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Mit Spannung habe ich auf die Veröffentlichung der Vergütung für den Medikationsplan erwartet. Was man jetzt lesen darf, ist wie ein Schlag ins Gesicht. 4 Euro im Jahr! für Nichtchroniker (Wie viele davon nehmen mehr als 3 Medikamente länger als 28 Tage?!) und 10 Cent! Erhöhung für die Chronikerziffer. Man könnte denken, dass soll ein Witz sein. Soll man das ernst nehmen?! Ich habe ja keine Unsummen erwartet. Bei den popeligen EBM-Vergütungen ist man ja einiges gewohnt. Aber DAS ist jawohl das lächerlichste was sie hätten bringen können! 

Und was heißt das jetzt für mich bei der täglichen Arbeit? Medipläne gibt es nur auf explizite Nachfrage. Geführt werden sie wie gehabt mit der "hauseigenen" Medikation....

Für lächerliche 10 Cent im Quartal setz ich mich gewiss nicht stundenlang zusätzlich an den PC, um dann auch noch die Facharztmedis und Weißdornpillen einzupflegen! Und da sich an anderer Stelle, die Damen und Herren Apotheker so schön darüber aufregen, dass sie nichts vom großen die-Ärzte-werden-reich-dank-Mediplan-Kuchen abbekommen, kann sich gern einer der bedürftigen Apotheker bei mir melden. Der darf dann meine Medipläne führen, natürlich mit Facharztmedis und OTC. Er bekommt dann dafür sogar die volle "EBM-Vergütung" von mir durchgereicht, durchlaufende Posten sozusagen.

Lg, eine gute Nacht und ein schönes, Reichtum bringendes 4. Quartal

Alex

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Hallo Alex,

Ich kann nur zustimmen. Es ärgert mich, dass man für alle möglichen Tätigkeiten oder Umstände (Chroniker) kleine Eurobeträge mit Hilfe einer komplexen Abrechnungssystematik (EBM) erhält.

Ein gut geführter Medikationsplan ist zeitaufwendig und muss in Ruhe mit den Patienten und Angehörigen besprochen werden. Dass dieser für die medizinische Versorgung der Patienten sinnvoll ist, ist klar. Entsprechend sollte auch dieser Aufwand in der Vergütung berücksichtigt werden.

So wie ich es aber verstanden habe, erhält man sowohl für die Patientengruppen "Chroniker" und "Nicht-Chroniker" jeweils 4€ pro Jahr:

  • bei Nicht-Chroniker mittels der Ziffer 01630 (muss extra angesetzt werden)
  • bei Chroniker als pauschalen Zuschlag 03222 zur EBM-Ziffer 03220, der mit 10 Punkten bewertet (ca. ein Euro) ist. Dieser Zuschlag wird automatisch von der KV zugesetzt.

Wenigstens werden diese Leistungen extrabudgetär vergütet.

http://www.kbv.de/media/sp/2016_09_29_Praxisinformation_Medikationsplan.pdf

Gibt es eigentlich auch einen Zuschlag oder Vergütung für Patienten in den Selektivverträgen, also im Hausarzt- oder Facharztprogramm? Oder ist etwas geplant?

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Hallo Thomas,

da wurden in der Ärztezeitung 

http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/aerztliche_verguetung/article/920308/medikationsplan-muehe-geld-aerzte.html

aus den Punkten gleich Cent gemacht... Aber selbst wenn der Zuschlag ebenfalls 4,- Euro beträgt, ist und bleibt es ein Witz. 

Danke für die konkrete Auflistung (GOP usw.) Dazu fehlte mir beim Schreiben des ersten Beitrags die Lust :10_wink:

Ich hatte irgendwo gelesen, dass es bei der Abrechnung über HzV-Verträge, je nach Krankenkasse, verschiedene Vergütungen gibt (Von Beträge zwischen 25,- und 80,-? Euro war da die Rede.) Das war allerdings vor Bekanntgabe der EBM-Vergütung. Inwiefern das tatsächlich der Fall ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Ist in meinem Fall auch irrelevant, da wir an keinem HzV-Programm teilnehmen. Wäre bei bestimmten Programmen oder Vertragsmöglichkeiten sicherlich lohnenswert, ist jedoch wegen permanenten Personalmangels nicht durchführbar. Aber das ist eine andere Geschichte.

Lg Alex

 

 

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Hallo Alex,

diesen Artikel hatte ich auch gelesen und war völlig perplex... :o

Ich sehe das auch so, dass die Vergütung nach EBM ein Witz ist, vor allem, weil sie einfach die Realität in der Arztpraxis widerspiegelt. Es ist irgendwie ein Mischmasch aus Pauschalen und dann wieder minimale Einzelbeträge.

Besteht der Personalmangel bei euch als Mangel an Ärztinnen / Ärzten oder an MFA's?

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Na direkt danach gefragt haben bisher vielleicht 1-2 Patienten und die Pflegeheime natürlich. Aber wenn ich sehe, wie viele Patienten ihre Medis durcheinander schmeißen und in wie vielen Krankenhausberichten die Medikationspläne vom Pförtner geschrieben werden, da setz ich mich lieber freiwillig hin und bastel die Dinger zurecht. Einfach weil ich 99 % unserer Patienten echt gern mag und nicht möchte, dass sie frühzeitig an einem "Giftcocktail" zugrunde gehen...

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Bitte nicht missverstehen! Wir haben bereits (!) Medikationspläne, komplett mit allen Medikamenten, die wir verordnet haben, für die wir gerade stehen, die wir in UAW, WW und KI in- und auswendig kennen, für jeden Patienten - nur nicht "bundeseinheitlich". Der neue Plan würde letztlich nur dazu führen, dass sich schlussendlich wirklich niemand mehr über UAW, WW, KI etc. Gedanken machen muss, ausser wir "Fachärzte für Alles" (Internisten und Allgemeinmediziner) - nein! so nicht!

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Wir haben ja auch zum Großteil noch unsere "alten". Aber es gibt so ein paar Kleinigkeiten, die mir am bundeseinheitlichen wirklich besser gefallen.

z. Bsp. das Einfügen von Zwischenüberschriften. Gerade für die Heime kann ich dann besser differenzieren-Dauermedikation-Bedarfsmedikation. Im "alten" stehen da "DM"= Dauer und "LM"= laufende Medikation. Das musste ich immer erklären..,

 Wenn der Platz nicht ausreicht (was bei unserem herkömmlichen oft der Fall ist, kann ich zusätzliche Zeilen einfügen. Das finde ich gerade bei Falithromern toll. Ich füge eine Zeile ein, kopiere die alte Dosierung und ändere dann auf die neue. So kann ich schön den Verlauf darstellen. Könnte ja sogar noch Quick th und INR dazu schreiben. Das gibt der alte Mediplan nicht her.

Klar, für die Arbeit ist die Vergütung ein Witz. Aber immerhin liefert unser Softwarehaus den Plan kostenlos, ich finde man kann einiges wirklich sinnvoll nutzen und ich "spiele" eben gern. Deshalb empfinde ich es wahrscheinlich auch nicht als zusätzliche Last.

Wenn euer Mediplan natürlich schon all diese Features hat, dann macht es sicher wesentlich weniger Sinn, alles in einen BMP um zu eseln :10_wink:

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