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Pillepalle311

Welcher Satz bei Privatrechnung im Notarztdienst


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Hallo zusammen,

ich fahre in Bayern Notarzt, bisher nur an einem Standort, an dem jemand für uns Notärzte die Abrechnung gemacht war. Nun bin auch als Notarztspringer unterwegs und muss mich selbst um die Abrechung kümmern. Nachdem ich jetzt meine ersten eigennen Privatepatienten hatte sitze ich nun an der Abrechung und bin mir sehr unsicher, für welche Leistung ich welchen Satz verlangen kann und wie man z.B. einen 3,5fachen Satz rechtfertigen kann. Kann man das irgendwo nachlesen?

Für zahlreiche Antworten wäre ich sehr dankbar.

 

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Hallo Pillepalle311,

willkommen auf Teramed.

Zumindest bei der Hausbesuchsziffer 50 nach GOÄ kannst Du den 3,5fachen Steigerungssatz mit der Begründung:  "besondere Umstände bei der Leistungserbringung " angeben.Die Bayerische Ärztekammer schreibt hierzu folgendes:

50 - Notarzt/Blaulichteinsätze - Überschreitung des Regelsatzes

Nach eingehender Überlegung kommt die Bayerische Landesärztekammer in bezug auf die Rechnungslegung bei Notarzt-/Blaulichteinsätzen zu folgendem Schluss:

Die Überschreitung des Regelsatzes bei der Besuchsgebühr ist bei Notarzt-/Blaulichteinsätzen u.E. gerechtfertigt und begründet. "Als Besuch gilt der Weggang des Arztes zum Zwecke des Aufsuchens des Kranken in dessen Wohnung bzw. an dessen Aufenthaltsort (Unfallort)." Unstrittig werden Besuche bei Notarzt-/Blaulichteinsätzen unter erschwerten Bedingungen durchgeführt, so dass nach Auffassung der Bayerischen Landesärztekammer hier das Bemessungskriterium "besondere Umstände bei der Leistungserbringung" ein Überschreiten des Regelsatzes bei der Besuchsgebühr rechtfertigt.

Diese besonderen Umstände enden gewöhnlich mit dem Eintreffen des Arztes beim Patienten. Natürlich können dann wiederum neue Kriterien vorliegen, die aus anderen Gründen ebenfalls ein Anheben der Gebührenspanne rechtfertigen würden. Diese neuen Gründe sind dann bei der entsprechenden "Sonderleistung" anzugeben.

In keinem Fall ist es u.E. vertretbar, bei Notarzt-/Blaulichteinsätzen bei allen Leistungen - unter Hinweis auf den Notarzt-/Blaulichteinsatz - den jeweiligen Regelsatz zu überschreiten.

Quellehttp://www.blaek.de/beruf_recht/goae/goae_datenbank_details.cfm?id_daten=23

Nach meiner Erfahrung liegen bei Notarzteinsätzen auch bei anderen Ziffern häufig erschwerte Bedingungen vor. Die Einsätze sind (zwar immer seltener) lebensbedrohlicher (selbsterklärend) oder subjektiv lebensbedrohlicher (Aufregund, Unruhe) Art.

Vielleicht hat uns noch jemand weitere Tipps zur Privatabrechnung nach GOÄ bei Notarzteinsätzen?

 

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Hallo Ralph,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Die hat schon mal viel weitergeholfen. Ich möchte mich da nicht irgendwie bereichern und v.a. möchte ich keine Rückfragen / Stellungsnahmen etc schreiben müssen, weil ein Patient den Einsatz von seiner PKV nicht ersetzt bekommt. Ich bin selbst privatversichert und weiß wie das nervt.
 

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Gast thomas

Hallo Pillepalle,

Du musst Dir keine Sorgen über zu hohe GOÄ-Rechnungen machen. Ich denke, dass höhere Rechnungen gerechtfertigt sind, wenn jemand den Notarzt ruft. Und wenn Du den erhöhten Steigerungsfaktor begründest ersetzt auch die Krankenkasse des Patienten die Rechnung in der Regel unproblematisch.

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  • Telematikinfrastruktur - anbinden oder abwarten?

    Da ich hier noch kaum Beiträge zur Telematikinfrastruktur gefunden habe und in mir immer mehr Fragezeichen aufploppen, versuche ich hier mal einen Thread aufzumachen in dem ich alles was man so wissen muss aufgelistet wird. Ich tendiere dazu die Telematikinfrastruktur möglichst lange hinauszuzögern, da zum einen die Kostenübernahme immer noch nicht vollständig erfolgt (die KV-Pauschalen sind nur ein Teil, vor allem auf den laufenden Kosten scheint man sitzen zu bleiben) und da zum anderen mein jetztiger PVS-Provider sich trotz neuer DSGVO (oder vielleicht gerade wegen) komplett aus der Verantwortung stiehlt, sollte durch es durch Online-Anbindung zu einer Datenpanne kommen. Bisher bin ich mit meiner kleinen Allgemeinarztpraxis auch offline ganz gut ausgekommen....
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    Bis wann ist die (aktuelle) gesetzliche Pflicht? Im Pflegepersonal-Stärkungsgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft treten soll, steht dass bis zum 30. Juni 2019 keine Honorarkürzungen erfolgen sollen. Ärzte und Psychotherapeuten müssen die notwendigen Komponenten für den Anschluss an die TI allerdings bis spätestens 31. März nächsten Jahres verbindlich bestellen und dies gegenüber ihrer Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen. Können sie das nicht, wird Vertragsärzten das Honorar um ein Prozent gekürzt (siehe § 291 Absatz 2b Satz 14 SGB V). Quelle: https://www.kbv.de/html/telematikinfrastruktur.php
      Leider schwingen diverse Anbieter aber schon seit langem die Angstkeule und wollen damit Ärzte zur Vertragsunterzeichnung bewegen, solange es noch keine Konkurrenz gibt.
    Und die mit der Zeit weniger werdende KV-Förderung trägt ihren Teil dazu bei.
    Ich habe schon mit vielen Ärzten gesprochen, die vor Monaten neue Telematik-Verträge abgeschlossen haben, aber diesen noch nicht verwenden konnten und dementsprechend auch noch keine Förderung erhalten haben.   Wie hoch ist die Förderung aktuell ? Quelle: https://www.kbv.de/html/30719.php   Wieviele Konnektoren sind bisher zugelassen? Laut meinem letzten Stand sind es 4 Konnektoren. Ich werde diese demnächst hier verlinken.   Was passiert nach Ablauf der Frist? das weiss so genau leider keiner.... aber es gibt Widerstand:
    Die Frist wurde bereits von Ende 2018 auf März 2019 verlängert auch dank einer Petition (siehe: Petition 83509).
      Was kann man tun? "Was sollten nun Ärzte angesichts der noch immer drohenden Honorarkürzung tun? Dr. Kriedel rät, die nötigen Geräte zu bestellen. In dem Vertrag sollte unbedingt verankert werden, dass der Finanzierungspreis für das Quartal gilt, in dem erstmals die Stammdaten abgeglichen werden. Entscheidend für die GKV-Erstattung ist nämlich das Quartal des ersten Versichertenstammdatenabgleichs und nicht das Datum des Kaufvertrags oder der Konnektorenlieferung." (Quelle: Medical Tribune  Kein Cent zuzahlung! ) Einen Anwalt fragen oder wenn man schon gezahlt hat klagen:
    https://www.medical-tribune.de/praxis-und-wirtschaft/praxismanagement/artikel/wer-prozessiert-wegen-telematikschaeden/
    Eine Musterklage ist von dem Ärztenetz Medi in Vorbereitung:
    https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/praxis_edv/article/975768/musterklage-medi-laedt-ti-strategietreffen.html   Unbedingt das Kleingedruckte in den Verträge lesen, die man mit dem Anbieter geschlossen hat:
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