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  • Medizinische Fachangestellte (MFA / Arzthelferin): Ein Beruf im Wandel


    teramed

    Das Berufsbild der Medizinischen Fachangestellten ist abwechslungsreich, selbständiges Arbeiten wird gefordert und die Perspektiven stimmen.

    Das Gehalt kann zwischen 1.300€ bis 4.000€ betragen, je nach Berufserfahrung und Tätigkeitsgruppe.

    Mit der früheren Bezeichnung "Arzthelferin"  oder sogar "Sprechstundenhilfe" hat das heutige medizinische Berufsbild nur noch wenig gemeinsam:

    In modernen Arztpraxen und medizinischen Versorgungszentren (MVZ) übernimmt das medizinische Personal vielfältige eigenständige Aufgaben und arbeitet in einem Team mit den Ärzten, sowohl organisatorisch als auch medizinisch, zusammen.

    Dementsprechend werden auch besondere persönliche Voraussetzungen erwartet:

    Aufgaben der Medizinischen Fachangestellten

    Die Arbeitsplatzbeschreibung in der Arztpraxis ist umfassend und lässt sich in organisatorische, medizinische und verwaltungstechnische Aufgaben unterteilen.

    OrganisatorischMFA-Anmeldung.jpg

    • Patienten empfangen und leiten
    • Sprechstundenablauf koordinieren
    • Vorbereitung des Arzt-Patienten-Kontaktes
    • Umsetzung der ärztlichen Anordnungen
    • Rezepte ausstellen (nach Anleitung oder Rücksprache mit den Ärzten)
    • Terminmanagement
    • Patientenbefragungen durchführen
    • Qualitätsmanagement umsetzen
    • Patienten an Termine, mögliche Gesundheitsleistungen (z.B. Vorsorgen, IGEL, DMP) erinnern (Recall)
    • Patienteninformationen zu Verfügung stellen
    • Bestellwesen für das Praxis-, Büro- und den Sprechstundenbedarf
    • Teambesprechungen organisieren und leiten
    • medizinische Instrumente, Geräte und Apparate anwenden, pflegen und warten
    • Instrumente und Geräte desinfizieren, reinigen und sterilisieren

    MedizinischMFA_Klemmbrett.jpg

    • bei Behandlung und Untersuchungen assistieren, Instrumente, Geräte und Apparaturen für die Behandlung bereitlegen bzw. vorbereiten

    • Injektionen durchführen, Verbände anlegen

    • Blut abnehmen, weitere Patientenproben aufarbeiten
    • EKG schreiben, Lungenfunktionstestung (Lufu) durchführen
    • (chronische) Wunden selbständig versorgen
    • als VERAH, NäPa oder AGNES Patienten im häuslichen Umfeld betreuen
    • Schulungen (z.B. Diabetes mellitus, Hypertonie) durchführen
    • in Notfallsituationen assistieren und Hilfe leisten bzw. selbstständig erste Maßnahmen ergreifen

    Büro- und Verwaltungsarbeiten

    • Qualitätsmanagement entwickeln
    • Kassenabrechnung nach EBM und Privatabrechnung nach GOÄ vorbereiten und durchführen
    • Schriftverkehr erledigen bzw. einscannen
    • Rechnungen bezahlen und buchen oder an das Steuerbüro weiterleiten
    • Befunde, Anträge und Krankheitsberichte schreiben und anfordern
    • die Praxis-Homepage pflegen und aktualisieren (lassen) und Werbematerial bereitstellen

    Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten

    Als Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung gilt eine abgeschlossene Schulausbildung. Empfehlenswert ist ein guter Realschulabschluss für die Bewerbung.
     
    Es wird im dualen System ausgebildet, das bedeutet, während der Tätigkeit z.B. in einer Arztpraxis wird praktisches Wissen vermittelt und theoretische Inhalte werden in der Berufsschule erlernt.
     
    Die Ausbildung dauert 3 Jahre.
     
    Inhalte der Ausbildung sind nach dem Ausbildungsrahmenplan
    1. Ausbildungsbetrieb (Rechtswesen, Gesetze, Umweltschutz)
    2. Gesundheitsschutz und Hygiene
    3. Kommunikation
    4. Patientenbetreuung und -beratung
    5. Betriebsorganisation und Qualitätsmanagement (Arbeitsabläufe, Zeitmanagement, Arbeiten im Team, Marketing)
    6. Verwaltung und Abrechnung, Materialwesen
    7. Information und Dokumentation (EDV, Datenschutz)
    8. Durchführen von Maßnahmen bei Diagnostik und Therapie unter Anleitung und Aufsicht des Arztes
    9. Grundlagen der Prävention und Rehabilitation
    10. Handeln bei Not- und Zwischenfällen

    Es ist sinnvoll, sich direkt mit einer Initiativbewerbung an Arztpraxen und medizinische Gesundheitszentren zu richten.

    Gehalt in der Ausbildung nach Tarifvertrag

    Die aktuelle Vergütung der Azubis ist seit April 2016 in allen drei Ausbildungsjahren um 30€ monatlich gestiegen. Das heißt, im ersten Ausbildungsjahr erhalten die angehenden Medizinischen Fachangestellten nun 730 Euro, im zweiten Jahr 770 Euro und im dritten Jahr 820 Euro pro Monat. 

    Gehalt als Medizinische(r) Fachangestellte(r) nach Tarifvertrag

    Das Gehalt nach dem aktuellen Tarifvertrag orientiert sich an die Berufserfahrung (Berufsjahre) und der Einstufung in eine Tätigkeitsgruppe.

    Entscheidend ist, dass das Gehalt sich zwar auch mit den Berufsjahren erhöht, aber viel mehr von der Weiterbildung und den Tätigkeiten abhängt, die in der Arztpraxis ausgeübt wird. Fortbildungen und Berufsbildung, vor allem in medizinischen Themen, werden somit schnell mit einem höheren Verdienst honoriert.

    Weiterbildung

    Durch MFA-Fortbildungen eröffnen sich neue Berufsperspektiven.

    Spezialisierende Fortbildungen

    Verschiedene Fortbildungsangebote bieten eine Qualifizierung zum Beispiel in folgenden medizinischen Gebieten:

    • Onkologie
    • Ambulantes Operieren
    • Gastroenterologische Endoskopie
    • Pneumologie (Lungenheilkunde)
    • Dialyse
    • Strahlenschutz oder
    • Arbeits- / Betriebsmedizin
    • Prävention

    Fortbildung zur Praxismanagerin

    In modernen Arztpraxen übernimmt in leitender Position eine Praxismanagerin (früher leitende Arzthelferin / Erstkraft) folgende Aufgaben:praxismanager.jpg

    • die Organisation des Praxis- und Sprechstundenablaufs
    • die Koordination der Verwaltung und
    • die Anleitung des Personals und das Personalmanagement

    Die Fortbildung zur Praxismanagerin ist je nach Anbieter unterschiedlich und besteht aus mindestens 280 Stunden und kann entweder in Vollzeit oder berufsbegleitend in Teilzeit absolviert werden.

    Fortbildung Betriebswirtin für Management im Gesundheitswesen

    Die Ausbildung zur Betriebswirtin für Management im Gesundheitswesen umfasst meist 800 Stunden und qualifiziert für Praxismanagement-, Personal- und Leitungsaufgaben.

    In besonderen in größeren Unternehmen des ambulanten Gesundheitswesen werden zunehmend Leitungs- und Führungsaufgaben von speziell weitergebildeten Medizinischen Fachangestellten übernommen.

    Mögliche Einsatzorte

    Die Tätigkeit ist nicht nur auf Arztpraxen aller Fachrichtungen und Medizinische Versorgungszentren beschränkt. Zunehmend ist die Ausbildung auch in Krankenhäusern im ambulanten und stationären Bereich, Reha-Kliniken, Krankenkassen, öffentlichen Gesundheitsdiensten, betriebsärztlichen Abteilungen, Institutionen und Organisationen des Gesundheitsdienstes gefragt.

    bearbeitet von Christina Czeschik




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