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  • Praxismanager/in – MFA als leitende Kraft


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    Der Erfolg einer modernen Arztpraxis hängt wesentlich von der Qualifikation des gesamten Praxisteams (MFA und Ärzte) und von effizienten Abläufen ab. Eine mögliche Lösung, um die Doppelbelastung der Mediziner mit betriebswirtschaftlicher Führung der Praxis und ärztlicher Tätigkeit zu vermindern und die Unternehmensführung zu professionalisieren: Die Weiterbildung oder Anstellung einer Praxismanagerin.

    Die Praxismanagerin oder der Praxismanager fungiert als Bindeglied zwischen Dir als Ärztin oder Arzt, Deinem Team aus MFA und den Patienten. Neben einigen fachspezifischen Voraussetzungen kommt es bei diesem Berufsbild vor allem auf die persönliche Eignung für dieses komplexe Aufgabengebiet an. Die Praxismanagerin muss engen Kontakt zur Praxisleitung und zu den Kollegen pflegen, Initiative zeigen und die Vorstellungen des Arztes im Praxisalltag umsetzen.

    MFA-Weiterbildung zum Fachwirt

    Ein Praxismanager muss nicht unbedingt eine Neueinstellung sein: Die notwendige Qualifikation kann eine MFA auch im Zuge einer Fortbildung erlangen. Diese werden auch berufsbegleitend angeboten, wie zum Beispiel die Ausbildung zur/zum Fachwirt/in für ambulante medizinische Versorgung (früher Arztfachhelfer/in). Die Organisation liegt bei der jeweiligen Landesärztekammer. Im Rahmen dieser Ausbildung kann die MFA sich auf bestimmte Gebiete besonders spezialisieren (sogenannte Wahlteile): im Bereich der Ärztekammer Baden-Württemberg sind dies zur Zeit Ambulantes Operieren, Ernährungsberatung oder Hausärztliche Betreuung. 

    Eine weitere Fortbildung, in der die Qualifikation zur Praxismanagerin erworben werden kann: Fachwirt/in im Sozial- und Gesundheitswesen. Die hier vermittelten Inhalte sind eher für das Management größerer Strukturen wie überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaften, Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) oder Polikliniken relevant.

    Außerhalb dieser Fachwirt-Ausbildungen werden auch Intensivseminare sowie Fernstudiengänge für die Weiterbildung zur Praxismanagerin angeboten. Wenn man Fragen bezüglich der Seriosität solcher Angebote hat, kann man sich an den Verband der Medizinischen Fachberufe e.V. wenden.

    Loyalität gegenüber dem Unternehmen Arztpraxis

    Wenn Du also MFA hast, die bereit und in der Lage ist, ein Team zu führen und als Bindeglied zwischen Dir und Deinen anderen Angestellten zu fungieren, so ist ein Aufstieg zur Praxismanagerin durchaus möglich.

    Das wichtigste Kriterium, das ein Praxismanager in einer Arztpraxis erfüllen muss, ist Loyalität gegenüber der Arztpraxis oder dem MVZ. Der Praxismanager fungiert als rechte Hand der gesellschaftsführenden Ärzte und koordiniert verschiedene Bereiche der Praxisverwaltung. Vor allem aber sollte er Führungsaufgaben gegenüber den übrigen Angestellten wahr nehmen.

    Damit kann es vorkommen, dass die Praxismanagerin oder der Praxismanager sich in einer Art Sandwichposition sieht: Es sollten einerseits die Vorgaben und Anweisungen der Ärzte umgesetzt werden, andererseits aber auch den Wünschen und Vorstellungen der anderen MFA nachgekommen werden. Das muss nicht automatisch bedeuten, dass eine Praxismanagerin mit dem Team immer einer Meinung sein muss oder autoritär alles vorgibt. Stattdessen sollte sie die verschiedenen Ansichten durchaus bündeln und kanalisieren, um die gemeinsam gesteckten Ziele erreichen zu können.

    Es wäre auch falsch, darauf zu bestehen, dass der Praxismanager immer Deine Meinung vertritt, und keine Alternativen zuzulassen. Das wirkt auf die Dauer demotivierend und ist einer befriedigenden Zusammenarbeit im Team kaum förderlich. Eine gewisse Grundloyalität gegenüber dem Inhaber der Arztpraxis oder den Gesellschaftern einer üBAG oder eines MVZ sollte nicht als Aufforderung zu blindem Gehorsam verstanden werden. Vielmehr hat der Praxismanager eine besondere Verantwortung für den sozialen Zusammenhalt innerhalb der gesamten ambulanten medizinischen Struktur und der darin arbeitenden MFA und angestellten Ärzte und muss gleichzeitig eine wirtschaftliche Versorgung der Patienten sicherstellen.

    Der Praxismanager als Führungskraft

    Gerade, wenn sich eine Kollegin innerhalb des Teams zum Praxismanager weiterentwickelt, kann sich eine gewisse Distanz zwischen den einzelnen Mitarbeitern entwickeln. Doch in einem gewissen Rahmen ist dies auch notwendig - immerhin gilt es Führungsaufgaben zu erledigen. Wichtig ist, dass Geradlinigkeit vorherrscht und sowohl Führung nach unten als auch nach oben umgesetzt wird. Der Praxismanager wechselt in gewisser Weise die Perspektive und muss plötzlich als Mitarbeiter handeln, der die Arztpraxis leitet. Er/sie muss das Gefühl haben, sich auf die Kompetenzen der Einzelnen und auf deren Loyalität verlassen zu können. Nur dann kann ist Delegation - auch von Entscheidungskompetenzen - möglich.

    Sichtweise des Arbeitgebers verstehen

    Doch ein Praxismanager führt nicht nur die anderen Beschäftigten in der Arztpraxis, sondern führt quasi auch nach oben. Das heißt: Sie/er schlüpft in Deine Rolle als Chef oder Chefin. Wenn Du sicher bist, dass Dein Praxismanager in Deinem Sinne handelt und entscheidet, kannst Du Dich auf sie/ihn verlassen. Deshalb ist es wichtig, dass Du ihr/ihm alle ausreichenden Informationen zur Verfügung stellst, die notwendig sind, um entsprechend agieren zu können. Nimm Dir Zeit, um auch Feedback Deines Praxismanagers zuzulassen, denn nur so kannst Du Vertrauen aufbauen. Nimm ihn als selbstbewusste Führungskraft wahr, die das in Deiner Arztpraxis umsetzt, was in Deinem Sinne ist.

    Diskutiert zum Thema Weiterbildung zum Praxismanager und zur Praxismanagerin hier im Forum!

    bearbeitet von Christina Czeschik




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