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    Blog

    Für Medizinische Fachangestellte (MFA / Arzthelferin), Praxismanagerinnen und und niedergelassene Ärzte in der Arztpraxis / MVZ

    MFAimNetz
    Auch wenn der geriatrische Bereich mittlerweile etwas besser abgerechnet werden kann, ist es ob der Vielzahl von Patienten doch so, dass man beständig das Gefühl hat, nicht genug Zeit für den einzelnen geriatrischen Patienten zu haben. Mit Zeit für Gespräche und zusätzliche Untersuchungen könnte man der speziellen Situation des älteren Patienten viel besser gerecht werden, spezielle Aspekte seiner Einschränkungen viel besser hinterfragen und beleuchten.  An dieser Stelle kommen die geriatrischen Tageskliniken ins Spiel.
    Das Konzept der geriatrischen Tageskliniken ist in vielen Arztpraxen bislang  immer noch weitgehend unbekannt, dabei handelt es sich dabei um eine sehr sinnvolle Einrichtung an der Schnittstelle zwischen stationärer und ambulanter Versorgung, die von älteren Menschen im Allgemeinen auch gut angenommen wird. Eine flächendeckende Versorgung mit geriatrischen Tageskliniken gibt es derzeit allerdings leider noch nicht. Die Eckpunkte:
    Zielgruppe
    Zielgruppe sind ältere und hochbetagte multimorbide Patienten mit funktionellen Beeinträchtigungen bei akuten oder chronischen Erkrankungen. 
    Ziele
    Verbleib in der eigenen Wohnung, bzw. Reduktion und/oder Vermeidung von Pflegebedürftigkeit Umfangreiche Diagnostik und Therapie von Krankheiten und Funktionsbeeinträchtigungen älterer Patienten Verkürzung oder Vermeidung einer vollstationären Behandlung Wiederherstellung eingeschränkter Selbstständigkeit Erhalt und/oder Wiederherstellung sozialer Kompetenz Medikamentöse Einstellung mit möglichst wenigen Medikamenten Indikationen
    Überwachung und Optimierung stationär begonnener Therapien unter häuslichen Bedingungen Nachbehandlung zur Wiederherstellung von Selbstständigkeit z.B. nach Oberschenkelhalsbruch Verzögerte postoperative Rekonvaleszenz Verschleißerscheinungen und entzündliche Erkrankungen des Skelettsystems Chronische Schmerzen Neurologische Erkrankungen (z.B. Zustand nach Schlaganfall, Morbus Parkinson etc.) Schwindel, z.B. Abklärung und Therapie einer Orthostase Sprach- und Schluckstörungen Tumorerkrankungen Diagnostik und Therapie leichter bis mittelschwerer kognitiver Defizite Diagnostik und Therapie begleitender Depression Ausschlusskriterien sind höhergradige Demenz und eine zu große Entfernung des Wohnortes von der Einrichtung (mehr als 30 bis 45 min Fahrzeit sollten es nicht sein).
    Voraussetzungen in der Person der/des Älteren
    Der geriatrische Patient sollte noch selbst oder mit Hilfe in der Lage sein, aufzustehen sich zu waschen und die Wohnung zu verlassen. Auch sollte er/sie in der Lage sein, als Beifahrer im Auto mitzufahren.
     
    Ablauf des Aufenthalts in der geriatrischen Tagesklinik
    Je nach Einrichtung werden die Patienten im Allgemeinen morgens zu Hause abgeholt und nachmittags wieder nach Hause gebracht. Die personelle Ausstattung geriatrischer Tageskliniken ist zumeist sehr gut. Die Betreuung des Patienten erfolgt interdisziplinär in Einzelbetreuung und in der Gruppe, weshalb es in der Einrichtung für die Älteren eine Reihe verschiedene Tagesordnungspunkte gibt, die nahtlos ineinandergreifen:
    gemeinsames Essen der Älteren Nutzung von Aufenthaltsräumen und/oder Ruhezonen umfangreiche diagnostische Tests psycho-, physio- und ergotherapeutische Maßnahmen (z.B. Krankengymnastik, Spielerunden, Gespräche, Gehschule) sozialdienstliche Beratung Hilfsmittelversorgung Einleitung sozial flankierender Maßnahmen wenn nötig auch spezielle Maßnahmen  wie z.B. Logopädie oder Wundversorgung Die interdisziplinäre Betreuung macht es beispielsweise auch möglich, das Ess- und Trinkverhalten der Älteren zu beobachten und zu schauen, wie sie sich in verschiedenen Zusammenhängen im sozialen Umfeld bewegen. Geriatrische Tageskliniken sind zumeist an Krankenhäuser angegliedert, so dass im Bedarfsfall das gesamte Leistungsspektrum des Krankenhauses zur Verfügung stehen kann.
    Organisatorisches und Aufnahme
    Aufnahemkapazität
    Die Aufnahemkapazität geriatrischer Tageskliniken ist begrenzt. Mehr als 20 Patientinnen und Patienten werden nur selten gleichzeitig betreut, oft auch nur bis zu zehn.
    Aufnahme
    Die Aufnahme in eine geriatrische Tagesklinik ist sowohl als Direkteinweisung durch den ambulant behandelnden Arzt als auch Anschluss an eine vollstationäre Krankenhausbehandlung möglich. Einige Tageskliniken haben spezielle Anmeldeformulare, die auch das soziale Umfeld des Patienten hinterfragen. Wenn eine Arztpraxis noch keine Erfahrung mit der geriatrischen Tagesklinik vor Ort hat, empfiehlt es sich, dort im Vorfeld einmal anzurufen und nach den Aufnahmegepflogenheiten zu fragen.
    Über die Aufnahme eines Patienten wird meistens in einem interdisziplinären Assessmentgespräch entschieden. Mehrwöchige Wartezeiten sind nicht selten.
    Aufenthaltsdauer
    Die Aufenthaltsdauer des Patienten in der teilstationären Einrichtung ist vergleichbar der in anderen rehabilitativen Einrichtungen. Zumeist werden zu Beginn zwei oder drei Wochen anberaumt, die dann im Einzelfall verlängert werden können.
    Kostenübernahme
    Die Kosten für die Behandlung in einer geriatrischen Tagesklinik werden wie der stationäre Krankenhausaufenthalt von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen.
    Ob und zu welchem Anteil die Kosten von der jeweiligen privaten Krankenversicherung getragen werden, muss im Vorfeld individuell abgeklärt werden.
    Gutachten
    Patientinnen und Patienten erhalten abschließend jeweils ein umfassendes Gutachten mit allen diagnostischen Ergebnissen, Schilderung von begonnenen Therapien und bisherigen Therapieerfolgen, Hinweise zur medikamentösen Einstellung und umfassenden Empfehlungen für die weitere ärztliche Betreuung. Sollte der Patient vergessen, das Gutachten beim nächsten Arztbesuch vorzulegen, bitte danach fragen!
    Wichtige Patienteninformationen
    Die größte Angst der Älteren ist zumeist, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden und von dort gar nicht mehr nach Hause sondern direkt auf die Pflegestation kommen. Eine weitere Angst ist, dass ihnen darüberhinaus ihr Mitspracherecht genommen wird, sie also quasi entmündigt werden.
    Es können auch große Bedenken gegenüber der Leistungsfähigkeit der geriatrischen Tagesklinik und dem aus einem dortigen Aufenthalt resultierenden Nutzen bestehen. Diese Angst besteht insbesondere dann, wenn im Vorfeld bereits Erfahrungen mit einer personell schlecht besetzten, vollstationären, geriatrischen Unterbringung gemacht wurden, z.B. nach einem operativen Eingriff, vielleicht sogar im gleichen Krankenhaus, dem die Tagesklinik angegliedert ist .
    Des Weiteren können Ängste bestehen, anderen “unbekannten Alten” zu begegnen. Mitunter wird dann davon gesprochen, dass viele Ältere “schrullig”, “komisch” oder zickig” seien. Hier liegt der Grund häufig darin, dass beim Patienten mittlerweile die meisten sozialen Kontakte abgerissen sind (z.B. durch Todesfälle und zunehmende Isolation durch die eigene Unbeweglichkeit). Sie sind sich unsicher, wie sie den anderen begegnen sollen, mögen das aber weder dem Arzt noch sich selbst eingestehen. Kommen Ältere wieder mit anderen in Kontakt, macht es ihnen allerdings dann zumeist sehr viel Freude.
    All diese Bedenken und Widerreden des geriatrischen Patienten kann man mit nur einem Satz vom Tisch wischen:
    (Auszug aus der Wissensdatenbank des Dialogpartnerinnenprogramms. Quellen: Websites verschiedener geriatrischer Tageskliniken, u.a. der in Jena, Kiel und Köln.)

    Christina Czeschik
    Ihre Patienten suchen Ihre Arztpraxis Website
    Die Generation Wählscheibentelefon wird ersetzt durch die Generation Skype: Im Jahr 2014 betrug der Anteil der Internetnutzer unter den Senioren bereits 67%.
    Bis vor einigen Jahren konnte man sich für das Marketing in der Arztpraxis noch darauf zurückziehen, dass die ältere Generation – die nun mal den Löwenanteil der Patienten in den Arztpraxen und Wartezimmern ausmacht – einfach noch nicht online ist. Somit, so lautete oft die Schlussfolgerung, musste auch die eigene Praxis keine Homepage unterhalten: „Die Patienten finden mich auch so.“
    Ist das heute noch so? Nicht nur, dass unter den Senioren der Anteil der Internetnutzer steigt: Die sogenannten „Digital Natives“, also Menschen, die bereits mit dem Internet aufgewachsen sind, stehen heute mitten im Berufsleben, sind oft gut ausgebildet, sie sind im Vergleich zu Älteren und Nicht-Internetnutzern häufig privat versichert. Sie sind es gewohnt, bei jeder wichtigen (und so mancher unwichtigen) Entscheidung als allererstes das Internet zu Rate zu ziehen.
    Es gibt mehr als einen Weg, sich von Patienten im Internet finden zu lassen: Neben einem Eintrag in ein klassisches Branchenbuch, wie die Gelben Seiten, stehen Sie in der Regel auch ohne Ihr Zutun schon in Ärztebewertungsportalen wie Jameda. Bei beiden Alternativen sind Ihre Gestaltungs- und Einflussmöglichkeiten nicht vorhanden oder allenfalls gering. Anders bei der eigenen Webseite: Hier haben Sie freie Hand und so viel Platz, um Ihre Praxis darzustellen, wie Sie möchten.
    Schritt für Schritt zur eigenen Arztpraxis Webseite
    „Moment mal!“, sagen Sie an dieser Stelle vielleicht.
    „Was ist mit dem Werbeverbot?"
    "Wer programmiert mir die Seite, wieviel kostet das und was ist, wenn ich mal was geändert haben will?"
    "Und außerdem weiß ich gar nicht, ob ich mein Foto und die Fotos meines Teams überhaupt im Internet haben will…“
    Klar: an ein paar gesetzliche Grundlagen muss man sich halten – diese sind aber überschaubar. Ansonsten lassen Sie sich ruhig vom KISS-Prinzip leiten: Keep it short and simple. Um eine Webseite zu erstellen, muss man heutzutage nicht mehr programmieren können, und Sie können auch durchaus eine attraktive Seite ganz ohne Fotos oder anderen Schnickschnack haben.
    Wenn Sie alles perfekt machen wollen, mehrere Fototermine mit Ihrem Team vereinbaren, Angebote von Webdesignern und Textern einholen, Hosting-Angebote vergleichen und ein Wordpress-Seminar an der Volkshochschule belegen, dann ist das Risiko hoch, dass Patienten Sie auch nächstes Jahr um diese Zeit noch nicht im Internet finden.
    Um es noch einmal deutlich zu sagen: Eine funktionale und erreichbare Webseite, die keinen Designpreis gewinnt, aber Ihren Patienten Ihre Anschrift und Sprechzeiten zeigt, ist besser als die hypothetische beste Webseite der Welt, deren Fertigstellung immer wieder nach hinten verschoben wird!
    Betrachten Sie das Projekt Praxiswebsite als ein flexibles, das Sie stets entsprechend Ihrem Bedarf und Ihren Ressourcen pflegen und überarbeiten können.
    Ihre erste Priorität sollte sein, erst einmal im Internet für Ihre Patienten sichtbar zu werden um grundlegende Informationen anzubieten: Adresse, Öffnungszeiten und Telefonnummer.
    Zu diesem Zweck geben wir Ihnen hier einen kurzen Leitfaden an die Hand, der Sie bei den ersten Schritten begleiten wird.
    1. Für eine Domain entscheiden
    Die Domain ist die Adresse, unter der Ihre Seite im Browser zukünftig erreichbar sein wird. Wenn Sie sicherstellen, dass Ihr Name oder der Ihrer Einrichtung in der Domain auftaucht, werden Sie später leichter von Patienten gefunden, die nach Ihnen suchen. Beispiel: www.praxis-dr-muster.de oder www.mvz-musterstrasse.de.
    2. Bei einem Homepage-Baukasten anmelden
    Ein sogenannte Homepage-Baukasten ist ein von einer Firma angebotener Dienst, bei dem die eigene Webseite weitgehend automatisch erstellt wird. Man muss lediglich seine gewünschte Domain eingeben, sich für ein bestimmtes Design entscheiden und natürlich hinterher die Inhalte erstellen – also beispielsweise die Praxisöffnungszeiten und das Impressum.
    Zwei beliebte Baukastensysteme sind beispielsweise Wordpress und Jimdo.
    (Wordpress ist eigentlich ein sehr umfangreiches System zur Verwaltung von Webseiten, das Sie als Fortgeschrittene auch auf einem eigenen Server installieren können. Das ist aber für unsere Zwecke nicht notwendig, daher das nur als Randbemerkung.)
    Bei beiden Systemen können Sie während des Anmeldeprozesses Ihre gewünschte Domain angeben. Falls diese nicht mehr frei sein sollte, versuchen Sie geringfügige Abwandlungen – also beispielsweise www.praxisdrmuster.de oder www.dr-muster-berlin.de statt www.praxis-dr-muster.de.
    3. Für ein Design entscheiden
    Nach der Anmeldung werden Ihnen mehrere Webseiten-Designs zur Auswahl vorgestellt. Nehmen Sie eins, das Ihnen gefällt – keine Angst, Sie können es stets im Nachhinein noch ändern. Bei Wordpress sind Sie am besten bedient, wenn Sie die Designkategorie „Eine Willkommensseite für meine Webseite“ auswählen: Dann werden Ihnen solche Designs angezeigt, die nicht darauf angewiesen sind, dass Sie regelmäßig eine News-Seite aktualisieren.
    4. Kostenlos oder kostenpflichtig?
    Sowohl Wordpress als auch Jimdo bieten auch kostenlose Webseiten. Hier ist keine eigene Domain enthalten, sondern nur eine sogenannte Subdomain, beispielsweise www.praxisdrmuster.wordpress.com. Zudem finanzieren sich solche Angebote durch Werbeeinblendungen, machen also auf Ihre Patienten einen wenig professionellen Eindruck. Sie wählen daher am besten die günstigste der kostenpflichtigen Versionen, die z.B. bei Wordpress 2,99 EUR im Monat kostet. Wenn Sie später einmal mehr Wünsche an Ihre Webseite haben sollten, die mit dem preiswertesten Plan nicht mehr zu erfüllen sind, können Sie immer noch upgraden.
    5. Inhalte erstellen
    Ihre Webseite sollte neben dem Impressum (siehe nächster Punkt) mindestens eine Seite haben, um einen Nutzwert für Patienten zu haben: Name, Anschrift und Telefonnummer Ihrer Praxis mit Facharztbezeichnung und etwaigen Gebietsbezeichnungen sowie Öffnungs-/Sprechzeiten.
    Darüber hinaus können Sie natürlich auch weitere Seiten erstellen beziehungsweise die Inhalte auf mehrere Seiten aufteilen. Eine erste (kleine) Zusammenstellung von Seiten wäre beispielsweise:
    Sprechzeiten Leistungen Anfahrt und Kontakt 6. Impressum und Datenschutzerklärung nicht vergessen
    Jetzt sind wir bei den oben schon erwähnten rechtlichen Anforderungen: Ihre Webseite braucht ein Impressum und eine Datenschutzerklärung, und es muss von der Startseite aus erreichbar sein (also durch einen Link im Hauptmenü oder in der Fußzeile). Dies ist normalerweise automatisch der Fall – kontrollieren Sie es aber sicherheitshalber und fügen Sie, wenn nötig, die Seite von Hand zum Menü hinzu.
    Was muss ins Impressum? Kurz gesagt, Name und Kontaktinformationen des für die Webseite Verantwortlichen – also Ihr Name und Ihre Anschrift mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Zusätzlich die zuständige Landesärztekammer und (wenn es keine reine Privatpraxis ist) zuständige KV, die Berufsbezeichnung Arzt, Umsatzsteuernummer (wenn vorhanden), Links auf die für Sie geltende Berufsordnung und das Heilberufegesetz sowie der Hinweis, dass Sie auch inhaltlich für die Webseite verantwortlich sind. Falls Sie Links auf andere Webseiten setzen (was in diesem Schritt-für Schritt-Guide nicht enthalten ist), sollten Sie auch einen Haftungsausschluss mit aufnehmen.
    Ein Muster-Impressum finden Sie beispielsweise bei der KV-Nordrhein (https://www.kvno.de/10praxis/30honorarundrecht/30recht/10internet/webimpresssum/index.html).
    Was muss in die Datenschutzerklärung? Eine Datenschutzerklärung ist notwendig, wenn Sie auf Ihrer Webseite die Daten der Besucher sammeln, sei es über Cookies oder ein Kontaktformular. Die Datenschutzerklärung legt den Besuchern Ihrer Webseite dar, inwiefern ihre Daten gespeichert und/oder weitergegeben werden und wie sie dies verhindern können (beispielsweise durch Ausschalten der Cookies). Bezüglich des Inhaltes kann man sich an der Musterdatenschutzerklärung der Stiftung Gesundheit orientieren.
    7. Bonus
    Ihre Webseite ist online? Herzlichen Glückwunsch! An dieser Stelle können Sie das Projekt erst einmal wieder eine Weile liegenlassen und sich anderen Dingen zuwenden.
    Wenn Sie aber für das Projekt Praxiswebseite Feuer gefangen haben, gibt es eine Reihe von Ergänzungen, die Sie als nächstes in Angriff nehmen können:
    Einbinden einer kleinen Anfahrtskarte (Google Maps, Anleitung siehe dort) in Ihre Kontaktseite Einbinden eines Kontaktformulars in Ihre Kontaktseite Erstellung eines Blogs, d.h. einer Sammlung von Newsmeldungen, in dem Sie beispielsweise Ihre Urlaubszeiten und Vertretung posten, die Impfsaison ankündigen oder auf Änderungen der Sprechzeiten hinweisen Abdruck der Adresse Ihrer Praxiswebseite auf Ihren Visitenkarten oder Privatrezepten Schauen Sie sich auch ruhig einmal die Webseiten Ihrer Kollegen an. Was können Sie für sich selbst übernehmen, was gefällt Ihnen weniger gut?
    Ihre Erfahrungen zum Praxismarketing
    Haben Sie gute oder schlechte Erfahrungen mit einem der genannten Systeme gemacht? Wurden Sie von Patienten schon auf Ihre Homepage angesprochen? Können Sie den Kollegen, die die Webseite lieber erstellen lassen möchten, einen guten Webdesigner empfehlen?
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    Über die Autorin
    Dr. med. Christina Czeschik, M.Sc. 
    Medizinische Informatik, Datenschutz, IT-Seminare
    Ich bin Ärztin für Medizinische Informatik (Ärztekammer Nordrhein) und Mitherausgeberin und Autorin der Bücher "Medizinische Informatik kompakt", "Gut gerüstet gegen Überwachung im Web" und "Literatursuche mit PubMed". MIt dem Team von serapion medical schreibe ich über Themen aus E-Health, Medizinischer Informatik und Medizintechnik und führe Workshops zu E-Health- und IT-Themen für Ärztinnen und Ärzte durch.
    Mehr dazu auf serapion medical: E-Health für Ärzte

    teramed
    Die erste spürbare Auswirkung des E-Health-Gesetzes, das am 01. Januar 2016 in Kraft getreten ist: Patienten haben ab dem 01. Oktober 2016 einen gesetzlichen Anspruch auf einen Medikationsplan (Medikamentenplan), wenn sie mindestens drei Medikamente einnehmen.
    Aber:
    Was hat der Medikationsplan eigentlich mit E-Health zu tun?
    Das E-Health-Gesetz wird vor allem mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in Verbindung gebracht.
    Eine praxisnahe Vorgabe enthält aber das E-Health-Gesetz (das „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen sowie zur Änderung weiterer Gesetze“), die auf den ersten Blick gar nichts mit „digitaler Kommunikation“ zu tun haben:
    Versicherte, die gleichzeitig mindestens drei verordnete Arzneimittel anwenden, haben ab dem 1. Oktober 2016 Anspruch auf Erstellung und Aushändigung eines Medikationsplans in Papierform durch einen an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Arzt In dem Medikationsplan sind mit Anwendungshinweisen zu dokumentieren: Alle Arzneimittel, die dem Versicherten verordnet worden sind, Arzneimittel, die der Versicherte ohne Verschreibung anwendet, sowie Hinweise auf Medizinprodukte, soweit sie für die oben genannte Medikation relevant sind. Ärzte erhalten für die Erstellung und Aktualisierung des einheitlichen Medikationsplans eine Vergütung - entweder als Einzelleistung (GOP 01630) oder Zuschlag zur Chroniker- bzw. Grundpauschale. Einzelheiten dazu gibt es auf den Seiten der KBV.

    Form und Inhalt des Medikationsplans
    Folgende Angaben sind Pflicht im Medikationsplan: Titel "Medikationsplan" mit Seitenangabe, Name und Geburtsdatum des Patienten, Name und Kontaktdaten des Arztes und der Praxis, Datum des Ausdruckes, Barcode - mehr dazu weiter unten in diesem Artikel, Medikationstabelle mit Wirkstoff, Handelsname, Stärke, Spalten für morgens, mittags, abends und zur Nacht, die Einheit (z.B. Stück oder Hub), weitere Hinweise sowie die zugrundeliegende Indikation bzw. Grunderkrankung, und schließlich der Fußbereich mit Angaben zur Praxissoftware.   Der Medikationsplan soll im Format DIN A4 quer und einseitig bedruckt erstellt werden, natürlich in einer gut leserlichen Schriftart wie beispielsweise Arial. Ziel: eine gemeinsame Schnittstelle
    Im Jahr 2016 sollte es doch eigentlich schon selbstverständlich sein, dass jeder Patient, der mehrere Medikamente einnimmt, vom Hausarzt oder betreuenden Facharzt einen Medikamentenplan erhält.
    Warum also dieser gesetzliche Aufwand?
    Ohne ein strukturiertes Vorgehen für eine verbesserte „digitale Kommunikation“ würde es früher oder später darauf hinauslaufen, dass jede Praxissoftware eine eigene, leicht abgewandelte Form des Medikationsplans zu Verfügung stellt. Es könnte dann beispielsweise ein Abbild des Ausdrucks auf der eGK gespeichert werden. Aber sinnvoll wäre das nicht.
    Zielführend ist vielmehr, dass alle Teilnehmer der medizinischen Versorgung die Daten direkt in ihrer Software darstellen und verändern können. Hierzu benötigt es eine gemeinsame Schnittstelle, die trotz aller Bemühungen bisher noch nie existiert hat und noch nie breit eingesetzt werden konnte. Einen ersten Schritt in diese Richtung kann der Medikamentenplan sein.
    Der Barcode überwindet den Medienbruch
    Mit der Ausarbeitung des Medikationsplanes wurden die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), der Deutsche Apothekerverband (DAV) und die Bundesärztekammer (BÄK) beauftragt. Diese haben sich an den im Rahmen der vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) initiierten Aktionspläne Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) orientiert.
    Zur Überwindung des Medienbruches, also der Schnittstelle digital – analog, soll der Medikationsplan einen QR-Code oder Barcode enthalten. Dieser kann mittels Barcodescanner in die Praxissoftware eingelesen werden - oder auch mittels einer Smartphone-App.
    Ein vertretender Hausarzt oder ein Facharzt kann dann den aktuellen Medikationsplan des Patienten per Barcode direkt in die Praxissoftware einlesen.
    In der Arztpraxis noch nicht angekommen
    Bisher stecken die Softwarehersteller noch mitten in der Umsetzung: Die Vorgaben wurden erst dieses Jahr entworfen und Mitte 2016 noch einmal überarbeitet.
    Es ist zu hoffen, dass die neuen Softwaremodule für den Medikationsplan in den verschiedenen Praxisverwaltungsprogrammen nicht fehleranfällig und umständlich zu bedienen sind, sondern eine echte Hilfe im Alltag darstellen. Ob sich diese Hoffnung erfüllt, bleibt abzuwarten.
    Apotheker sind eingebunden - aber wo bleiben die Krankenhäuser?
    Entsprechend dem Gesetzesentwurf sind die Apotheker jetzt schon beteiligt - die Krankenhäuser aber nicht. Das ist ein großer Haken an den aktuellen Plänen: Der stationäre Sektor sollte besser früher als später in diesen Entwicklungsprozess mit eingebunden werden, denn sonst bleibt der Medienbruch an anderer Stelle - nämlich bei Aufnahme und Entlassung - bestehen. Mit einer Beteiligung der Krankenhäuser würden sich dagegen bei Einweisung oder Entlassung von Patienten die Medikationsdaten einfach und sicher übernehmen lassen.
    Da wir gerade beim Wünschen sind: Zielführend wäre auch, dass Sozialdienste und Pflegeheime die Medikationspläne einfach und korrekt übernehmen können, und dass dieser Prozess in Zukunft nicht mehr durch Papier oder eine physikalische Gesundheitskarte erfolgt, sondern wirklich digital.
    Datenschutz nicht vergessen
    Nicht zu verachten ist die Menge an persönlichen Informationen auf dem Medikationsplan: Stammdaten, Diagnosen und natürlich die einzunehmenden Medikamente inklusive der bevorzugten Hersteller.
    Der Patient sollte idealerweise zur Vorbeugung eines Missbrauchs diese Daten selbst kontrollieren können. Eine solche Mitbestimmungs- oder zumindest Kontrollmöglichkeit der Patienten, und zwar in Bezug auf alle eGK-Daten, ist für die Zukunft angedacht. Wie genau diese aussehen soll, ist jedoch noch unbestimmt.
     
    Das sind die Meinungen, Erfahrungen und Tipps der anderen Mitglieder von Teramed
     

    Ralph Jäger
    Zumindest nach zwei Dritteln der Weiterbildung zum Facharzt, oder wenn man schon Facharzt ist, stellen sich folgende Fragen:
    Wie geht es weiter? Werde ich in der jetzigen Klinik „Karriere“ machen? Suche ich mir eine Stelle als Ärztin/Arzt in einer anderen Klinik, in der es möglicherweise besser ist? Kann ich Familie und Beruf als angestellte/r Ärztin/Arzt überhaupt vereinbaren? Es macht Angst, den vermeintlich sicheren Arbeitsplatz als angestellter Arzt in der Klinik in Frage zu stellen. Also warum sollte man sich verändern?
    Die Unzufriedenheit unter den Ärzten in vielen Kliniken ist unübersehbar. Dabei müssen nicht alle der folgenden Probleme auftreten, es reichen schon einzelne:
    Nachteile einer Stelle als Arzt in der Klinik
    Stress durch hohe Arbeitsbelastung und Arbeitsverdichtung Angespanntes Arbeitsklima Häufige, anstrengende Dienste Ständige Erreichbarkeit mit Unterbrechungen der eigentlichen Arbeit Keine erholsamen Pausen, nicht einmal während des Essens Wenig Einfluss auf die eigenen Arbeitszeiten Schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Schichtdienst, (ungeplante) Überstunden Falsche Versprechungen: Weiterbildung, Karriere, Gehalt Organisatorische Unzulänglichkeiten außerhalb des eigenen Einflussbereichs Ober sticht Unter: eigene Meinungen und Vorschläge werden nicht geschätzt und gehen unter Demgegenüber sind aber auch die Vorteile in der Klinik nicht von der Hand zu weisen:
    Vorteile einer Stelle als Arzt in der Klinik
    Bei Unsicherheiten theoretisch immer erreichbare übergeordnete Instanz: Oberarzt, Chefarzt, Intensivstation Zeitgemäße technische Möglichkeiten Interessante Patientenfälle Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten Einzelne stehen weniger im Vordergrund, Fehler im Auftreten machen sich nicht gleich bemerkbar Bei Krankheit: Übernahme der Patientenversorgung in einem großen Ärzteteam von anderen Definiertes Gehalt durch Tarifverträge für angestellte Ärzte Immer mehr Ärzte, die Familie und Beruf vereinbaren möchten, bewerben sich hoffnungsvoll bei Rehabilitationskliniken. Dort soll die Arbeitsbelastung deutlich geringer sein, eine Karriere wird hier gewissermaßen für die Familie aufgegeben.
    Allerdings gibt es zunehmend auch einen anderen Weg:
    Stelle als Arzt in der ambulanten Praxis oder MVZ
    Viele Ärzte können sich eine Stelle in der ambulanten Medizin gar nicht vorstellen. Es kursieren die unterschiedlichsten Informationen, Gerüchte und Vorurteile. Viele kennen die ambulante Medizin nur vom „Hörensagen“.
    Hier werden wir einige Aspekte der Arbeit als angestellte/r Ärztin/Arzt in Klinik und Praxis gegenüberstellen, damit Du Dir eine eigene Meinung bilden kannst:
    Arbeitsklima
    Das Arbeitsklima in der Klinik ändert sich laufend.
    Das Arbeitsklima in der Klinik ist häufig nicht sehr stabil: es ist geprägt von häufigem Personalwechsel.
    Zudem kann in der Klinik der Chefarzt noch so nett und organisiert sein, nur ein (!) unangenehmer Oberarzt oder Kollege kann das Arbeitsklima und damit die Arbeitszufriedenheit zerstören.
    Häufig wird im Krankenhaus ein solcher „Störenfried“ eher mitgezogen, statt dass man ihn zur Rede stellt.
    Das ambulante Arbeitsklima ist sehr stark von der Persönlichkeit des Chefs und dem Team geprägt.
    Zunächst einmal arbeitet man in der ambulanten Praxis in einem kleineren Arbeitsumfeld: das Verhältnis zu den anderen Kollegen, den medizinischen Fachangestellten (MFA - entsprechend den Krankenschwestern in der Klinik) sowie zum Chef wird direkter. Das kann sowohl von Vor- als auch von Nachteil sein, je nach Persönlichkeit des Chefs.
    Damit Du bereits im Vorfeld erfährst, was Du vom Arbeitsklima zu erwarten hast, solltest Du in einem direkten Gespräch vor allem den Praxisinhaber oder Leiter des MVZs persönlich kennenlernen. Dessen Umgangsformen und Grundstimmung sind entscheidend.
    Das Arzt-Patienten-Verhältnis
    In der Klinik gibt es oft kein Arzt-Patienten-Verhältnis.
    Im Krankenhaus wird aufgrund der kurzen Verweildauer der Patienten nur selten überhaupt eine Arzt-Patienten-Beziehung aufgebaut. Das hat den Vorteil, dass man nicht zu jedem Patienten und deren Angehörigen freundlich sein muss, und sich stattdessen auf die Ausführung der medizinischen Leistungen konzentrieren darf.
    Soziale Nebenaspekte, wie die häusliche Versorgung, Gedächtnisstörungen oder Ängste der Patienten, werden im Krankenhaus häufig weniger berücksichtigt.
    Das ambulante Arzt-Patienten-Verhältnis ist intensiver.
    In der Arztpraxis oder einem MVZ ist man als ambulant tätiger Arzt direkter Ansprechpartner für die medizinischen Probleme der Patienten und betreut diese oft langjährig. Es entsteht zwangsläufig eine intensive Arzt-Patienten-Beziehung.
    Doch keine Angst: Nicht jeder Patient muss zwangsläufig mit Dir zurecht kommen, und Du nicht mit jedem Patienten. Durch die Arzt-Wahlfreiheit der Patienten baut man sich einen eigenen Patientenstamm auf, der zu einem passt. Man muss sich also nicht verbiegen und darf z.B. klar zum Ausdruck bringen, wenn man sich angegriffen fühlt oder die Angehörigen eine zu hohe Erwartungshaltung haben.
    Wie in jedem anderen Dienstleistungsgewerbe auch müssen dennoch die Umgangsformen adäquat und höflich sein.
    Die Verantwortung in Praxis und MVZ nimmt im Vergleich zur Klinik zu, für das Tun und Nicht-Tun, sowohl medizinisch als auch in der Kommunikation.
    Die Patienten sehen die Ärzte nicht mehr nur als „ausführendes Organ der Klinik“ an, vielmehr ist eine Expertenmeinung und medizinische Beratung gefragt.
    Im Alltag macht sich diese Anerkennung durch die Patienten für die Ärzte aber auch in einer erhöhten Arbeitszufriedenheit bemerkbar.
    Arbeitsweise
    In der Klinik: In der Regel Arbeit nach Anweisung und Vorschrift.
    Die Entscheidungsmöglichkeiten und die Freiheit zu selbständigem Denken sind direkt mit der Station auf der Karriereleiter verknüpft. Ein bekanntes Sprichwort lautet „Ober sticht Unter“, und das wird auch vielfältig praktiziert.
    Vorteilhaft an dieser Struktur ist immerhin, dass man bei Unsicherheit jederzeit jemanden anrufen beziehungsweise darauf bauen kann, dass der Ober- oder Chefarzt ja mit ein Auge auf die Patientenbehandlung wirft.
    In der Arztpraxis: Selbständiges Denken und Entscheiden von Anfang an.
    Ambulant ist die Arbeit von der Patientenorientierung geprägt anstelle eines „medizinischen Falles“. Die Patienten bauen eine Arzt-Patienten-Beziehung zu „ihrem“ Arzt auf und nicht zum Praxisinhaber oder Leiter eines MVZ. Hierfür müssen Ärzte (wieder) selbständig denken und auch entscheiden lernen.
    Die Möglichkeit besteht zwar auch hier, einen Kollegen, anderen Facharzt oder den Chef um Rat zu fragen - die Patienten möchten jedoch bei gesunder Arzt-Patienten-Beziehung eher die persönliche Meinung des „eigenen“ Arztes wissen.
    Die eigene Arbeitszufriedenheit steigt also, man darf „Arzt sein“.
    Allerdings ist gerade dies oft ungewohnt und geht mit einer gewissen Unsicherheit einher. Das legt sich aber in der Regel nach einigen Monaten in der Position als angestellter Arzt in der ambulanten Praxis oder MVZ.
    Nicht zu vergessen ist auch ein anderer großer Unterschied zur Klinik: Man darf mal auch etwas „sein lassen“ oder „nicht tun“. Gemeinsam mit den Patienten darf man entscheiden, ob eine medizinische Untersuchung oder Behandlung sinnvoll ist oder nicht.
    Gehalt als angestellter Arzt
    Krankenhaus: Tarifverträge herrschen vor.
    Das Gehalt wird fast immer durch Tarifverträge vorgegeben. Das ist planbar und eine entsprechende Ausbildung oder Berufserfahrung wird honoriert. Auch eine regelmäßige Anpassung wird in der Regel durch die Gewerkschaften durchgesetzt.
    Variabel: Das Gehalt als ambulant angestellter Arzt.
    Es existieren keine Tarifverträge für angestellte Ärzte in der Arztpraxis oder MVZ. Dadurch ist bei den noch nicht ambulant tätigen Ärzten die Verunsicherung bezüglich der Verdienstmöglichkeiten groß.
    Einige Arztpraxen und MVZ orientieren sich an den Tarifverträgen der kommunalen Krankenhäuser, kommunizieren dies aber aus Sorge vor überhöhten Gehaltsforderungen nicht.
    Als eigenständig arbeitender Arzt in der Arztpraxis oder im MVZ musst Du jedoch den Vergleich nicht scheuen und darfst die Verdienstmöglichkeiten als Arzt im Krankenhaus zum Vergleich heranziehen und kommunizieren.
    Ein entscheidender Unterschied ergibt sich im Bereich der Dienste:
    Im Krankenhaus musst Du Dienste übernehmen und bekommst einen definierten Stundensatz. In der Arztpraxis sind die Dienste meistens freiwillig und deutlich besser bezahlt. Bei einem Stellenangebot als Arzt in der Klinik wird die Vergütung durch Dienste automatisch mit einbezogen.
    In der Arztpraxis hast Du die Möglichkeit, freiwillig sogenannte kassenärztliche Dienste zu übernehmen. Diese Verdienstmöglichkeit muss man zum Brutto-Grundgehalt hinzurechnen und kann dann erst mit dem Brutto-Gehalt der Klinik vergleichen.
    Die Vergütung dieser ambulanten KV-Dienste ist je nach Bundesland pauschalisiert und deutlich besser bezahlt als Dienste in der Klinik. Zudem ist die Arbeitsbelastung in einem solchen Dienst in der Regel gering, Rufbereitschaften können außerdem auch von zu Hause durchgeführt werden.
    Verantwortung gegenüber dem Patienten
    Klinik: Medizinische Verantwortung gegenüber dem Patienten.
    In der Klinik werden hauptsächlich klar definierte medizinische Probleme gelöst, zum Beispiel die Pneumonie antibiotisch behandelt oder das Rektumkarzinom operativ entfernt.
    Kann dies nicht in der jeweiligen Einrichtung erfolgen, wird der Patient an eine andere Einrichtung verwiesen oder dorthin verlegt.
    Ambulant: Ganzheitliche Verantwortung gegenüber dem Patienten.
    In der Arztpraxis wird von Dir erwartet, dass Du den Patienten als Ganzes wahrnimmst und begleitest. Dabei spielt die Fachrichtung nur eine untergeordnete Rolle - sogar in der Dermatologie erwarten Patienten mehr als nur das Verschreiben einer Salbe nach einem kurzen Blick auf das Ekzem.
    Konkret muss man sich selbst überlegen und erfragen, welche Lebensbereiche eine Erkrankung berührt und verändert und wie man hier helfen oder aufklären kann.
    Zeit für Patienten
    Klinik: Wenig Zeit für den einzelnen Patienten.
    Klassischerweise erlebt der Patient den aufnehmenden oder präoperativ untersuchenden Arzt gestresst und hektisch, je nach Tageszeit auch übermüdet oder misslaunig.
    Auf der Station sehen die Patienten Ärzte „kurz und knackig“ während der Visite, in der Regel in einem Zwei- oder Mehrbettzimmer, mal mit Chef- oder Oberarzt, mal ohne.
    Ambulant: Intensivere Zeit für den Patienten.
    Ambulant freuen sich Patienten und Angehörige über einen Arzt, der jetzt sich in diesem Augenblick nur um sie kümmert. Die Diskretion ist durch einen eigenen Behandlungs- bzw. Untersuchungsraum gewahrt. In aller Regel ist der Arzt ausgeschlafen und konzentriert und wirkt nicht gehetzt.
    Die Gesprächszeit sehr subjektiv geprägt: Obwohl es in oft auch nur 10 bis 20 Minuten sind, die ein solches Gespräch dauert, haben Patienten das Gefühl, das sich jemand Zeit genommen hat.
    Räumlichkeiten
    Klinik: Teilweise Investitionsstau, aber geplant für die medizinische Versorgung.
    Vor allem Immobilien neueren Datums erscheinen freundlich, hell und sind auf die Belange der medizinischen Versorgung ausgerichtet. Doch auch hier herrscht allzu oft ein Investitionsstau, so dass man noch 3- und 4-Bett-Zimmer mit Gemeinschafts-WC und -Dusche vorfindet.
    Die Immobilie wurde allerdings für die medizinische Versorgung in einem Krankenhaus geplant und an den Arbeitsabläufen ausgerichtet. Es existieren oft ausreichend Personal- und Umkleideräume sowie getrennte Funktionsbereiche.
    Arztpraxis: teils alt und unpraktisch, Veränderung unausweichlich
    Die Zeiten, in denen die ambulante medizinische Versorgung in alten renovierungsbedürftigen Wohnungsimmobilien erfolgte, sind glücklicherweise größtenteils vorbei.
    Es entstehend zunehmend Ärztehäuser mit hellen, offenen Räumen, die an die Arbeitsabläufe der Arztpraxis bzw. des MVZ angepasst sind. In diesem Zuge werden auch adäquate Personalräume und Rückzugsmöglichkeiten eingeplant.
    Dieser Prozess wird beschleunigt, da
    eine Immobilie für eine Arztpraxis oder MVZ deutlich günstiger gebaut werden kann als ein Neubau eines Krankenhauses die Entscheidungsträger für einen solchen Neubau auf einzelne Personen begrenzt ist und nicht politisch durchdiskutiert werden müssen. Karriere als angestellter Arzt
    Medizinische Karriere in der Klinik.
    In einer mittleren bis großen Klinik hofft man auf vielfältige Karrieremöglichkeiten: vom Assistenzarzt zum Facharzt, später auf die Oberarztstelle und so weiter.
    Das kann funktionieren - allerdings wird viel versprochen und wenig gehalten. Zum Beispiel ist die Oberarztstelle sehr häufig nur eine „Funktionsoberarztstelle“, die nicht adäquat vergütet wird, aber mit der entsprechenden Verantwortung und Arbeit einhergeht.
    Schafft man es bis zu einer gewissen Position, dann hat man in der Regel schon alle politischen Spiele mitgemacht und viel Zeit und Aufwand investiert. Vor allem Freizeit und Familie haben bis dahin häufig schon gelitten.
    Karriere als ambulanter Arzt: Keine Einbahnstraße.
    Die Anstellung als Arzt in einem medizinischen Versorgungszentrum (MZV) oder einer Arztpraxis muss nicht die Einbahnstraße oder das Abstellgleis für die medizinische Karriere bedeuten.
    In der ambulanten Tätigkeit sammelt man sehr wertvolle Erfahrungen, die man in der Klinik nicht gewinnt. Chefärzte erkennen diesen Wert sehr schnell. Ambulante Versorgung ist auf dem Vormarsch: Man kann auch hier Karriere machen, Fertigkeiten weiterentwickeln und einen eigenen Praxisstandort führen. Wenn man bereit ist, kann man sich später mit vielen nützlichen Erfahrungen im Gepäck selbständig machen. Arbeitsatmosphäre
    Arbeitsklima in der Klinik: Durchwachsen.
    Die Arbeitsatmosphäre in den Kliniken ist von Klinik zu Klinik unterschiedlich, aber generell oft von Stress und Zeitdruck und der daraus resultierenden Unfreundlichkeit geprägt. Das wird von angestellten Ärzten als normal empfunden: Man kann sich gar nicht mehr vorstellen, dass es auch anders gehen soll.
    Arbeitsatmosphäre in der ambulanten Medizin: Lockerer und partnerschaftlich.
    In der ambulanten Praxis und im MVZ ist die Stimmung meist lockerer, man arbeitet Hand in Hand, anders ist es gar nicht möglich. Man ist täglich aufeinander angewiesen. Die Atmosphäre ist nicht durch ständiges Nörgeln, Jammern oder Wutausbrüche von Chef- und Oberärzten oder von Patienten und Angehörigen geprägt.
    Medizinische Fort- und Weiterbildung
    Weiterbildung als angestellter Arzt in der Klinik durch interne Rotation.
    Eine strukturierte Weiter- und Fortbildung ist für jeden Arzt entscheidend. In der Klinik erhält man diese Weiterbildung intern. Es soll idealerweise die Möglichkeit zur Rotation in verschiedene Abteilungen gewährleistet werden. Leider funktioniert das nicht immer reibungslos, viele Versprechen bleiben unerfüllt. Die Qualität der Weiter- und Fortbildung hängt zudem auch von den entsprechenden Abteilungen und Personen ab.
    Fort- und Weiterbildung in der Arztpraxis und MVZ durch Kurse und Workshops.
    In der ambulanten Arztpraxis und im MVZ besteht diese Möglichkeit der internen Rotation nur eingeschränkt. Da dies den Verantwortlichen bewusst ist, geht man hier einen anderen Weg:
    Die spezielle Fort- und Weiterbildung findet durch qualitativ hochwertige, oft mehrtägige, Kurse und Veranstaltungen statt. In diesen kann man sich gezielt auf die Fortbildungsinhalte konzentrieren und ist von der Arbeit freigestellt. Die Kosten übernimmt in der Regel der Arbeitgeber.
    Weiterhin bieten einige Arztpraxen und MVZs Hospitationen bei Fachärzten aus der näheren Umgebung an. Hier findet ein direkter und kollegialer Austausch statt, deren Wert nicht zu unterschätzen ist.
    Persönliche Anforderungen als angestellter Arzt
    Persönliche Anforderungen in der Klinik.
    Auch wenn es gerne gesehen wird, ist es doch im Krankenhaus nicht entscheidend, dass der Arzt gepflegt und höflich auftritt.
    Da die Arbeit vor allem nach Anweisung erfolgt, muss man sich nicht über das eigene Zeitmanagement kümmern.
    Erhöhte persönliche Anforderungen in der ambulanten Medizin.
    Durch das persönliche Arzt-Patienten-Verhältnis ist die Kommunikation und das Auftreten in der Arztpraxis und im MVZ sehr wichtig und hat wesentlichen Einfluss auf einen reibungslosen Arbeitsalltag.
    Der Bedarf an Selbstmanagements ist sehr hoch, da die Arbeitsaufgaben oftmals frei eingeteilt werden können. „Verplappert“ man sich mit einem Patienten, muss man das im nächsten Termin büßen.
    Möchte man die Karriereleiter emporklettern, sind in der ambulanten Medizin die Anforderungen an Führungsqualitäten höher. Im Unterschied zur Klinik ist das hier ein Muss, in der Klinik ein Möchte-Haben.
    Der Arbeitsplatz als Arzt
    Klinik: Der Arbeitsplatz wird vorgegeben.
    In der Klinik bekommt man einen Arbeitsplatz zugewiesen, Organisation und Struktur werden vorgegeben. Veränderungen und Vorschläge sind oft schwierig durchzusetzen, auch wenn die Schwächen und Mängel noch so offensichtlich sind.
    Ambulant: Den eigenen Arbeitsplatz mitgestalten.
    In der ambulanten Medizin besteht ein grundlegender Unterschied: Es wird beständig daran gearbeitet die Organisation und den Arbeitsplatz zu verbessern. Verbesserungsvorschläge und konstruktive Kritik aller Mitarbeiter, medizinischen Fachangestellten und angestellten Ärzte sind willkommen.
    Und: Aufgrund der flachen Hierarchien werden diese auch deutlich schneller umgesetzt als in einer Klinik.
    Pausen und Ruhezeiten als angestellter Arzt
    Klinik: keine Pausen.
    In der Klinik arbeitet man als angestellter Arzt oft von Arbeitsbeginn bis Ende im Akkord durch: die Mittagspause ist mit 30 Minuten vorgeschrieben, man wird aber häufig durch einen „Pieper“ oder ein tragbares Telefon gestört.
    Die Überlastung der einzelnen Mitarbeiter wird dabei oft von der Klinikleitung gar nicht wahrgenommen.
    Ambulant: geplante Puffer- und Pausenzeiten, die eingehalten werden.
    In der Arztpraxis und im MVZ kannst Du Deine Puffer- und Pausenzeiten selber einplanen. Eine gut organisierte Terminsprechstunde ermöglicht es Dir, diese auch zu nutzen: Für eine kurze Pause und ein Auftanken, um sich wieder auf neue Patienten konzentrieren zu können.
    Die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter wird von der Praxisführung eher wahrgenommen als in der Klinik, denn die Ressource „Arzt“ ist ambulant nicht so leicht ersetzbar.
    Fazit: als Arzt in der Klinik oder ambulant angestellt
    Ob man als Arzt in der Klinik oder ambulant angestellt sein möchte, ist von den persönlichen Vorlieben und Eigenschaften abhängig.
    Während das Gehalt als Arzt zunehmend vergleichbar ist, sind die Arbeitsatmosphäre, die Arbeitsweise und das Verhältnis zu den Patienten grundlegend unterschiedlich. Was ziehst Du vor?
     

    InnovaPrax
    „Fortbildung, Seminar, Workshop….. Das auch noch?!“
    Fragt man nach der Sinnhaftigkeit einer Fortbildung, von Seminaren oder Workshops, wird einem jeder Anbieter den Mehrwert seiner Veranstaltungen sicher gerne erläutern.
    Aber wer sagt einem, was wirklich Sinn macht? Welche Inhalte braucht man denn auch wirklich?
    Das Gesundheitswesen unterliegt einem ständigen Wandel und neben alltäglichen Aufgaben ist es eine Kunst für sich, immer auf dem aktuellen Stand zu sein und keine Neuerung zu verpassen.
    An dieser Stelle können Fortbildungen, Seminare und auch Workshops helfen, Schritt zu halten und so eine hohe Fachlichkeit und Qualität sicherzustellen. Denn auch Patienten und Kunden informieren sich über neue Methoden und Strategien und – ehrlich gesagt – möchte doch keiner, dass sie einem mit Wissen oder Ideen zuvorkommen. Die Nutzung neuer Methoden und das angewendete Spezialwissen sind daher enorm wichtig für die Unternehmensentwicklung, aber auch für die Außenwirkung einer Arztpraxis.  
    Neben dem stressigen Arbeitsalltag ist es viel verlangt, nachmittags oder abends noch eine Fortbildungsveranstaltung zu besuchen. Das gilt für die Mitarbeiter, aber auch für die Ärzte selbst. Umso wichtiger ist es, genau zu überlegen, welche Pflichtveranstaltungen nötig sind und was darüber hinaus auch wirklich einen Mehrwert für die Teilnehmenden bringt.
    Es macht Sinn, die Mitarbeiter nach Fortbildungsinteressen zu fragen und bei entsprechendem Bedarf sogar etwas bedarfsgerecht und intern zu organisieren. Ein sinnvoll ausgewählter Inhalt hilft dann jedem einzelnen den Herausforderungen im Alltag zu begegnen und kann frischen Wind und neue Ideen in die Praxis bringen. Darüber hinaus profitiert natürlich der einzelne Mitarbeiter: Die berufliche Weiterentwicklung ist sehr wichtig, aber auch „Updates“ zu bekannten Themen sind manches Mal notwendig. Erhebungen zur Zufriedenheit der Arbeitnehmer haben gezeigt, dass Zufriedenheit und Motivation durch regelmäßige Fortbildung gesteigert werden können.   
    Aber was macht nun die passende Fortbildung / das passende Seminar aus?
    Neben einigen Pflichtunterweisungen (Hygiene, Brandschutz, MPG etc.) sollten für die weiteren Fortbildungsstunden Inhalte mit einer hohen Nähe zum realen Arbeitsfeld gewählt werden. Auch ein guter Ansatz ist es, Dinge miteinander zu verknüpfen: Die lästige Geräteeinweisung zum Defibrillator mit einer praktischen Übung von erste Hilfemaßnahmen und der Schulung von organisatorischen Elementen des Notfallmanagements. Wenn man es nämlich ganz pragmatisch ausdrücken will, dann sollen die vermittelten Inhalte doch eine Hilfestellung im Alltag sein.
    Kleinere Seminare können dann sinnhaft sein, wenn Raum für Fragen, persönliche Gespräche und Tipps vom Experten gewünscht und zweckmäßig sind. Bei Großveranstaltungen geht diese persönliche Note häufig verloren. Dem gegenüber steht der Vorteil, bei größeren Events Kollegen und Experten zu treffen, sich auszutauschen und zu vernetzen.
    Es lässt sich also zusammenfassend, dass man nicht jede Fortbildung mitnehmen muss. Kosten und Nutzen sind mit besonderem Blick auf die spezifischen Bedürfnisse der Fachrichtung und des Teams abzuwägen.
    Zum Abschluss möchte ich an dieser Stelle auf unsere Seminarreihe zu den Themen Qualitäts- und Risikomanagement, Hygienemanagement und Patientensicherheit, Arbeitssicherheit und Notfallmanagement aufmerksam machen. Wenn Sie zu diesen praxisnahen Themen Fortbildungsbedarf sehen, finden Sie weitere Informationen bei Ihrem kompetenten Praxisberater Innovaprax mehr Informationen: Wir bieten praxisnahe Seminare für Ärzte, Medizinische Fachangestellte und andere Gesundheitsfachberufe an.
    „Das große Ziel der Bildung ist nicht Wissen, sondern Handeln.“                                        Herbert Spencer (Britischer Philosoph; 1820 - 1903)
     

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