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Janine09

Abendsprechstunde


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Hallo,

Mich würde Interessieren welche Argumente bei euch für eine Abendsprechstunde sprechen würden also sowas wie  Gewinnung neuer Patienten.

Ich würde mich freuen, eure Ideen zu hören!

Liebe Grüße

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Hallo Janine,

ist zwar schon etwas her, aber Patienten nehmen gerne die Abendsprechstunde in Anspruch. Es kommen auch sehr viele Patienten von anderen Ärzten in Vertretung. Ob man damit neue Patienten gewinnt, kann ich leider nicht sagen.

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Hallo,

die Abendsprechstunde kann ein Teil eines erweiterten Patientenservice sein, so wie auch regelmäßige offene Sprechstunden und kurze Wartezeiten.

Vielleicht solltet Ihr zuerst einmal eine Patientenbefragung (bei euren jetzigen Patienten) durchführen, damit ihr wisst, was diese sich wünschen?

Liebe Grüße

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Danke für die Antworten, es ging prinzipiell erstmal darum warum sowas angeboten wurde bzw wird. 

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Hallo @Janine09,

wir bieten zwar eine Abendsprechstunde in unseren Praxen an, sind aber auch hin und her gerissen. Wir haben zwei Hintergründe, warum wir dies tun:

  1. in einer Praxis sind die Patienten traditionell gewöhnt, dass wir auch abends verfügbar sind
  2. als Teilnehmer in den Hausärzteverträgen / Selektivverträgen sollen wir eine Abendsprechstunde einmal pro Woche bis 19:00 Uhr anbieten.

Gleichzeitig bieten wir aber auch eine Samstagssprechstunde an. Das funktioniert bei uns vor allem deshalb, da wir eine Gruppe von 5 nahe gelegenen Arztpraxen sind und so die Samstags-Arbeit aufteilen können. Konkret gibt es eine Samstagssprechstunde (zwischen 8 und 11:00 Uhr) für alle 5 Praxen und die Ärzte / MFA werden dann eingeteilt.

Dafür haben wir am Freitag Nachmittag auch nur eine Sprechstunde für alle 5 Arztpraxen und nur für 2 Stunden zwischen 14:00 Uhr und 16:00 Uhr als offene Kurzsprechstunde.

Zum Konzept der offenen Kurzsprechstunde habe ich einmal hier einen Artikel erstellt:

Und ein etwas älterer Artikel hier:

Du siehst, wir experimentieren mit den Öffnungszeiten und erweiterten Angeboten auch und überlegen, was einerseits für einen verbesserten Patientenservice sinnvoll ist, ohne das Praxisteam zu überlasten. Gleichzeitig sehe ich persönlich auch eine verbesserte medizinische Versorgung, da die Patienten nicht so oft in den Notfallambulanzen der Krankenhäuser auftauchen (müssen?).

Vielleicht interessiert Dich eine unserer Patientenumfragen aus dem Jahr 2016 in einer Praxis, in der wir noch keine Abendtermine angeboten hatten. Wir haben versucht zu erkennen, welche Öffnungszeiten sich die Patienten wünschen:

Ergebnis Patientenumfrage Hardt 2016.pdf

Wir haben die Ergebnisse so interpretiert, dass die Patienten sich vor allem Vormittags Termine wünschen und auch abends / nachmittags zwischen 16:00 Uhr und 19:00 Uhr.

Unsere Erfahrungen zeigen, dass wir unterscheiden müssen, zwischen Patienten, die reguläre Termine abends vereinbaren möchten, da sie tagsüber Schwierigkeiten haben, einen Arzt aufzusuchen. Das trifft zum Beispiel auf viele Pendler zu, aber auch auf Familien mit berufstätigen Eltern.

Ein Nachteil der Abendsprechstunde der unbedingt beachtet werden muss, ist, dass einige Patienten es einfach geschickter finden, ohne Termin abends in der Praxis zu erscheinen und eine Behandlung einfordern. Es kann vorkommen, dass diese Patienten dann "eingeschoben" werden und der Arzt nicht erfreut ist, dass er ein Anliegen, welches schon länger besteht, akut und zwischendurch behandeln soll.

Aus diesem Grund haben wir für uns darauf geeinigt, dass

  • in der Abendsprechstunde bis 19:00 Uhr nur reguläre Termine vergeben werden
  • Patienten mit dringlichen Anliegen in die offene Kurzsprechstunde kommen können. Diese bieten wir täglich vormittags und Nachmittags sowie am Samstag Vormittags an.

Natürlich werden akute medizinische Notfälle auch in der Abendsprechstunde angenommen. Dies kann zum Beispiel mit der Telefon-Triage systematisiert werden:

 

Aus welchen Grund überlegt ihr die Abendsprechstunde einzuführen? Für einen verbesserten Patientenservice und eventuell Neupatientengewinnung? Oder zur Entlastung der regulären Terminsprechstunde?

Viele Grüße

Ralph

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Hallo Ralph,

Vielen Dank für deine Ausführliche Antwort, das hat mir schon sehr geholfen. 

Wir überlegen eine Abendsprechstunde einzuführen wegen des verbesserten Patientenservice und eventuell Neugewinnung. Überlegen aber eben die vormittags Sprechstunde dafür nach hinten zu verlegen. 

Viele Grüße 

Janine 

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Gerne 🙂 Das ist ein interessantes Thema.

vor 8 Minuten schrieb Janine09:

Wir überlegen eine Abendsprechstunde einzuführen wegen des verbesserten Patientenservice und eventuell Neugewinnung. Überlegen aber eben die vormittags Sprechstunde dafür nach hinten zu verlegen.

Ich denke, dass ihr mit einer Abendsprechstunde definitiv neue Patienten gewinnen und den Patientenservice verbessern könnt. Damit das auch gut funktioniert, solltet ihr euch ansehen, an welchen Tagen die anderen Arztpraxen in der Umgebung Nachmittags geschlossen sind oder wie lange diese offen sind.

Vielleicht reicht auch schon eine Sprechstunde bis 18:00 Uhr, wenn die umgebenden Arztpraxen nur bis 17:00 Uhr (teilweise sogar bis 16:30 Uhr) offen sind. Alternativ könntet ihr auch einfach eine Nachmittagssprechstunde zu den Zeiten anbieten, an denen die anderen Praxen geschlossen sind: Traditionell zum Beispiel Mittwoch und Freitag Nachmittags.

Es könnte ein Problem sein, wenn ihr dafür die Vormittagssprechstunde erst später beginnt. Aber die große Frage ist, wann macht ihr denn auf? Um 7:00 Uhr oder um 8:00 Uhr?

Grüße

Ralph

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Hallo Ralph,

Es soll 1 Tag in der Woche bis 20 Uhr geöffnet sein und dafür soll dann frühs an dem Tag erst um 10 Uhr statt 8 Uhr begonnen werden, damit einfach die Belastung nicht zu hoch ist und unzufriedene Angestellte wären auch keine Lösung und das wäre es auf lange Sicht. Ich kenne unsere Patienten und die sind teilweise sehr speziell und vom Vorgänger verwöhnt worden. Zumal wir gemerkt haben, das der meiste Andrang abgesehen von Montags natürlich meist erst so gegen 9:30/10 Uhr kommt. Daher wäre es nicht sinnvoll auf Dauer an dem Tag mit der Abendsprechstunde um 8 Uhr anzufangen. 

Viele Grüße

Janine 

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Hallo Ralph, 

 

Das mache ich auf jeden Fall. 

Vielen Dank für deine Anregungen. 

Viele Grüße 

Janine 

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  • Telematikinfrastruktur - anbinden oder abwarten?

    Da ich hier noch kaum Beiträge zur Telematikinfrastruktur gefunden habe und in mir immer mehr Fragezeichen aufploppen, versuche ich hier mal einen Thread aufzumachen in dem ich alles was man so wissen muss aufgelistet wird. Ich tendiere dazu die Telematikinfrastruktur möglichst lange hinauszuzögern, da zum einen die Kostenübernahme immer noch nicht vollständig erfolgt (die KV-Pauschalen sind nur ein Teil, vor allem auf den laufenden Kosten scheint man sitzen zu bleiben) und da zum anderen mein jetztiger PVS-Provider sich trotz neuer DSGVO (oder vielleicht gerade wegen) komplett aus der Verantwortung stiehlt, sollte durch es durch Online-Anbindung zu einer Datenpanne kommen. Bisher bin ich mit meiner kleinen Allgemeinarztpraxis auch offline ganz gut ausgekommen....
    Abgesehen davon dass das Telematik-Thema generell nicht ganz durchdacht ist und Sicherheitsrisiken beinhaltet (siehe https://www.ccc.de/de/elektronische-gesundheitskarte) birgt schon alleine die dafür notige Online-Anbindung meines Praxis-Server Gefahren, die man nicht so ohne weiteres eindämmen kann. Also, vielleicht gibt es hier auch Leute, die das ganze noch möglichst weit hinauszögern oder aber Leute, die meine Bedenken zerstreuen können?   Mal zum Stand der Dinge: Welche Komponenten braucht man für die Anbindung an die Telematik? Konnektor: im Prinzip ein spezieller VPN-Router) E-Health-Kartenterminals: für manche alten Kartenterminals gibt es kostenpflichtige Firmwareupdates, z.B. Mobile Kartenterminals Praxisausweis (SMC-B) Anpassung PVS VPN-Zugangsdienst und Internetanschluss Optional: elektronischer Heilberufeausweis (eHBA)
    Bis wann ist die (aktuelle) gesetzliche Pflicht? Im Pflegepersonal-Stärkungsgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft treten soll, steht dass bis zum 30. Juni 2019 keine Honorarkürzungen erfolgen sollen. Ärzte und Psychotherapeuten müssen die notwendigen Komponenten für den Anschluss an die TI allerdings bis spätestens 31. März nächsten Jahres verbindlich bestellen und dies gegenüber ihrer Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen. Können sie das nicht, wird Vertragsärzten das Honorar um ein Prozent gekürzt (siehe § 291 Absatz 2b Satz 14 SGB V). Quelle: https://www.kbv.de/html/telematikinfrastruktur.php
      Leider schwingen diverse Anbieter aber schon seit langem die Angstkeule und wollen damit Ärzte zur Vertragsunterzeichnung bewegen, solange es noch keine Konkurrenz gibt.
    Und die mit der Zeit weniger werdende KV-Förderung trägt ihren Teil dazu bei.
    Ich habe schon mit vielen Ärzten gesprochen, die vor Monaten neue Telematik-Verträge abgeschlossen haben, aber diesen noch nicht verwenden konnten und dementsprechend auch noch keine Förderung erhalten haben.   Wie hoch ist die Förderung aktuell ? Quelle: https://www.kbv.de/html/30719.php   Wieviele Konnektoren sind bisher zugelassen? Laut meinem letzten Stand sind es 4 Konnektoren. Ich werde diese demnächst hier verlinken.   Was passiert nach Ablauf der Frist? das weiss so genau leider keiner.... aber es gibt Widerstand:
    Die Frist wurde bereits von Ende 2018 auf März 2019 verlängert auch dank einer Petition (siehe: Petition 83509).
      Was kann man tun? "Was sollten nun Ärzte angesichts der noch immer drohenden Honorarkürzung tun? Dr. Kriedel rät, die nötigen Geräte zu bestellen. In dem Vertrag sollte unbedingt verankert werden, dass der Finanzierungspreis für das Quartal gilt, in dem erstmals die Stammdaten abgeglichen werden. Entscheidend für die GKV-Erstattung ist nämlich das Quartal des ersten Versichertenstammdatenabgleichs und nicht das Datum des Kaufvertrags oder der Konnektorenlieferung." (Quelle: Medical Tribune  Kein Cent zuzahlung! ) Einen Anwalt fragen oder wenn man schon gezahlt hat klagen:
    https://www.medical-tribune.de/praxis-und-wirtschaft/praxismanagement/artikel/wer-prozessiert-wegen-telematikschaeden/
    Eine Musterklage ist von dem Ärztenetz Medi in Vorbereitung:
    https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/praxis_edv/article/975768/musterklage-medi-laedt-ti-strategietreffen.html   Unbedingt das Kleingedruckte in den Verträge lesen, die man mit dem Anbieter geschlossen hat:
    In den Verträgen, die ich bisher gesehen habe, versuchten die Anbieter jegliche Haftung für Hackerangriffe auszuschließen.   Meine persönlichen Fragen, die mir hier vielleicht jemand beantworten kann? Muss man alle benötigten Komponenten auf einmal bestellen, um die Förderung zu bekommen?
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