei den noch nicht ambulant tätigen Ärzten die Verunsicherung bezüglich der Verdienstmöglichkeiten groß. Einige Arztpraxen und MVZ orientieren sich an den Tarifverträgen der kommunalen Krankenhäuser, kommunizieren dies aber aus Sorge vor überhöhten Gehaltsforderungen nicht. Als eigenständig arbeitender Arzt in der Arztpraxis oder im MVZ musst Du jedoch den Vergleich nicht scheuen und darfst die Verdienstmöglichkeiten als Arzt im Krankenhaus zum Vergleich heranziehen und kommunizieren. Ein entscheidender Unterschied ergibt sich im Bereich der Dienste: Im Krankenhaus musst Du Dienste übernehmen und bekommst einen definierten Stundensatz. In der Arztpraxis sind die Dienste meistens freiwillig und deutlich besser bezahlt. Bei einem Stellenangebot als Arzt in der Klinik wird die Vergütung durch Dienste automatisch mit einbezogen. In der Arztpraxis hast Du die Möglichkeit, freiwillig sogenannte kassenärztliche Dienste zu übernehmen. Diese Verdienstmöglichkeit muss man zum Brutto-Grundgehalt hinzurechnen und kann dann erst mit dem Brutto-Gehalt der Klinik vergleichen. Die Vergütung dieser ambulanten KV-Dienste ist je nach Bundesland pauschalisiert und deutlich besser bezahlt als Dienste in der Klinik. Zudem ist die Arbeitsbelastung in einem solchen Dienst in der Regel gering, Rufbereitschaften können außerdem auch von zu Hause durchgeführt werden. Verantwortung gegenüber dem Patienten Klinik: Medizinische Verantwortung gegenüber dem Patienten. In der Klinik werden hauptsächlich klar definierte medizinische Probleme gelöst, zum Beispiel die Pneumonie antibiotisch behandelt oder das Rektumkarzinom operativ entfernt. Kann dies nicht in der jeweiligen Einrichtung erfolgen, wird der Patient an eine andere Einrichtung verwiesen oder dorthin verlegt. Ambulant: Ganzheitliche Verantwortung gegenüber dem Patienten. In der Arztpraxis wird von Dir erwartet, dass Du den Patienten als Ganzes wahrnimmst und begleitest. Dabei spielt die Fachrichtung nur eine untergeordnete Rolle - sogar in der Dermatologie erwarten Patienten mehr als nur das Verschreiben einer Salbe nach einem kurzen Blick auf das Ekzem. Konkret muss man sich selbst überlegen und erfragen, welche Lebensbereiche eine Erkrankung berührt und verändert und wie man hier helfen oder aufklären kann. Zeit für Patienten Klinik: Wenig Zeit für den einzelnen Patienten. Klassischerweise erlebt der Patient den aufnehmenden oder präoperativ untersuchenden Arzt gestresst und hektisch, je nach Tageszeit auch übermüdet oder misslaunig. Auf der Station sehen die Patienten Ärzte „kurz und knackig“ während der Visite, in der Regel in einem Zwei- oder Mehrbettzimmer, mal mit Chef- oder Oberarzt, mal ohne. Ambulant: Intensivere Zeit für den Patienten. Ambulant freuen sich Patienten und Angehörige über einen Arzt, der jetzt sich in diesem Augenblick nur um sie kümmert. Die Diskretion ist durch einen eigenen Behandlungs- bzw. Untersuchungsraum gewahrt. In aller Regel ist der Arzt ausgeschlafen und konzentriert und wirkt nicht gehetzt. Die Gesprächszeit sehr subjektiv geprägt: Obwohl es in oft auch nur 10 bis 20 Minuten sind, die ein solches Gespräch dauert, haben Patienten das Gefühl, das sich jemand Zeit genommen hat. Räumlichkeiten Klinik: Teilweise Investitionsstau, aber geplant für die medizinische Versorgung. Vor allem Immobilien neueren Datums erscheinen freundlich, hell und sind auf die Belange der medizinischen Versorgung ausgerichtet. Doch auch hier herrscht allzu oft ein Investitionsstau, so dass man noch 3- und 4-Bett-Zimmer mit Gemeinschafts-WC und -Dusche vorfindet. Die Immobilie wurde allerdings für die medizinische Versorgung in einem Krankenhaus geplant und an den Arbeitsabläufen ausgerichtet. Es existieren oft ausreichend Personal- und Umkleideräume sowie getrennte Funktionsbereiche. Arztpraxis: teils alt und unpraktisch, Veränderung unausweichlich Die Zeiten, in denen die ambulante medizinische Versorgung in alten renovierungsbedürftigen Wohnungsimmobilien erfolgte, sind glücklicherweise größtenteils vorbei. Es entstehend zunehmend Ärztehäuser mit hellen, offenen Räumen, die an die Arbeitsabläufe der Arztpraxis bzw. des MVZ angepasst sind. In diesem Zuge werden auch adäquate Personalräume und Rückzugsmöglichkeiten eingeplant. Dieser Prozess wird beschleunigt, da eine Immobilie für eine Arztpraxis oder MVZ deutlich günstiger gebaut werden kann als ein Neubau eines Krankenhauses die Entscheidungsträger für einen solchen Neubau auf einzelne Personen begrenzt ist und nicht politisch durchdiskutiert werden müssen. Karriere als angestellter Arzt Medizinische Karriere in der Klinik. In einer mittleren bis großen Klinik hofft man auf vielfältige Karrieremöglichkeiten: vom Assistenzarzt zum Facharzt, später auf die Oberarztstelle und so weiter. Das kann funktionieren - allerdings wird viel versprochen und wenig gehalten. Zum Beispiel ist die Oberarztstelle sehr häufig nur eine „Funktionsoberarztstelle“, die nicht adäquat vergütet wird, aber mit der entsprechenden Verantwortung und Arbeit einhergeht. Schafft man es bis zu einer gewissen Position, dann hat man in der Regel schon alle politischen Spiele mitgemacht und viel Zeit und Aufwand investiert. Vor allem Freizeit und Familie haben bis dahin häufig schon gelitten. Karriere als ambulanter Arzt: Keine Einbahnstraße. Die Anstellung als Arzt in einem medizinischen Versorgungszentrum (MZV) oder einer Arztpraxis muss nicht die Einbahnstraße oder das Abstellgleis für die medizinische Karriere bedeuten. In der ambulanten Tätigkeit sammelt man sehr wertvolle Erfahrungen, die man in der Klinik nicht gewinnt. Chefärzte erkennen diesen Wert sehr schnell. Ambulante Versorgung ist auf dem Vormarsch: Man kann auch hier Karriere machen, Fertigkeiten weiterentwickeln und einen eigenen Praxisstandort führen. Wenn man bereit ist, kann man sich später mit vielen nützlichen Erfahrungen im Gepäck selbständig machen. Arbeitsatmosphäre Arbeitsklima in der Klinik: Durchwachsen. Die Arbeitsatmosphäre in den Kliniken ist von Klinik zu Klinik unterschiedlich, aber generell oft von Stress und Zeitdruck und der daraus resultierenden Unfreundlichkeit geprägt. Das wird von angestellten Ärzten als normal empfunden: Man kann sich gar nicht mehr vorstellen, dass es auch anders gehen soll. Arbeitsatmosphäre in der ambulanten Medizin: Lockerer und partnerschaftlich. In der ambulanten Praxis und im MVZ ist die Stimmung meist lockerer, man arbeitet Hand in Hand, anders ist es gar nicht möglich. Man ist täglich aufeinander angewiesen. Die Atmosphäre ist nicht durch ständiges Nörgeln, Jammern oder Wutausbrüche von Chef- und Oberärzten oder von Patienten und Angehörigen geprägt. Medizinische Fort- und Weiterbildung Weiterbildung als angestellter Arzt in der Klinik durch interne Rotation. Eine strukturierte Weiter- und Fortbildung ist für jeden Arzt entscheidend. In der Klinik erhält man diese Weiterbildung intern. Es soll idealerweise die Möglichkeit zur Rotation in verschiedene Abteilungen gewährleistet werden. Leider funktioniert das nicht immer reibungslos, viele Versprechen bleiben unerfüllt. Die Qualität der Weiter- und Fortbildung hängt zudem auch von den entsprechenden Abteilungen und Personen ab. Fort- und Weiterbildung in der Arztpraxis und MVZ durch Kurse und Workshops. In der ambulanten Arztpraxis und im MVZ besteht diese Möglichkeit der internen Rotation nur eingeschränkt. Da dies den Verantwortlichen bewusst ist, geht man hier einen anderen Weg: Die spezielle Fort- und Weiterbildung findet durch qualitativ hochwertige, oft mehrtägige, Kurse und Veranstaltungen statt. In diesen kann man sich gezielt auf die Fortbildungsinhalte konzentrieren und ist von der Arbeit freigestellt. Die Kosten übernimmt in der Regel der Arbeitgeber. Weiterhin bieten einige Arztpraxen und MVZs Hospitationen bei Fachärzten aus der näheren Umgebung an. Hier findet ein direkter und kollegialer Austausch statt, deren Wert nicht zu unterschätzen ist. Persönliche Anforderungen als angestellter Arzt Persönliche Anforderungen in der Klinik. Auch wenn es gerne gesehen wird, ist es doch im Krankenhaus nicht entscheidend, dass der Arzt gepflegt und höflich auftritt. Da die Arbeit vor allem nach Anweisung erfolgt, muss man sich nicht über das eigene Zeitmanagement kümmern. Erhöhte persönliche Anforderungen in der ambulanten Medizin. Durch das persönliche Arzt-Patienten-Verhältnis ist die Kommunikation und das Auftreten in der Arztpraxis und im MVZ sehr wichtig und hat wesentlichen Einfluss auf einen reibungslosen Arbeitsalltag. Der Bedarf an Selbstmanagements ist sehr hoch, da die Arbeitsaufgaben oftmals frei eingeteilt werden können. „Verplappert“ man sich mit einem Patienten, muss man das im nächsten Termin büßen. Möchte man die Karriereleiter emporklettern, sind in der ambulanten Medizin die Anforderungen an Führungsqualitäten höher. Im Unterschied zur Klinik ist das hier ein Muss, in der Klinik ein Möchte-Haben. Der Arbeitsplatz als Arzt Klinik: Der Arbeitsplatz wird vorgegeben. In der Klinik bekommt man einen Arbeitsplatz zugewiesen, Organisation und Struktur werden vorgegeben. Veränderungen und Vorschläge sind oft schwierig durchzusetzen, auch wenn die Schwächen und Mängel noch so offensichtlich sind. Ambulant: Den eigenen Arbeitsplatz mitgestalten. In der ambulanten Medizin besteht ein grundlegender Unterschied: Es wird beständig daran gearbeitet die Organisation und den Arbeitsplatz zu verbessern. Verbesserungsvorschläge und konstruktive Kritik aller Mitarbeiter, medizinischen Fachangestellten und angestellten Ärzte sind willkommen. Und: Aufgrund der flachen Hierarchien werden diese auch deutlich schneller umgesetzt als in einer Klinik. Pausen und Ruhezeiten als angestellter Arzt Klinik: keine Pausen. In der Klinik arbeitet man als angestellter Arzt oft von Arbeitsbeginn bis Ende im Akkord durch: die Mittagspause ist mit 30 Minuten vorgeschrieben, man wird aber häufig durch einen „Pieper“ oder ein tragbares Telefon gestört. Die Überlastung der einzelnen Mitarbeiter wird dabei oft von der Klinikleitung gar nicht wahrgenommen. Ambulant: geplante Puffer- und Pausenzeiten, die eingehalten werden. In der Arztpraxis und im MVZ kannst Du Deine Puffer- und Pausenzeiten selber einplanen. Eine gut organisierte Terminsprechstunde ermöglicht es Dir, diese auch zu nutzen: Für eine kurze Pause und ein Auftanken, um sich wieder auf neue Patienten konzentrieren zu können. Die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter wird von der Praxisführung eher wahrgenommen als in der Klinik, denn die Ressource „Arzt“ ist ambulant nicht so leicht ersetzbar. Fazit: als Arzt in der Klinik oder ambulant angestellt Ob man als Arzt in der Klinik oder ambulant angestellt sein möchte, ist von den persönlichen Vorlieben und Eigenschaften abhängig. Während das Gehalt als Arzt zunehmend vergleichbar ist, sind die Arbeitsatmosphäre, die Arbeitsweise und das Verhältnis zu den Patienten grundlegend unterschiedlich. Was ziehst Du vor?
  2. Wir überlegen eine Abendsprechstunde einzuführen, also ab 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr. Die Patienten fänden das sicherlich gut, die MFAs nicht. Wie macht ihr das, wenn ihr eine Abendsprechstunde, zu für die MFAs unbeliebten Zeiten, anbietet: gibt es dafür einen Bonus? Oder teilt ihr diese einfach ein? Gibt es sowas bei euch überhaupt?
  3. Hallo, scannt ihr die Befunde, die per Post geschickt werden, ein und welchen Scanner benutzt ihr? Habt ihr mehrere Arbeitsplätze an denen eingescannt werden kann? Bei uns selbst sieht der Ablauf für den Posteingang derzeit so aus: Post inkl. Befunde werden von einer MFA geöffnet und in die "Posteingang"-Ablage gelegt einer der Ärzte sieht die Post und Befunde durch und legt die zu scannenden Befunde nach Durchsicht in die "Scan"-Ablage eine MFA oder Hilfskraft scant im Laufe der Woche die Befunde ein und ordnet diese dem Patienten zu Faxe werden direkt als PDF in das System gespeichert und von einer MFA den Patienten zugeordnet. Die Liste der eingegangenen Faxe wird im Praxisprogramm oft nicht konsequent von den Ärzten durchgesehen. Zum Scanner: Wir haben früher einen Dokumentenscanner von Kodak genutzt, der war sehr schnell und konnte auch Duplex scannen. Allerdings hat er sich schnell verheddert, die Rollen mussten regelmäßig gereinigt werden und ab und zu ist die Software "abgestürzt". Ähnliche Probleme hatten wir mit Scannern von anderern Herstellern in anderern Praxen. Aus diesem Grunde haben wir unser Multifunktionsgerät von Brother, die wir auch für das Faxen einsetzen, so erweitert, dass dieses gescannte Befunde per PDF direkt in die Praxis-EDV einspielen kann, ohne dass eine zusätzliche Software nötig ist. Konkret haben wir ein MFC im Büro und an der Anmeldung, dort können Dokumente mit einem Knopfdruck eingescannt werden, ohne dass man erst am Computer "klicken" muss. Das hat sich als zuverlässig bewährt, leider ist der Scanvorgang recht langsam. Dafür läuft das Gerät schon seit 5 Jahren zuverlässig ohne zu "murren". Wie ist der Ablauf bei euch, nutzt ihr professionelle Dokumentenscanner und wie sind damit eure Erfahrungen im Praxisalltag?
  4. Hallo Mädels, wie macht ihr das mit den Bestellungen für die Praxis? Ich arbeite in einer Allgemeinarztpraxis und bei uns wird alles kreuz und quer bestellt. Bestellt wird vor allem dann, wenn der Chef sich aufregt, dass wieder etwas fehlt. Ich bin jetzt durch jedes Zimmer gegangen und habe aufgeschrieben, was fehlt. Eingeteilt habe ich die Sachen nach Sprechstundenbedarf und sonstigen Bürobedarf. Der Chef hat nur große Augen gemacht und jetzt liegt die Liste bei ihm. Funktioniert das bei euch?
  5. Sind die Parkplätze vor der Praxis bei euch auch immer voll? Auch wenn keine oder wenige Patienten da sind? Kann man dagegen was machen?
  6. Die Asklepios Klinik stellt die Arbeitsbekleidung der Ärzte aus hygienischen Gründen auf kurzärmlige Kasaks um. Hintergrund sei die hohe Keimbelastung der Arztkittel, oft werden diese auch nicht täglich gewechselt. Ich selbst trage schon länger keinen langen Arztkittel mehr, das kommt gut bei der jüngeren Generation, vor allem auch den Kindern, an. Allerdings zeigen sich viele ältere Patienten skeptisch: ist das ein richtiger Arzt? Einige ältere Ärzte können sich zudem schwer von diesem Statussymbol trennen. Aus hygienischen Gesichtspunkten ist ein kurzärmlicher Kasak deutlich besser, vor allem wenn die Hände mit Unterarmen nach jedem Patientenkontakt desinfiziert und gewaschen werden. (Ich habe mir angewöhnt mein Stetoskop dann gleich mit zu desinfizieren) Wie ist das in eurer Arztpraxis: tragen die Ärzte noch den klassischen Arztkittel, findet ihr diesen unhygienisch? Was sind denn Alternativen?
  7. Gast

    Prick Test beim Hausarzt?

    Hallo, an die MFAs die beim Allgemeinarzt arbeiten: Führt ihr Prick Testungen durch? Wenn ja, wo bestellt ihr die oder ist das Sprechstundenbedarf? Was rechnet ihr ab? Als Azubi hatten wird damals ein komplettes Set in der Praxis. Danke
  8. Wir wollen eine Praxishomepage, weil so viele danach fragen. Die lokale Werbeagentur möchte dafür 4500€. Ist das ok? Geht es nicht günstiger?
  9. Bis jetzt hat unsere Chefin den Dienstplan in einem großen Kalender (von der Bank nebenan) eingetragen. Langsam werden wir mehr MFAs und ich soll die Dienstplanung übernehmen. Wird der Chefin zu viel. Gibt es eine Excel Vorlage für die Einteilung der MFAs oder wie macht ihr das?
  10. Bei uns tauchen immer wieder Patienten einfach so auf und möchten spezielle Laboruntersuchungen. Vitamin D ist gerade der Renner, Orthopäden verweisen auf eine Rheumadiagnostik oder einige Neurologen empfehlen einen Vitamin B Status. Wie macht ihr das? Nehmt ihr Blut ab und klärt das später mit einem Arzt? Oder bietet ihr diese Untersuchungen gleich als IGEL an?
  11. Unsere Patienten wollen fast immer morgens Termine, am besten zwischen 9:00 und 11:00 Uhr. Vor allem der Montag Vormittag ist immer voll. Termine am Nachmittag zwischen 14:00 und 16:00 Uhr sind nicht so beliebt, vor allem Dienstags ist gar nichts los. Wie ist das bei euch?
  12. Gast

    Rezeptfax

    Hat jemand einen Vordruck über eine Einwilligungserklärung für Patienten bzw. Betreuer um Kassen- , grüne und private Rezepte an die Apotheke zu faxen? Bei uns ist es so, dass die zuständige Apotheke die Medikamente ins Heim liefert, auch manche Apotheken versorgen Heime und fordern in der Praxis die Medikamente an, die wir dann zuerst faxen und anschließend an die zuständige Apotheke senden oder dem Chef dann ins Pflegeheim mitgeben. Jetzt habe ich schon desöftern gelesen, dass dies nicht zulässig ist und man eine Einwilligung des Patienten bzw. Betreuers bräuchte. Anonym beigetragen
  13. Hallo ihr lieben ich hab mal eine Frage, Wer darf eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei einen BG Pat. ausstellen? Ich habe mich mal bei der BG informiert wie das den ist wenn ein Patient nach einen Unfall direkt zu uns in die Praxis zur Erstversorgung kommt, Da bekam ich die Auskunft das es erlaubt ist eine Erstverordnung auszustellen, für Folge müsste der Patient dann zum D-Arzt überwiesen werden. Einer unsere Ärzte mach das aber immer anders und lässt sich da nix sagen.. wie macht ihr das?? Was ist denn nun richtig? Danke!
  14. Hallo, ich habe ein Problem: ich soll die Azubi anleiten, die interessiert sich aber nicht für das, was ich ihr sage. Z.B. sage ich ihr 3 mal, sie soll noch die Sprechzimmer und das Labor aufräumen, gemacht hat sie das aber bis Feierabend immer nich nicht. Dann habe ich ihr erklärt, wie sie eine Blutzuckerbestimmung machen soll. Am nächsten Tag war ich nicht da, und sie hat jedem erzählt, ich hätte ihr das nicht gezeigt. Immer wenn ich ihr eine Aufgabe gebe, dann sagt sie mürrisch, dass kann doch auch jemand anderes machen! Damit bin ich dann zum Chef gegangen und der sagt, das er das Problem nicht so sieht. Die Azubine ist auch supernett zu ihm und macht immer gleich alles, was er sagt! Was soll ich tun? Anonym beigetragen
  15. Version 1.0.0

    823 Abrufe

    Muster Verfahrensverzeichnis für den Datenschutz in der Arztpraxis.
  16. Version 1.0.0

    297 Abrufe

    Vorlage für die Bestellung eines (internen) Datenschutzbeauftragten
  17. Brauchen wir eine Hygienebeauftragte und was soll die dann genau machen? Muss diese bestimmte Fortbildungen gemacht haben? Anonym beigetragen
  18. Hallo Allerseits, mich würde interessieren, ob bei euch Bonuszahlungen an die medizinischen Fachangestellten zusätzlich zum Gehalt ausbezahlt werden und wofür? Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten Honorierung einer geschätzten MFA bei besonderen Aufgaben, z.B. NäPa/VERAH, Praxismangerin/Erstkraft, DMP, Abrechnung, Röntgen für Extraarbeit, z.B. am Samstag, immer abends, etc. Anteilig an durchgeführten IGEL oder HZV-Einschreibungen als Ausgleich für besondere Umstände, z.B. ständige Krankheitsvertretung Solche Bonuszahlungen könnten aber auch willkürlich wirken und abhängig von der Laune der Chefs sein. Denn Bonuszahlungen an die MFAs können wieder gestrichen werden. Ist es euch schon passiert, dass bei der Einstellung oder auch später solche Bonuszahlungen versprochen wurden und später niemand mehr so genau weiss, was man vereinbart hatte?
  19. Nun ist es fast soweit: Die Kassenärztlichen Vereinigungen sind verpflichtet, bis 23. Januar 2016 so genannte Terminservicestellen einzurichten. Ärzte sollen dazu auf der Überweisung die Dringlichkeit festlegen. Von der Website der KV-BaWü: Die zur Kennzeichnung einer dringlichen Überweisung benötigten Überweisungscode- Etiketten liegen diesem Leitfaden bei. Gegebenenfalls erforderliche Nachbestellungen – wir gehen davon aus, dass die Codes spätestens ab dem 3. Quartal 2016 von allen Praxissoftwareherstellern direkt auf den Überweisungsträger gedruckt werden können – tätigen Sie bitte hier: terminservice@kvbawue.de Ich kann mir gut vorstellen, dass es eine hohe Nachfrage nach diesen gekennzeichneten Überweisungen ab dem 23.Januar geben wird. Aber: Hat jemand schon solche Etiketten erhalten? Sind diese selbsterklärend? Welche Praxis-Software (PVS) kann das schon?
  20. Bisher nutzen wir die Ozon-Vakuumflaschen für Aderlässe. Können wir die Vakuumflaschen und Schlauchsysteme auf Sprechstundenbedarf verordnen?
  21. Sind finanzielle Anreize für die Anstellung einer Ärztin / Arzt sinnvoll? Derzeitig erhalten unsere festangestellten Ärzte in der ambulanten Arztpraxis ein Gehalt entsprechend den Tarifverträgen der Kliniken. Zusätzlich erhalten diese die Leistungen für die (freiwillig) selbst erbrachten Notfalldienste, was deutlich mehr ist, als die Vergütung der Dienste im Krankenhaus (und weniger aufwendig). Ist eine Vergütung anhand weiterer Faktoren, z.B. Anzahl der Patienten / generierter Umsatz sinnvoll? Wird ein zusätzliches Gehalt für die Ärzte z.B. an die behandelten Patienten gebunden, dann könnte es sein, dass die Ärzte versuchen, so schnell und so viele Patienten wie möglich "durchzuschleusen". Das schadet dann dem Ansehen und der Qualizät der Arztpraxis. Gilt dann auch ein Patient als "gesehen", wenn der Arzt nur die Laborbefunde dem Patienten telefonisch mitteilt? Ist ein Hausbesuch oder aufwendigere Behandlung / Diagnostik (Gesundheitsvorsorge / OP / Betreuung chronischer Patient) nicht besser zu vergüten? Wir der Zusatzverdienst für Ärzte an den generierten Umsatz gekoppelt kommt es zu Schwierigkeiten in der korrekten Abrechnung (wer erhält den Chronikerzuschlag, was passiert, wenn man eine Ziffer abrechnet, wo das Budget sowieso überschritten ist?) der Arzt, der die Patienten einmal sieht, hat gewonnen: Ordinationskomplex, Zuschläge, etc. Ein zweites Mal wird der Arzt den Patienten dann nur sehen wollen, wenn er zusätzliche Ziffern abrechnen kann Das kann meiner Meinung nach wieder der Qualität und dem Ansehen der Arztpraxis schaden. Was könnte es für sinnvolle (leistungsabhängige) Lohnmodelle für Ärzte gibt es oder könnte man sich vorstellen?
  22. Seit Anfang 2016 werden mehrere Kopien der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausgedruckt: eine für den Arbeitgeber eine für die Krankenkasse eine für den Patienten Die Patienten und ich frage mich, wass die Patienten mit dem letzten Ausdruck machen sollen. Aufbewahren? Für was?
  23. Gast

    Arbeitskleidung

    Hallo, wo kauft Ihr eure weißen Arbeitshosen und Kasaks ein?
  24. Version 1.0.0

    898 Abrufe

    Lehnt der Patient eine dringend erforderliche Behandlung gegen ausdrücklichen ärztlichen Rat ab, ist es ratsam sich das, nach ausfürlicher Aufklärung, vom Patienten unterschreiben zu lassen.
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