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  • Als Ärztin/Arzt in der Praxis angestellt: Ist das Gehalt entscheidend?


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    Wer sein Medizinstudium und die Weiterbildung erfolgreich hinter sich gebracht hat, steht vor der Frage: Selbstständig in einer eigenen Praxis arbeiten oder sich doch die vermeintliche Sicherheit eines Angestelltenverhältnisses begeben?

    Diese Frage muss jeder für sich individuell klären, denn für beide Varianten gibt es zahlreiche valide Pro- und Contra-Argumente. Eines ist jedoch klar: Auch wenn die finanzielle Sicherheit eine Rolle spielt, sollte sie für die Entscheidung für oder gegen eine Anstellung nicht das entscheidende Kriterium sein. Arbeitsklima, geregelte Dienstzeiten und entsprechende Fortbildungsmöglichkeiten können für die berufliche Zufriedenheit ebenso wichtig oder gar wichtiger sein.

    Das Gehalt für den Arzt (ambulant) ist nicht allein ausschlaggebend

    Hört man sich bei Ärzten um, so die Argumente für ein Angestelltenverhältnis durchaus bestechend. Während für die Selbstständigkeit natürlich die Unabhängigkeit spricht - man unterliegt keiner Weisungsbefugnis -, wird bei der Entscheidung für ein Angestelltenverhältnis vor allem das Argument der finanziellen Sicherheit ins Treffen geführt. Klar ist, dass das Risiko der Selbstständigkeit gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten (und in Zeiten immer neuer Gesundheitsreformen) durchaus gravierend sein kann. Hier bist Du mit einem Angestelltenverhältnis auf der sicheren Seite. Das gilt auch, wenn Du zum Beispiel mehr Zeit für wissenschaftliche Arbeit haben möchtest. Hier profitierst Du von einer geregelten Arbeitszeit mit wenigen oder keinen Schicht- oder Bereitschaftsdiensten. Zudem hast Du als angestellter Arzt oder angestellte Ärztin in der Regel mehr Freizeit und damit mehr Möglichkeiten, "Quality Time" mit der eigenen Familie zu verbringen oder sonstige Interessen und Leidenschaften zu verfolgen.

    Arbeitsatmosphäre ist essenziell

    Hört man sich bei angestellten Medizinern um, so ist ein weiteres Argument für ihre Entscheidung gegen die Selbständigkeit eine ruhigere Arbeitsatmosphäre. Gerade, weil es im ambulanten Sektor kaum eine Extrabelastung durch Schichtdienst gibt, kann man seinen Tagesplan konsequent umsetzen und sich im Verlaufe des Tages den Personen widmen, um die es eigentlich geht: den Patienten.

    In Krankenhäusern bemängeln Patienten immer wieder, dass Ärzte kaum Zeit für persönliche Zuwendung oder ein Gespräch haben. Nicht zuletzt hat die Arbeitsbelastung für Mediziner im stationären Sektor durch Nachtdienste oder überlange Dienstzeite ein Ausmaß erreicht, das weder der eigenen Gesundheit noch der Patientensicherheit zuträglich ist.

    Bei den geregelten Arbeitszeiten im ambulanten Sektor ist eine gewisse Flexibilität meist nur notwendig, wenn es zu einem Krankheitsfall kommt. Dies ist jedoch auch keine Einbahnstraße: Zum einen sollte der Arzt kurzfristig einspringen können, wenn ein Kollege erkrankt, zum anderen sollte sich der Mediziner darauf verlassen können, bei plötzlich auftretenden Erkrankungen im Familienkreis seinen Dienst nicht antreten zu müssen. Vor allem für Ärztinnen, die Familie oder kleine Kinder haben, ist dies ein wesentliches Argument, sich für eine Anstellung zu entscheiden.

    Fortbildung ist Teil des Dienstvertrages

    Einen wichtigen Beitrag zur Zufriedenheit angestellter Ärzte leistet auch eine Vereinbarung, die eine regelmäßige Fortbildung im Rahmen der Anstellung vorsieht. Dabei werden die Zeiten, die zur Weiterbildung in Anspruch genommen werden, regulär bezahlt. Lediglich Fahrtkosten sind dann vom angestellten Arzt selbst zu tragen. Eine Weiterbildung, die tageweise erfolgt, kann in einem entsprechenden Vertrag mit reduzierter Arbeitszeit enthalten sein. Wenn Du Dich generell auf dieses Modell einlässt, kannst Du den wöchentlichen Tag zum Nachschlagen in wissenschaftlicher Literatur oder generell zum Forschen nutzen. Dabei kannst Du dies in ruhiger Atmosphäre und mit eigenen Utensilien, Büchern oder dem Laptop erledigen. Auch wenn dies vielleicht zunächst wenig spektakulär klingt, so trägt es wesentlich zu einer entspannten Atmosphäre bei, in der Du als Mediziner in jeder Hinsicht produktiver bist.

    Gehalt als angestellter Arzt in der Arztpraxis

    Der derzeitige TVÖD sieht für angestellte Ärzte (Facharzt) ein Grundehalt von ca. 5.500 Euro vor. Als angestellter Arzt in der Praxis kann man sich an diesem Tarifvertrag orientieren, der jedoch im ambulanten Bereich nicht bindend ist.

    Wenn Du Dich als angehender Allgemeinmediziner für eine Förderung durch KV/Kasse entscheidest, so liegst Du bei fast 5.000 Euro mit reduzierter Arbeitszeit und großzügigen Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung.

    Pro und contra Anstellung: Diskutiert dazu im Forum!

    bearbeitet von Christina Czeschik




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