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  • Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit in der Arztpraxis: Grippeimpfung von medizinischem Personal


    MFAimNetz

    In der Grippesaison 2013/2014 waren nur etwas 40 Prozent des medizinischen Fachpersonals laut Aussage des Robert-Koch-Instituts (RKI) aus der Studie GEDA 2013s gegen Influenza geimpft.

    Auch ist in den Arztpraxen unter den Medizinischen Fachangestellten (MFA) und Ärzten eine zunehmende Impfmüdigkeit zu erkennen, trotz des besonders engen Kontaktes zu den Patienten. Diese wiederum haben bei bestehenden Grunderkrankungen oftmals ein erhöhtes Risiko an einer schweren schwere und eventuell tödlichen Verlaufsform der Influenza zu erkranken.

    Das RKI schreibt hierzu:

    “Die Impfung des medizinischen Personals folgt daher dem ethischen Gebot, Patienten nicht zu schaden”.

    Gleichzeitig diene die Impfung aber auch dem persönlichen Schutz der medizinischen Fachangestellten und Ärzten.

    Argumente gegen die Grippeimpfung

    Es gibt viele Argumente gegen die Grippeimpfung, die auch von medizinischen Fachpersonal angeführt werden:

    • Die Impfung biete keinen ausreichenden Schutz. Der Grippeimpfstoff enthalte ja nur die Virenstämme des Vorjahres.
    • Das medizinische Fachpersonal leide an keinen Grunderkrankungen und sei auch nicht alt.
    • Die Grippe sei nicht so schlimm.

    Sinn der Grippeimpfung für medizinisches Personal 

    Die Grippeimpfung stellt keinen hundertprozentigen Schutz gegen die Influenza-Viren dar, da diese häufig mutieren. Dennoch gehört die jährliche Schutzimpfung zu den wirksamsten präventiven Maßnahmen, die wir derzeit kennen.

    Geimpfte Personen zeigen häufig eine deutlich milderen Krankheitssymptomatik oder einen völlig unbemerkten Verlauf der Grippe.

    Die Weiterentwicklung der Influenza-Impfstoffe, z.B. die quadrivalenten "Tetra-Impfstoffe", erreichen zwischenzeitlich einen deutlich besseren Impfschutz. Diese werden aber nicht von allen Krankenkassen übernommen.

    Die "Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege (TRBA 250)" findet auch in der Arztpraxis Anwendung. Es ist nur in wenigen Arztpraxen bekannt, dass ungeimpftes medizinisches Fachpersonal vor diesem Hintergrund in der Grippesaison zusätzlich zur Durchführung der üblichen Hygienemaßnahmen noch einen besonderen "Atemschutz" tragen muss, der über den Mund-Nasen-Schutz hinausgeht.

    Die TRBA 250 sagt nter Punkt 4.2.10 Abs. 3 zu Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten der Schutzstufe 2 (hier werden die Influenza-Viren genannt):

    Zitat

    “Die geforderte Minimierung der Gefährdung durch luftübertragbare Krankheitserreger wird nach Ausschöpfung aller anderen technischen und organisatorischen Maßnahmen (insbesondere der Impfschutz der Beschäftigten, Hygienemaßnahmen) durch das Tragen von Atemschutz erreicht.

    Sind Patienten mit luftübertragbaren Krankheitserregern infiziert und müssen Tätigkeiten an diesen Patienten bzw. in deren Nähe ausgeführt werden, sind mindestens FFP2-Masken zu tragen.

    Hinweise: Solche Tätigkeiten sind z.B. die Versorgung und Pflege von Patienten mit Erkrankungen durch luftübertragbare Erreger, insbesondere wenn die Beschäftigten dabei Hustenstößen der Patienten ausgesetzt sein können.
    Auf das Tragen der FFP2-Masken kann im Einzelfall verzichtet werden, wenn bekannt ist, dass der betroffene Beschäftigte über einen ausreichenden Immunschutz, z.B. aufgrund einer Impfung, verfügt.
    Mund-Nasen-Schutz (MNS) ist kein Atemschutz…”
     

    Impfungen sind den Beschäftigten übrigens als Bestandteil der arbeitsmedizinischen Vorsorge vom Arbeitgeber anzubieten.

    Deine Meinung würde uns interessieren:

    Weitere Informationen:

    (Quellen: RKI, BAUA, TRBA 250 und andere)

    Mit freundlicher Unterstüzung von dialogpartnerinnen.de 




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