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DoktaBob

Telematikinfrastruktur - anbinden oder abwarten?


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Am 13.1.2019 um 17:01 schrieb GolfVadda:
  • Auf jeden Fall werden aber auf de Karte 2 BITs vom offenen Bereich in einen geschützten Bereich umgeschrieben
    • Eine solche G2-Karte ist dann mit den "alten Kartenlesern" nicht mehr lesbar/ nutzbar ! 😓

Herzlich Willkommen, GolfVadda und danke für Ihren Beitrag zur Diskussion.
Woher haben Sie diese Information? Ich habe hierzu im WWW nichts finden können.

Wir verwenden in unserer Praxis noch ein Kartenlesegerät ORGA 930 M mit der ursprünglichen Firmware Version 3.02. Auch hier habe ich mehrmals gelesen, dass das Einlesen von G2-Karten schon seit langem nicht mehr möglich sei. Unser Kartenlesegerät (es ist natürlich nicht das einzige) funktioniert aber auch seit dem Jahreswechsel nach wie vor tadellos. Und nach dem Motto "never change a running system" haben wir bisher die Firmware-Version auch nicht geupdatet (die letzte noch offline funktionierende Version ist laut Hersteller V3.20, die aktuellste Version - aber nur mit Telematik nutzbar - ist die V3.40).

Ich denke eher aber, dass es anders herum sein wird: Sind Sie als Praxis einmal an die TI angeschlossen, können sie keine alten Kartenlesegeräte mehr verwenden, denn es muss ja zusätzlich ein Online-Abgleich stattfinden. Die einzige Außnahme sind wohl (noch) mobile Kartenleseterminals für Hausbesuche, die (noch) offline funktionieren. Das ist dem in D noch sehr schleppendem Breitbandausbau geschuldet.

Rein technisch ist es also möglich manche alte Kartenterminals upzudaten: hier könnte man Updates herunterladen, aber um das Update durchzuführen braucht man einen neuen Lizensschlüssel, der natürlich was kostet: https://ingenico.de/healthcare/downloads

Die Updates jedoch gibt es nur für zwei Kartenterminal-Modell, die von der Gematik zugelassen wurden:
https://www.gematik.de/news/news/zwei-mobile-kartenlesegeraete-zugelassen/

...und das updaten ging auch nur bis 31.12.2018:
https://www.kvberlin.de/20praxis/70themen/telematikinfrastruktur/ti_aktuell/ti_lesegeraet_mobil_11_2018/

Warscheinlich, weil eben zukünftig alle Kartenerminals nur noch mit online-Anbindung funktionieren sollen.
Das blöde daran, die KV-Förderung gibts nur für das "Komplettpaket" und nach dem ersten Versicherten-Stammdatenabgleich.
Eine schrittweise Umstellung, so wie ich das für unsere Praxis gerne gemacht hätte, indem man erstmal nur die Kartenterminals updatet oder aufrüstet, wird nicht bezuschusst und man muss das Geld erstmal vorstrecken.

Apropro Förderung: Was nicht im Förderbetrag berücksichtigt ist, sind Kosten durch Betriebsausfälle bei der Installation oder auch im laufenden Betrieb und die laufenden Kosten für eine schnellere Internetverbindung und die Kosten für eine zusätzliche Firewall. Viele Praxen werden auch ihren bisherigen Internetanschluß aufrüsten und sich eine zustäzliche Firewall anschaffen müssen.

Die meisten Anbieter haben zwar in ihren TI-Paketen das sogenannte "Sicherer Internet Service" (SIS)-Paket inkludiert, aber vielen Ärzten ist gar nicht bewusst, dass hierbei nur ein zusätzlicher VPN-Tunnel zu einem Proxy-Server hergestellt wird: vereinfacht gesagt, ist das quasi nur eine Art "gefiltertes Internet surfen" so wie es z.B. inzwischen auch erwerbliche Jugendschutzfilter anbieten. Eine sogenannte Deep-Paket-Inspection oder gar ein SSL-Inspecting erfolgt dabei meines Wissens nicht (wie auch?).
So könnten z.B. E-Mail-Anhänge, in denen Viren enthalten sind - auch wenn man im SIS surft ungehindert auf dem eigenen Rechner in der Praxis landen und erheblichen Schaden anrichten. Und auch ein Datenverlust nach außen ist dann nicht mehr zu verhindern. Auch wenn man auf Emails verzichtet. Ein per USB-Stick eingefangener Virus, kann von sich aus eine Verbindung in das SIS initiieren und Daten senden. Es werden zwar viele Ports geblockt, aber manche (z.B. HTTP, TCP) müssen auch noch offen bleiben, sonst wäre ein internetsurfen gar nicht möglich.

Die genaue Funktionsweise eines TI-Konnektors kann man hier in diesem Handbuch nachlesen (in diesem Fall von der Firma Telekom):
https://geschaeftskunden.telekom.de/blobCache/umn/uti/433368_1533018497000/blobBinary/Konnektor-Handbuch.pdf

Gerne lasse ich mich diesbezüglich eines Besseren belehren. Vielleicht meldet sich ja auch einmal hier einer der großen Konnektor-Anbieter-Firmen und klärt auf. Telefonisch hat mir ein Anbieter eines Konnektors und ein Firewall-Anbieter (der keine Konnektoren betreibt), die eben beschrieben Problematik bestätigt.
Ich bin mir daher sicher, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis die ersten Berichte über Attacken und Datenschutzpannen in Arzptraxen in den Medien kursieren.

Entweder man verzichtet komplett auf das Internet, wobei es dann wiederum schwierig ist seine Computersysteme up-to-date zu halten, Fernwartungen durchzuführen oder die Abrechnungen einzureichen oder man muss sich doch noch eine zusätzliche Firewall anschaffen, was wiederum mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist, die in den KV-Förderbeiträgen gar nicht berücksichtigt sind (ca. 1000€ für Anschaffung und ca. 30-50€ monatlich je nach Praxisgröße).

Wer mir bis jetzt immer noch nicht glaubt, der schaue sich mal dieses Angebots der Compugroup an:
https://www.cgm.com/media/cgm_de/documents/products___solutions_12/physicians_1/telemed/grafiken/2018-02-08_TELEMED_Datenblatt_Sicherer_Online-Zugang_fuer_die_TI_Rev2_0_DE.pdf

Hier werden zusätzliche "Firewall"-Komponenten angeboten, die alle nicht im Basis-Paket des TI-Anschlußes enthalten sind: erst die höchste Stufe "TELEMED Firewall", der wahrscheinlich nicht ganz billig sein dürfte, bietet erst einen Schutz vor "Phishing, Spyware und Viren".
Mich wundert, dass sich hierbüber bisher noch keiner empört?? Die Internetanbindung (und wenn es nur das Nachschlagen in Wikipedia) wäre das einzige, was dem Patienten mit der TI-Anbindung einen Mehrwert bieten würden. Aber so wie die Politik früher die Auto-Industrie gefördert hat  und immer noch fördert, so fördert sie eben jetzt die Cybersecurity-Industrie.

Die ganze TI-Thematik ist eine riesige Mogelpackung !!!!

 

 


 



 


 

 


 

bearbeitet von DoktaBob
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Am 13.1.2019 um 18:01 schrieb GolfVadda:

Auf jeden Fall werden aber auf de Karte 2 BITs vom offenen Bereich in einen geschützten Bereich umgeschrieben

    • Eine solche G2-Karte ist dann mit den "alten Kartenlesern" nicht mehr lesbar/ nutzbar ! 😓

Das würde bedeuten, dass Patienten, die bei einem TI-Angebunden Arzt waren (z.B. dem Kardiologen) zu keinem Arzt ohne TI-Anbindung (z.B. dem Hausauszr) gehen könnten.

Ich habe davon noch nie etwas gehört umnd halte es ehrlich gesagt auch für Unsinn. Bei mir (siehe weiter unten) kann ich ohne Probleme zwischen TI-Lesegerät und "altem" Lesegerät hin und herwechseln.

Auf den G2-Karten gibt es einen ungeschützen und einen geschützten Bereich, das ist korrekt. So lange der ungeschützte Bereich (noch) benutzt wird, können die Karten auch von einem TI-losen Kartenlesegerät eingelesen werden (auch von den  mobilen Lesegeräten).

Der Gestzgeber hat vorgesehen, dass erst nach flächendeckendem "Rollout" der TI (wohl mit TI-Mobilgeräten) ein switch vom ungeschützten auf den geschützten Bereich geplant ist. Der geschützte Bereich kann von den "alten" Geräten nicht ausgelesen werden, also erst dann wird eine TI-lose Arztpraxis die Karte nicht mehr lesen können. Und dieser switch wird wohl noch eine weile auf sich warten lassen, kann man vermuten.

Bei der Gelegenheit: in https://www.kvb.de/fileadmin/kvb/dokumente/Praxis/TI/KVB-Infoblatt-FAQ-Telematikinfrastruktur.pdf findet man fiele interessante Dinge.

Ich habe seit Q II / 2018 meine Anbindung an die TI und kann die vielen Unkenrufe nicht ganz nachvollziehen; die Kostenerstattung war ärgerlicherweise nicht ganz kostendeckend (die ausgezahlte Pauschale hat genau gereicht, die TI-Anbindung ohne Mobilgerät, welches zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht lieferbar/zertifiziert war zu bezahlen, das Mobilgerät muss ich also (demnächst) selbst bezahlen). Die Unterhaltspauschalen reichen für VPN-Anbieter, aber natürlich nicht für den DSL-Anschluss (den hatte ich aber vorher schon gebraucht; die Krankenkassen zahlen mir auch mein Faxgerät nicht, wieso sollten sie meine Telefonleitung bezahlen ?) Die technische Anbindung hat weitgehend problemlos geklappt, von "ständigen Abstürzen" kann ich nicht berichten. Ich habe mein altes Lesegerät (und mein altes mobiles Gerät) "für alle Fälle" behalten. Außer das ich das alte Lesegerät als Docking-Station des mobilen nutze, habe ich das alte aber nicht mehr wirklich gebraucht...

 

Dass ich derzeit keinen eigenen Vorteil davon habe, mich zum Büttel der Krankenkassen (VSDM) zu machen, habe ich halt hingenommen; ich hoffe inständig auf den elektronischen Medikationsplan, die erste Anwendung, von der ich mir wirklich was verspreche - die wird aber sicher erst 2020 oder auch erst 2021 kommen 😞 Den Notfalldatensatz halte ich für genau so überflüssig wie den VSDM, aber er ist halt nun mal Gesetz...

Also ich habe bislang kein Nutzen, aber auch keine ernsthaften Probleme mit der Nutzung der TI und das gute Gefühl, mich konform der Rechtslage zu verhalten 🙂

 

In diesem Sinne: frohes Schaffen!

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2) Wird in einer TI-Praxis eine G1/G1+ Karte über den Konnektor eingelesen und der VSDM wird ausgeführt, wird der Inhalt der eGK verändert. Die Karte ist über den Konnektor nicht mehr einlesbar.

3) G1-Karten können in Nicht-TI-Praxen solange noch eingelesen werden, bis sie zum ersten Mal in einer TI Praxis im Rahmen vom VSDM unlesbar gemacht werden. Im Quartal 1/2019 dürfen wir die noch lesbaren G1-Karten einlesen und verarbeiten. Es bleibt jetz abzuwarten, was die KBV möglicherweise im kommenden Update Schreiben zum 15.2.2019 an Neuerungen zu genau dem Thema schreibt.

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Die G1 Karten sind ab 01.10.2017 ungültig, die G1+ sind seit 01.01.2019 ungültig; Sie stellen rechtlich keinen validen Versicherungsnachweis dar -- völlig unabhängig davon, ob sie technisch einlesbar sind oder nicht: sie sind schlicht nicht (mehr) gültig!

Ein Patient, der nichts anderes hat, benötigt entweder einen schriftlichen Versicherungsnachweis (Ersatzverfahren) oder bekommt eine Privatrechnung !

 

Es mag zwar sein, dass eine TI-Praxis die Karte auch technisch als ungültig kennzeichnet (das weiss ich nicht im Detail), aber damit würde sie nur geltendes Recht vollziehen: die Vorlage einer ungültigen Karte seitens des Patienten ist nicht erlaubt, die Annahme einer solchen Karte begründet keinen Abrechnungsanspruch, insofern werden nichtsahnende Praxen nur vor finanziellem Schaden bewahrt!

 

mfG W. Mildenberger

vor 4 Stunden schrieb GolfVadda:

3) [...] Im Quartal 1/2019 dürfen wir die noch lesbaren G1-Karten einlesen und verarbeiten.

Das entspricht nicht meinen Informationen:

https://www.kvbb.de/praxis/ansicht-news/article/egk-der-generation-1-ab-2019-ungueltig/507/

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    Abgesehen davon dass das Telematik-Thema generell nicht ganz durchdacht ist und Sicherheitsrisiken beinhaltet (siehe https://www.ccc.de/de/elektronische-gesundheitskarte) birgt schon alleine die dafür notige Online-Anbindung meines Praxis-Server Gefahren, die man nicht so ohne weiteres eindämmen kann. Also, vielleicht gibt es hier auch Leute, die das ganze noch möglichst weit hinauszögern oder aber Leute, die meine Bedenken zerstreuen können?   Mal zum Stand der Dinge: Welche Komponenten braucht man für die Anbindung an die Telematik? Konnektor: im Prinzip ein spezieller VPN-Router) E-Health-Kartenterminals: für manche alten Kartenterminals gibt es kostenpflichtige Firmwareupdates, z.B. Mobile Kartenterminals Praxisausweis (SMC-B) Anpassung PVS VPN-Zugangsdienst und Internetanschluss Optional: elektronischer Heilberufeausweis (eHBA)
    Bis wann ist die (aktuelle) gesetzliche Pflicht? Im Pflegepersonal-Stärkungsgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft treten soll, steht dass bis zum 30. Juni 2019 keine Honorarkürzungen erfolgen sollen. Ärzte und Psychotherapeuten müssen die notwendigen Komponenten für den Anschluss an die TI allerdings bis spätestens 31. März nächsten Jahres verbindlich bestellen und dies gegenüber ihrer Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen. Können sie das nicht, wird Vertragsärzten das Honorar um ein Prozent gekürzt (siehe § 291 Absatz 2b Satz 14 SGB V). Quelle: https://www.kbv.de/html/telematikinfrastruktur.php
      Leider schwingen diverse Anbieter aber schon seit langem die Angstkeule und wollen damit Ärzte zur Vertragsunterzeichnung bewegen, solange es noch keine Konkurrenz gibt.
    Und die mit der Zeit weniger werdende KV-Förderung trägt ihren Teil dazu bei.
    Ich habe schon mit vielen Ärzten gesprochen, die vor Monaten neue Telematik-Verträge abgeschlossen haben, aber diesen noch nicht verwenden konnten und dementsprechend auch noch keine Förderung erhalten haben.   Wie hoch ist die Förderung aktuell ? Quelle: https://www.kbv.de/html/30719.php   Wieviele Konnektoren sind bisher zugelassen? Laut meinem letzten Stand sind es 4 Konnektoren. Ich werde diese demnächst hier verlinken.   Was passiert nach Ablauf der Frist? das weiss so genau leider keiner.... aber es gibt Widerstand:
    Die Frist wurde bereits von Ende 2018 auf März 2019 verlängert auch dank einer Petition (siehe: Petition 83509).
      Was kann man tun? "Was sollten nun Ärzte angesichts der noch immer drohenden Honorarkürzung tun? Dr. Kriedel rät, die nötigen Geräte zu bestellen. In dem Vertrag sollte unbedingt verankert werden, dass der Finanzierungspreis für das Quartal gilt, in dem erstmals die Stammdaten abgeglichen werden. Entscheidend für die GKV-Erstattung ist nämlich das Quartal des ersten Versichertenstammdatenabgleichs und nicht das Datum des Kaufvertrags oder der Konnektorenlieferung." (Quelle: Medical Tribune  Kein Cent zuzahlung! ) Einen Anwalt fragen oder wenn man schon gezahlt hat klagen:
    https://www.medical-tribune.de/praxis-und-wirtschaft/praxismanagement/artikel/wer-prozessiert-wegen-telematikschaeden/
    Eine Musterklage ist von dem Ärztenetz Medi in Vorbereitung:
    https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/praxis_edv/article/975768/musterklage-medi-laedt-ti-strategietreffen.html   Unbedingt das Kleingedruckte in den Verträge lesen, die man mit dem Anbieter geschlossen hat:
    In den Verträgen, die ich bisher gesehen habe, versuchten die Anbieter jegliche Haftung für Hackerangriffe auszuschließen.   Meine persönlichen Fragen, die mir hier vielleicht jemand beantworten kann? Muss man alle benötigten Komponenten auf einmal bestellen, um die Förderung zu bekommen?
    Oder kann man zum Beispiel erstmal nur das SMC-B-Kartenterminal bestellen und sich erstatten lassen? Ist ohne VSDM - also die Online-Prüfung der Stammdaten - auch kein Einlesen der Gesundheitskarte im PVS (und damit eine Abrechnung) mehr möglich? Welche Nachteile außer der Honorarkürzung hat man sonst noch wenn man offline bleibt? (Arztrbriefe, Medikationsplan sind ja erst noch in Entwicklung) Was passiert wenn ein Konnektor gestohlen wird? Muss man updatefähige Kartenterminal bis 31.12.2018 updaten und gibt es wirklich keine Updates mehr für das ORGA 930 M mehr?
    Laut dieser Anzeige ist das angeblich so: https://www.doccheckshop.de/Angebote/Kartenlesegeraete-OPB1/   Hoffe auf rege Diskussion!
        Update 30.01.2019: Die erste Musterklage in Badenwürtenberg läuft an:
    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/100536/Tele­ma­tik­infra­struk­tur-Musterklage-wegen-Konnektorkosten Habe hier eine Checkliste zur Anbindung gefunden:
    https://www.kvb.de/fileadmin/kvb/dokumente/Praxis/TI/KVB-Checkliste-TI-Anschluss.pdf Jeder der sich an die Telematik anschließt, sollte seine Praxis-EDV vorher auf Datensicherheit prüfen: dazu wurde dieser schöne Leitfaden schon im Juni 2018 von der Bundesärztekammer veröffentlicht: "Technische Anlage - Hinweise und Empfehlungen zur ärztlichen Schweigepflicht, Datenschutz und Datenverarbeitung in der Arztpraxis" das wichtigste in meinen Augen ist eine explizite, dedizierte Firewall: die Kosten hierfür betragen je nach Praxisgröße 400-1200 € einmalig + ca. 400-600€ jährlich für Updates von Virensignaturen, Wartung, etc. Diese Kosten sind nicht durch die Förderung gedeckt und werden oft vergessen. Frage:
    Viele PVS-Anbieter bieten sogenannte EDV-Checks (z.B. der TI-Fit-Check von medatixx) an - früher war das kostenlos, inwzischen verlangt medatixx 119,-€ dafür.
    Wer hat Erfahrungen mit so etwas gemacht? Ich bin etwas ensetzt über unseren Anbieter: uns wurde nach einem Check vorgeschlagen unsere Fritzbox durch einen Lancom Router zu ersetzten. Das sei als Firewall-Lösung völlig ausreichend !!!?   Update 04.02.2019: Gefahren der (zentralen) Speicherung von Gesundheitsdaten: 
    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/100202/Neuen-Sicherheitsmassnahmen-stehen-stets-auch-neue-Angriffsmoeglichkeiten-gegenueber
      Das Gesundheitsministerium möchte die gemaik verstaatlichen um die Telematik schneller voranzutreiben:
    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/100833/Bundesaerztekammer-kritisiert-geplante-Uebernahme-der-gematik
    https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/gesundheitspolitik-spahn-entmachtet-kassen-und-aerzte-bei-der-digitalisierung/23928228.html
      ...und dann soll noch die Gesundheitscloud eingeführt werden (am beste ohne das Ärzte, Kassen oder Versicherer mitreden können - siehe vorherigen Link):
    https://www.zdf.de/nachrichten/heute/gesundheitscloud-macht-patientendaten-zu-leichter-beute-102.html  

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