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  • Personalbedarf in der Arztpraxis: Medizinische Fachangestellte (MFA) im Verhältnis zu Ärzten


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    Um eine Arztpraxis erfolgreich zu betreiben, benötigst Du nicht nur eine umfassende technische Ausstattung, sondern auch ausgebildetes, fähiges und motiviertes Personal. So weit, so selbstverständlich. Aber wie viele medizinische Fachangestellte (MFA) musst Du für die Organisation Deiner Praxis konkret einplanen, und welche Faktoren beeinflussen den Personalbedarf? Diesen Fragen gehen wir hier nach.

    Mindestbedarf: wie viele MFA pro Arztpraxis?

    Während der Sprechzeiten muss eine medizinische Fachangestellte (MFA, Arzthelferin) an der Anmeldung erster Ansprechpartner für die Patienten sein. Diese kann und wird in den meisten Fällen auch Telefonate entgegen nehmen, druckt mit Hilfe der Praxis-EDV Rezepte aus und legt Dir selbige zur Unterschrift vor.

    Idealerweise wird diese hauptverantwortliche Kraft noch durch eine weitere Mitarbeiterin unterstützt, die als Springer eingesetzt wird. Der Springer oder die Springerin kann unter anderem ein EKG anlegen und schreiben, Patienten führen und sich individuellen Problemen und Fragen widmen, die Blutabnahme und auch Laboruntersuchungen durchführen. Wenn Du ambulante OPs durchführst, sollte diese Mitarbeiterin auch hierfür eine qualifizierte Assistentin sein.

    Um Dir die Büroarbeit zu erleichtern, ist es ratsam, zumindest auf Teilzeitbasis eine Schreibkraft einzustellen. Das kann Dir durchaus zehn bis zwanzig Stunden Büroarbeit in der Woche sparen, die Dir dann für sinnvollere Tätigkeiten zur Verfügung stehen: Für die Behandlung Deiner Patienten, aber auch für Weiterbildungsmaßnahmen.

    In einer Minimalversion in einer Einzelpraxis mit einer Ärztin oder einem Arzt, die/der sehr selbständig arbeitet und auch zeitweise die Patienten selbst annimmt, könnte man im Prinzip mit einer medizinischen Fachangestellten auskommen - aber nur unter folgenden sehr gewagten Annahmen: Die MFA nimmt nur dann Urlaub, wenn die Praxis geschlossen ist, und ist nie (!) krank.

    Als realistische Mindestbesetzung, um einen reibungslosen Praxisablauf ohne "Notbetrieb" zu gewährleisten, benötigst Du also schließlich doch drei MFA in Vollzeit - oder zwei MFA in Vollzeit und eine in Teilzeit angestellte Schreibkraft. Natürlich kann deren Tätigkeit auch von einer entsprechend ausgebildeten und versierten MFA übernommen werden, die vielleicht auch für die Zuarbeit bei der quartalsweisen Kassenabrechnung nach EBM und die Privatabrechnung nach GOÄ verantwortlich zeichnet.

    Planen Sie, eine Gemeinschaftspraxis zu gründen, so benötigen Sie für zwei weitere Ärzte mindestens eine zusätzliche Vollzeitkraft. Noch mehr Personal müssen Sie einstellen, wenn Sie die Gemeinschaftspraxen an verschiedenen Niederlassungen betreiben. Hier können Sie pro Niederlassung von der jeweils angegebenen Mindestbesetzung ausgehen.

    Personalplanung in der Arztpraxis: Besonderheiten und Alternativen

    Denke bitte bei der Organisation daran, dass auch in Deiner Praxis Mitarbeiter krank werden. Ein zusätzlicher Puffer von einer universell einsetzbaren Mitarbeiterin nimmt viel Stress und Last-Minute-Planung aus der Organisation heraus.

    Nicht zu vergessen: Natürlich müssen die Praxisräumlichkeiten auch sauber gehalten werden. Hierfür bietet es sich an, auf Teilzeitbasis eine versierte Reinigungskraft einzustellen. Als Alternative: Auch eine Gebäudereinigungsfirma kann mit dieser Dienstleistung beauftragt werden.

    Betreibst Du mit mehreren Kollegen eine Gemeinschaftspraxis, ist natürlich, wie oben schon angedeutet, mehr Personal notwendig. Allein schon für das Abfassen der Befunde lohnt sich die Einrichtung eines zentralen Schreibbüros. Auch für die Anmeldung und die Untersuchung der Patienten benötigst Du weitere qualifizierte Mitarbeiterinnen. Je größer Dein Mitarbeiterstamm ist, umso öfter wird es natürlich auch zu krankheits- und urlaubsbedingten Ausfällen kommen. Deshalb sind vielseitig einsetzbare MFA im Schreibbüro, die bei Bedarf in anderen Bereichen aushelfen können, stets ein Schatz für die Praxis.

    Praxismanager für das Personalmanagement

    In großen Praxen oder MVZ sind die Personalkosten relativ - also pro Ärztin oder Arzt - geringer. Allerdings wird das Personalmanagement durch die absolut gesehen höhere Anzahl an Mitarbeitern ungleich schwieriger als in der Einzelpraxis. Es kann sich daher lohnen, einen eigenen Praxismanager einzustellen oder eine MFA entsprechend fortzubilden.

    Der Praxismanager oder die Praxismanagerin kann dann auch weitere Aufgabengebiete der Praxisorganisation mit übernehmen und Dich und Deine ärztlichen Kollegen weiter entlasten. So bleibt dann letzten Endes mehr Zeit für Deine Patienten.

    Wie sieht die Personalplanung in Eurer Praxis aus? Diskutiere mit im Forum!

    bearbeitet von Christina Czeschik




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