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  • Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten (MFA / früher Arzthelferin): Inhalte und Chancen


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    Ein Beruf, fast so alt wie der des Arztes: Medizinische Fachangestellte (MFA), früher auch als Arzthelferin oder umgangssprachlich als Sprechstundenhilfe bezeichnet. Auch Männer ergreifen übrigens mittlerweile den Beruf des Medizinischen Fachangestellten (Arzthelfers).

    Nach rund 40 Jahren wurde die Ausbildung zur Arzthelferin im Jahr 2006 reformiert: Aus der Arzthelferin wurde die Medizinische Fachangestellte (MFA).

    Auch die Lerninhalte der nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) anerkannten 3-jährigen Ausbildung wurden aktualisiert: Die oder der angehende MFA soll noch besser darauf vorbereitet werden, selbständig zu arbeiten und Praxisvorgänge zu strukturieren, zu analysieren und der Patientin und dem Patienten verständlich zu machen. Inhaltlich vertieft und breitgefächerter wird dazu beispielsweise der Bereich Praxisorganisation unterrichtet. Dies soll den Auszubildenden zudem umfassendes Rüstzeug zum eigenständigen Durchführen von EDV-gestützten Verwaltungs- und Abrechnungstätigkeiten an die Hand geben und die Ärztin und den Arzt von bürokratischen und organisatorischen Aufgaben weiter entlasten.

    Zugangsvoraussetzungen und erwartete Kompetenzen der MFA

    Im Allgemeinen wird für die Ausbildung zur MFA (Arzthelferin) der Mittlere Bildungsabschluss (Mittlere Reife, Fachoberschulreife) gefordert. Auch Interessierte mit ESA-Abschluss (Hauptschulabschluss, Berufsbildungsreife) haben unter Umständen eine Chance. Im Schulzeugnis sind gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern (Mathematik, Chemie, Physik und Biologie) sowie Deutsch wichtig. Viele Ärzte bieten Schulabgängern auch an, sich über ein mehrwöchiges Praktikum für eine Ausbildungsstelle zu qualifizieren.

    Gehalt in der Ausbildung zur MFA (Arzthelferin)

    In der Ausbildung erhalten die angehenden medizinischen Fachangestellten seit dem 01.04.2016 ein Gehalt von:

    • im 1. Jahr monatlich 730 Euro
    • im 2. Jahr monatlich 770 Euro
    • im 3. Jahr monatlich 820 Euro

    Mit abgeschlossener Ausbilung zur MFA steigt der Lohn je nach Berufserfahrung, Aufgabengebiet und Fortbildungen:

    Mit Fort- oder Weiterbildungen, beispielsweise zur Praxismanagerin oder Qualitätsmanagerin (QM-Beauftragten, siehe auch weiter unten) lässt sich somit das Einkommen noch erheblich steigern.

    Der Arbeitsmarkt bietet sehr viele Stellen für Auszubildende und ausgebildete Medizinische Fachangestellte - hier beispielsweise im Stellenmarkt von Teramed.

    Tätigkeitsschwerpunkte der MFA (Arzthelferin): Organisieren – Assistieren – Administrieren

    Grob lässt sich die Arbeit einer MFA in drei Bereiche unterteilen, die natürlich auch ineinandergreifen:

    • Patienten betreuen und den Sprechstundenablauf organisieren

    Im Vordergrund einer Ausbildung zur MFA (Arzthelferin) steht sicher erst einmal der Umgang mit Patienten. Potenzielle Notfälle sollen durch gezieltes Nachfragen identifiziert und eingeschätzt werden, damit die Reihenfolge der Patienten sinnvoll festgelegt werden kann. Ebenfalls wichtig zur Organisation des Sprechstundenablaufs sind fundierte Kenntnisse in der Handhabung von EDV und Telefonanlage. Sowohl Praxisverwaltungssystem als auch in vielen Praxen schon der Terminkalender sind EDV-basiert und müssen von der MFA beherrscht werden. Der oder die Terminkalender, ob EDV- oder papierbasiert, sollte außerdem genug Pufferzeiten enthalten, um einen reibungslosen Praxisbetrieb sicherzustellen und Frust bei Arzt und Patienten zu vermeiden. Alle mit einem Patientenbesuch verbundenen administrativen Tätigkeiten wie das Anlegen von Krankenakten und deren Speicherung zur Wiedervorlage beim Arzt gehören ebenfalls in die Hände der MFA.

    • Dem Arzt assistieren und begleitende Tätigkeiten verrichten

    Die MFA-Auszubildende lernt, Behandlungsräume, Apparaturen und Instrumente für eine Untersuchung vorzubereiten sowie die Patientendaten zu überprüfen und zu ergänzen. Abhängig von der Fachrichtung der Arztpraxis wirkt die MFA bei diagnostischen Maßnahmen mit – beispielsweise beim Einsatz von EKG- oder Röntgengeräten. Auch einige therapeutische Maßnahmen darf die MFA nach Anleitung eines Arztes durchführen, beispielsweise bestimmte Injektionen setzen, Blut abnehmen oder Verbände anlegen. Viele Laborarbeiten führt die MFA eigenständig durch, unter anderem die Untersuchung von Urin, Stuhl und Blut. Wenn komplexere Analysen an ein externes Labor delegiert werden, ist die MFA zuständig für sichere Aufbewahrung, korrekten Versand und eventuell notwendige hygienische Entsorgung sowie für die Dokumentation der Labordaten. Auch die Pflege der medizinischen Betriebsmittel und die Vorratshaltung der Arztpraxis - vom Druckerpapier bis hin zum Verbandsmaterial - fällt in den Verantwortungsbereich der MFA.

    • Büro-, Verwaltungs- und Abrechnungsarbeiten durchführen

    Die MFA muss die Ablagesysteme für alle anfallenden Dokumentenarten kennen und sicher mit der EDV umgehen können. Sie erledigt die Praxiskorrespondenz mit Patienten, Krankenhäusern, anderen Ärzten, Behörden und Krankenkassen entweder eigenständig oder nach Diktat. Sie ist zuständig für die Abwicklung des gesamten Rechnungswesens, sowohl für die Kassenabrechnung (EBM) als auch für die Rechnungsstellung an Privatpatienten (GOÄ).
    Auch das Qualitätsmanagement in der Arztpraxis wird zunehmend eigenständig durch speziell fortgebildete MFA übernommen. Je nach Neigung und Fähigkeiten ist auch die Betreuung der Praxis-Webseite eine interessante und lohnenswerte Aufgabe.

    Mit Fortbildungen zur VERAH oder NäPa lässt sich noch mehr Autonomie im Beruf erreichen: VERAH und NäPa führen beispielsweise eigenständig Hausbesuche bei Patienten durch. Sie übernehmen somit mehr Verantwortung in der Praxis und entlasten die Ärztin oder den Arzt von weiteren Tätigkeiten, was sich oft auch finanziell lohnt.

    Welche Arbeitsschwerpunkte haben die MFA in Eurer Praxis? Wie sind Deine Erfahrungen mit Weiterbildungen für MFA? Berichte uns darüber im Forum!




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