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  • Versichertenpauschalen EBM-Ziffern 03000 und 04000


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    Die im Oktober 2013 in Kraft tretende EBM-Reform soll ja grundsätzlich eine Aufwertung der ärztlichen Tätigkeit - und besonders der hausärztlichen Tätigkeit - zur Folge haben. Demgemäß werden die einzelnen Kriterien für Leistungen nicht nur individuell detaillierter definiert, sondern auch durch die Auslagerung bestimmter Behandlungen aus bestehenden Ziffern konkreter verrechnet. Dies betrifft auch die bis dato sehr allgemein gehaltene Versichertenpauschale GOP 03000 (Hausärzte) bzw. 04000 (Kinderärzte). Diese wird es auch weiterhin geben, doch es wurden zwei spezifische Leistungen ausgegliedert und damit aufgewertet.

    Die EBM-Reform konkretisiert ärztliche Leistungen

    Wenn Du als Hausarzt bis dato vor allem die allgemeine Versichertenpauschale, also GOP 03000, abgerechnet hast, so kannst Du das im Prinzip auch so fortführen. Dennoch gibt es eine Neuerung: zwei wichtige Bestandteile dieser ärztlichen Leistung wurden ausgegliedet, und zwar:

    • Das ausführliche Gespräch und
    • das Vorhalten von Praxisstrukturen, die zur Erfüllung der Aufgaben hausärztlicher Grundversorgung notwendig sind.

    Beide Leistungen kannst Du nun einzeln abrechnen. Im Gegenzug wird die Pauschale für GOP 03000 entsprechend gesenkt.

    Außerdem sieht die EBM-Reform eine stärkere Altersdifferenzierung vor, um die altersspezifische Morbidität besser abzubilden.

    Altersgruppen wurden spezifischer eingeteilt

    Die nach wie vor gültigen EBM-Ziffern werden seit Oktober 2013 mit neuen, altersmäßig genau eingegrenzten Pauschalen bewertet. Statt der bisherigen drei gibt es künftig fünf Altersgruppen, die unterschiedlich hoch bewertet werden.

    So erhältst Du als Hausarzt mit der neu definierten EBM-Ziffer 03000 für die Behandlung eines Kindes bis zum vollendeten 4. Lebensjahr 23,60 € (entsprechend EBM-Ziffer 03001). Die nächste Altersgruppe definiert sich zwischen dem 5. Lebensjahr bis zum vollendeten 18. Lebensjahr und wird mit einer Pauschale von 15,00 € abgegolten (entsprechend EBM-Ziffer 03002). Auch die nächsten beiden Stufen, die zwischen dem 19. und 54. Lebensjahr 12,20 € (entsprechend Ziffer 03003)  bzw. zwischen dem 55. Lebensjahr (Ziffer 03004) und dem 75. Lebensjahr satte 15,70 € vorsehen (EBM 03005), wurden nun enger gefasst. Wenn Du als Hausarzt einen Patienten ab dem 76. Lebensjahr behandelst, wird Dir die entsprechende Pauschale mit 21,00 Euro verrechnet.

    Wenn Dir jetzt vor lauter Zahlen, Ziffern und Eurobeträgen der Kopf schwirrt und Du Dir Sorgen um die Komplexität der künftigen Abrechnung machst: Keine Panik. Denn dank EDV wird die Abrechnung mit den neuen EBM-Ziffern wird nicht komplizierter. Du kannst nach wie vor einfach die Versichertenpauschale 03000 abrechnen, und die Praxissoftware bzw. die KV setzt die altersgestaffelte Bewertung (EBM Ziffer 03001-03005) selbst dazu.

    Sonderfall Gemeinschaftspraxis

    Auch wenn für Dich als Hausarzt die Nebeneinander-Berechnung mehrerer Versichertenpauschalen nicht mehr möglich ist, gibt es für fachgleiche Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) zwischen Ärzten des hausärztlichen Bereiches eine Sonderregelung. Diese können einen Aufschlag in Höhe von 22,5% auf den Betrag der Versichertenpauschale verrechnen, womit sie zukünftig deutlich bessergestellt sind. Bisher wurden nur 10% Zuschlag gewährt. Dies gilt allerdings nicht, wenn es um fachübergreifende Berufsausübungsgemeinschaften geht - egal, wie viele Hausärzte dort ihren Beruf ausüben.

    Fakultative Leistungen wurden ausgeweitet

    Neben der als obligat geltenden Leistung des persönlichen Arzt-Patienten-Kontakts gibt es vor allem fakultative Leistungen, die in der neuen differenzierten EBM-Ziffer 03000 aufscheinen. So ist neben der allgemeinen bzw. fortgesetzten ärztlichen Betreuung in Diagnostik und Therapie des Patienten nun auch eine Betreuung, Behandlung oder ein Gespräch für die Dauer von zehn Minuten verrechenbar. Dass Du als Hausarzt für Deine Patienten im Bedarfsfall therapeutische oder pflegerische Maßnahmen einleitest und koordinierst, versteht sich von selbst. Aber auch die Veranlassung präventiver und rehabilitativer Maßnahmen sowie die Versorgung mit flankierenden Diensten während der Behandlungsdauer gehören zu den Aufgaben eines Hausarztes, die nun über die Versichertenpauschale 03000 bzw. 04000 abgerechnet werden können.

    Vor allem aufgrund der stärkeren Altersdifferenzierung wird es durch die Reform bei den Hausärzten Gewinner und Verlierer geben. Klar ist, dass eine Auswahl besonders profitabler Patienten, um die Wirtschaftlichkeit einer Praxis zu erhalten, nicht im Sinn aller Beteiligten sein kann.

    Oder was meinst Du dazu? Sag Deine Meinung und berichte von Deinen Erfahrungen im Forum!

     

     

    bearbeitet von Christina Czeschik




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