Jump to content
  • Willkommen

    Willkommen auf Teramed. Bitte melde Dich an, um an der Community teilzunehmen.

  • Offene Notfallsprechstunde zur Entlastung der Terminsprechstunde


    teramed

    Eine konsequent umgesetzte Terminsprechstunde scheitert sehr oft an einem Mangel an freien Terminen. Die MFA müssen dann entscheiden, wie dringlich ein Patient gesehen werden muss, und ob das zwischen den regulären Terminen erfolgen kann.

    Mindestens die Hälfte der Termine sind "Kurztermine": Dringliche Termine für Anlässe, die nur einen kurzen Arzt-Patienten-Kontakt erfordern und zeitnah durch die MFA vergeben werden sollten.

    Je nach Fachgebiet der Arztpraxis und Patientenaufkommen - z.B. in der Grippesaison oder kurz vor den Ferien - kann der Anteil der Kurztermine überhand nehmen, und plötzlich scheitert die klassische Terminsprechstunde

    Ein Ansatz, um dieses Dilemma zu lösen: eine Unterscheidung der Termine in geplante Termine und ungeplante Kurztermine.

    Geplante Termine in der Terminsprechstunde

    • gelten für geplante Untersuchungen, Besprechungen und Therapien.
    • müssen medizinisch und organisatorisch nicht zeitnah durch MFA vergeben werden.
    • können zeitlich sehr ausgedehnt sein.

    Beispiele sind Gesundheitsuntersuchungen, Therapieverlaufsbesprechungen oder spezielle technische Untersuchungen.

    Ungeplante Kurztermine für "Notfälle"

    • erfordern nur kurze Arzt-Patient-Kontaktzeiten (in der Regel maximal 5 Minuten).
    • sollten zeitnah durch die MFA (in der Regel am gleichen Tag) vergeben werden.

    Beispiele für Kurztermine sind Konsultationen wegen Krankmeldungen, Grippesymptomen, akuten Schmerzen oder Laborbesprechungen.

    Puffer für Kurztermine in der Terminsprechstunde

    Klassischerweise werden freie Zeiten in der Terminsprechstunde, sogenannte "Puffer" oder "Blocker", für Kurztermine genutzt. In der Regel wird dieser Rahmen jedoch schnell gesprengt - dann kommt es erneut zu längeren Wartezeiten, zeitlichem Druck und Missmut in der Praxis während der regulären Termine.

    Puffer sollten also tatsächlich nur für ungeplante Verzögerungen in der normalen Terminsprechstunde genutzt werden.

    Kurztermine müssen deshalb von der regulären Terminsprechstunde organisatorisch getrennt werden.

    Offene Sprechstunde zur Vervollständigung der Terminsprechstunde

    Lösen lässt sich dieses Problem mit einem zusätzlichen Serviceangebot:

    Eine tägliche Offene Sprechstunde für Kurztermine und Notfälle zu festgelegten Zeiten.

    Eine einfache Möglichkeit ist es, die reguläre Terminsprechstunde täglich um eine Stunde zu reduzieren und in dieser Zeit eine "Offene Sprechstunde" für Kurztermine anzubieten.

    Dieses Sprechstundenangebot kann dann "Akutsprechstunde" oder "Notfallsprechstunde" genannt werden und zum Beispiel ein- bis zweimal täglich vor Ende der Arbeitszeit angeboten werden.

    Patienten sollten über dieses zusätzliche Serviceangebot z.B. durch Flyer, durch die Website oder mündlich durch die MFA informiert werden. Die Spielregeln sollten dabei klar vermittelt werden:

    • Tägliche offene Sprechstunde für Akutfälle zu festgelegten Zeiten, z.B. täglich ab 17:00 Uhr oder eine Stunde vor der Mittagspause,
    • mit kurzen Kontaktzeiten (in der Regel 5 Minuten),
    • ohne Voranmeldung,
    • mit zu erwartenden Wartezeiten.
    • Wichtig: Patienten mit akuten Verletzungen oder potenziell lebensbedohliche Notfälle (z.B. Herzbeschwerden) können natürlich weiterhin jederzeit auch ohne Anmeldung erscheinen

    Wie sind Deine Erfahrungen mit der offenen Sprechstunde für Akutfälle? Teile sie uns im Forum mit!

    bearbeitet von Christina Czeschik




×